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    <title>AdGuard Blog</title>
    <link>https://adguard.com/de/blog/index.html</link>
    <description>Thoughts, stories and ideas.</description>
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    <item>
      <title>AdGuard für Android v4.14: Bessere Filterung und smartere Aktivitätsansicht</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/adguard-for-android-v4-14.html</link>
      <pubDate>Fri, 11 Sep 2026 09:42:51 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
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      <category>AdGuard for Android</category>
      <category>Neue Version</category>
      <category>Release notes</category>
      <description>Das Update v4.14 für AdGuard für Android verbessert den Bereich „Letzte Aktivität“ und erweitert die Filterkompatibilität für Browsererweiterungen.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>AdGuard für Android v4.14 ist da und konzentriert sich darauf, die Werbeblockierung nahtlos mit den Datenschutz-Tools abzustimmen, auf die ihr täglich vertraut. Das Update setzt zwei klare Schwerpunkte: mehr Übersicht im Bereich <em>Letzte Aktivität</em> und eine verbesserte Filterkompatibilität für Browsererweiterungen.</p>
<h2 id="mehr-%C3%BCbersicht-im-bereich-letzte-aktivit%C3%A4t">Mehr Übersicht im Bereich <em>Letzte Aktivität</em></h2>
<p>Die eigenen Netzwerkaktivitäten im Blick zu behalten, wird jetzt deutlich einfacher. Der Bereich <em>Letzte Aktivität</em> bietet mit v4.14 neue Filteroptionen, mit denen sich gesuchte Informationen schneller finden lassen.</p>
<p>Netzwerkanfragen lassen sich gezielt nach Kriterien wie Apps, Unternehmen, Ereignistypen und Status filtern. Egal ob ihr einer bestimmten Verbindung auf den Grund gehen oder einfach die Netzwerkaktivität eures Geräts prüfen wollt: Die neuen Filter machen das Durchsuchen selbst großer Protokolle schneller und übersichtlicher.</p>
<figure class="kg-card kg-gallery-card kg-width-wide"><div class="kg-gallery-container"><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/2l3t5recent-activity-de.jpeg" width="1080" height="2400" loading="lazy" alt=""></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/fda9vrecent-activity-de-1.jpeg" width="1080" height="2400" loading="lazy" alt=""></div></div></div></figure><h2 id="bessere-kompatibilit%C3%A4t-f%C3%BCr-browsererweiterungen">Bessere Kompatibilität für Browsererweiterungen</h2>
<p>Wir haben außerdem die Filterung für den Datenverkehr von Browser-Proxy- und VPN-Erweiterungen verbessert.</p>
<p>In früheren Versionen musste der Datenverkehr dieser Erweiterungen für die Filterung auf HTTP/1 herabgestuft werden. Mit v4.14 unterstützt AdGuard jetzt auch die Filterung über HTTP/2 und HTTP/3. Das sorgt für bessere Kompatibilität mit modernen Webtechnologien, noch verlässlicheren Schutz und ein flüssiges Surferlebnis — ganz ohne Leistungseinbußen.</p>
<h2 id="in-kontakt-bleiben">In Kontakt bleiben</h2>
<p>Wir arbeiten kontinuierlich daran, AdGuard für Android zu verbessern, und euer Feedback spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ihr könnt eure Rückmeldungen direkt über den Bereich Support in der App oder auf unserer <a href="https://github.com/AdguardTeam/AdguardForAndroid">GitHub-Seite</a> mit uns teilen.</p>
<p>Um bei News und Veröffentlichungen auf dem Laufenden zu bleiben, folgt uns auf <a href="https://x.com/AdGuardDE">X (Twitter)</a>.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Die Ära von Manifest V2 ist vorbei: Chrome entfernt AdGuard Werbeblocker MV2 aus dem Web Store</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/adguard-adblocker-manifestv2-removal.html</link>
      <pubDate>Tue, 08 Sep 2026 13:30:29 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
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      <category>AdGuard Browsererweiterung</category>
      <category>Branchennews</category>
      <category>Manifest V3</category>
      <description>Chrome hat den AdGuard Werbeblocker MV2 entfernt. Was ihr tun müsst, wie sich MV3 unterscheidet und welche Alternativen bleiben.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Es ist offiziell. Der Chrome Web Store hat uns informiert, dass der AdGuard Werbeblocker MV2 — die Version unserer Erweiterung, die auf der bisherigen Chrome-Plattform Manifest V2 basiert — entfernt wurde. Die Benachrichtigung ist eindeutig: Keine Verstöße. Grund: „Einstellung von Manifest&nbsp;V2“ (Manifest&nbsp;V2 Deprecation).</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/6jn5xblurred_to_cut.png" alt="Chromes Banachrichtigung" loading="lazy"></p>
<p>AdGuard ist damit nicht allein. <a href="https://developer.chrome.com/docs/extensions/develop/migrate/mv2-deprecation-timeline">Chrome hat mittlerweile alle verbliebenen Manifest-V2-Erweiterungen aus dem Chrome Web Store entfernt</a> und schließt damit das&nbsp;MV2-Kapitel für das gesamte Ökosystem.</p>
<p>Manifest V2 (MV2) bildete jahrelang die Grundlage für Chrome-Erweiterungen — darunter auch einige der leistungsfähigsten Werbeblocker. Dieser letzte Schritt kommt jedoch weder überraschend noch plötzlich: Wir haben diesen Wandel schon seit beinahe zehn&nbsp;Jahren kommen sehen.</p>
<h2 id="was-ihr-jetzt-tun-m%C3%BCsst">Was ihr jetzt tun müsst</h2>
<p>Für die meisten von euch, die AdGuard in Chrome nutzen, lautet die Antwort ganz einfach: nichts.</p>
<p>Chrome hat MV2 durch Manifest V3 (MV3) ersetzt — die Plattform, die Erweiterungen ab sofort nutzen müssen. Wir haben den AdGuard Werbeblocker komplett für&nbsp;MV3 neu entwickelt, und seit September&nbsp;2024 ist <a /de/blog/adguard-browser-extension-mv3-release.html">dies unsere Haupt-Erweiterung für Chrome</a>. Wenn ihr <a href="https://chromewebstore.google.com/detail/adguard-adblocker/bgnkhhnnamicmpeenaelnjfhikgbkllg">AdGuard über unsere Seite im Chrome Web Store installiert habt</a> und automatische Updates aktiviert sind, <a /de/versions/browser-extension/release.html">wurdet ihr bereits automatisch auf die MV3-Version umgestellt</a>.</p>
<p>Eine Ausnahme gibt es jedoch: Wenn ihr die separat angebotene Version <a /en/blog/adguard-mv3-beta.html">AdGuard Werbeblocker MV2</a> genutzt habt, die wir <a /de/blog/adguard-browser-extension-v5-1.html">neben der MV3-Version weiter gepflegt</a> haben. Da&nbsp;diese eine eigene&nbsp;ID im&nbsp;Chrome Web Store besitzt, behandelt Chrome sie als eigenständige Erweiterung und kann sie nicht automatisch durch die neue MV3-Version ersetzen. In diesem Fall müsst ihr den <a href="https://chromewebstore.google.com/detail/adguard-adblocker/bgnkhhnnamicmpeenaelnjfhikgbkllg">aktuellen AdGuard Werbeblocker</a> einmalig manuell installieren.</p>
<h2 id="wie-es-dazu-kam">Wie es dazu kam</h2>
<p>Google führte Manifest V3 im Jahr 2018 mit dem Versprechen ein, Browsererweiterungen sicherer, privater und effizienter zu machen. Der Chrome Web Store hatte damals tatsächlich ein Problem mit schädlichen Erweiterungen. Wir waren jedoch von Anfang an skeptisch, ob&nbsp;MV3 der richtige Weg ist, um dieses Problem zu lösen.</p>
<p>Wir haben nie behauptet, dass Google Werbeblocker gezielt vernichten wollte. Unser Argument war viel einfacher: <a /de/blog/chrome-manifest-v3-where-we-stand.html">Einschränkungen für alle Erweiterungen führen nicht automatisch zu mehr Sicherheit im Netz</a> — sie nehmen nützlichen Datenschutz-Tools jedoch wichtige Möglichkeiten. Auch nachdem der Chrome Web Store keine neuen MV2-Einreichungen mehr zugelassen hat, sind unseriöse Erweiterungen nicht verschwunden. Eine strengere Überprüfung im Store und eine engere Zusammenarbeit mit Sicherheitsfachleuten hätten unserer Meinung nach deutlich mehr bewirkt.</p>
<p>Jahrelange Kritik und Feedback haben MV3 deutlich praxistauglicher gemacht als den ursprünglichen Entwurf. Chrome hat neue Schnittstellen (APIs) hinzugefügt, das Regellimit angehoben und den <a href="https://developer.chrome.com/blog/resuming-the-transition-to-mv3">Ausstieg zwischendurch pausiert</a>. Das&nbsp;hat das schlimmste Szenario verhindert — es macht MV3 aber keineswegs gleichwertig zu&nbsp;MV2. Ein vergleichbares Schutzniveau zu erreichen erfordert heute viel mehr Entwicklungsaufwand, und manche Funktionen von&nbsp;MV2 lassen sich schlicht nicht mehr nachbilden.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/qt67tjadguard-mv2-phaseout-timeline.png" alt="Zeitstrahl zum Ausstieg von Chrome aus Manifest V2 (2018–2026) und AdGuards Reaktion auf MV3" loading="lazy"></p>
<h2 id="mv3-im-vergleich-zu-mv2-was-hat-sich-wirklich-ver%C3%A4ndert">MV3 im Vergleich zu MV2: Was hat sich wirklich verändert?</h2>
<p>Unter MV2 konnte ein Werbeblocker jede Netzwerkanfrage direkt beim Entstehen prüfen und entscheiden, ob sie zugelassen oder blockiert wird. Unter&nbsp;MV3 übergibt die Erweiterung Chrome vorab eine Liste mit Blockierungsregeln — und Chrome übernimmt den Großteil dieser Entscheidungen selbst.</p>
<p>Dadurch benötigt die Erweiterung Zugriff auf weniger Verlaufsdaten, was tatsächlich einer der angedachten Datenschutzvorteile von MV3 ist. Gleichzeitig beschränkt es jedoch die Handlungsmöglichkeiten von Werbeblockern deutlich — etwas, <a /en/blog/our-comment-on-chrome-ad-blocking.html">wovor wir bereits im&nbsp;Januar 2019 gewarnt haben</a>, als MV3 noch ein reiner Entwurf war.</p>
<p>Unter MV3 begrenzt Chrome, wie viele Regeln und Regelgruppen gleichzeitig aktiv sein dürfen. Manche klassischen Filterregeln lassen sich nicht ohne Funktionsverlust in das MV3-Format übertragen. Viele integrierte Filterregeln müssen direkt mit der Erweiterung ausgeliefert werden, was schnelle Updates erschwert. Zudem gibt es weniger Spielraum für neue Blockierungsmethoden, solange die Schnittstellen des Browsers diese nicht unterstützen.</p>
<p>Die Anpassung von AdGuard erforderte weit mehr als nur das Ändern einer Konfigurationsdatei. Wir haben eigene Werkzeuge entwickelt, um klassische Filter in MV3-Regeln umzuwandeln, und nutzen weiterhin unsere eigene Engine zum Ausblenden von Werbung und unerwünschten Elementen auf Webseiten. Außerdem haben wir Wege gefunden, um dringende Korrekturen über das Kontingent für dynamische Regeln bereitzustellen. Seit Kurzem <a /de/blog/adguard-browser-extension-v5-4.html">können sich benutzerdefinierte Filter unter MV3 auch wieder unabhängig von der Erweiterung selbst aktualisieren</a>.</p>
<p>Im Alltag funktioniert AdGuard für die meisten wie gewohnt. Dennoch bleibt MV3 ein Kompromiss. Ein Schutzniveau zu bieten, das an&nbsp;MV2 heranreicht, erfordert enormen technischen Aufwand — und in&nbsp;einigen Spezialfällen konnte die alte Erweiterung schlicht mehr.</p>
<h2 id="die-mv3-einschr%C3%A4nkungen-von-chrome-umgehen">Die MV3-Einschränkungen von Chrome umgehen?</h2>
<p>Chrome ist nicht die einzige Wahl. Wer weiterhin eine vollwertige MV2-Erweiterung zur Werbeblockierung nutzen möchte: <a /de/adguard-browser-extension/firefox/overview.html">Firefox unterstützt Manifest V2 und das gewohnte Blockieren von Anfragen weiterhin</a>.</p>
<p><a href="https://support.brave.com/hc/en-us/articles/360017909112-How-can-I-add-extensions-to-Brave-">Auch Brave unterstützt eine kleine Auswahl an MV2-Erweiterungen</a> über eine eigene Infrastruktur — darunter AdGuard Werbeblocker und uBlock Origin. Brave betont jedoch, dass diese Unterstützung ohne dauerhafte Garantie erfolgt.</p>
<p>Allerdings schützen selbst MV2-Erweiterungen nur den Browser. Für Schutz, der völlig unabhängig von Erweiterungsregeln einzelner Browser funktioniert, gibt es die <a /de/download.html">systemweiten AdGuard-Apps</a> für Windows, Mac, Android oder Linux. Diese filtern den Datenverkehr über alle Browser und Anwendungen hinweg.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Microsoft Edge verabschiedet sich von Manifest V2. Was heißt das für eure Werbeblocker?</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/edge-phasing-out-mv2-ad-blockers.html</link>
      <pubDate>Tue, 01 Sep 2026 10:17:36 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
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      <category>AdGuard Browser Extensions</category>
      <category>Branchennews</category>
      <category>Manifest V3</category>
      <description>Microsoft Edge verabschiedet sich von Manifest V2 — der Plattform, auf der viele Browser-Tools und einige der bekanntesten Werbeblocker basieren.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Microsoft Edge bereitet sich endlich darauf vor, sich von Manifest V2 zu verabschieden — der Erweiterungsplattform, auf der viele langjährige Browser-Tools basieren, darunter einige der leistungsfähigsten Werbeblocker.</p>
<p>Microsofts Ankündigung hat die gleichen alarmistischen Schlagzeilen ausgelöst wie damals der Umstieg von Chrome auf Manifest V3. Manche warnen, <a href="https://www.theverge.com/tech/976880/microsoft-edge-extensions-ad-blockers-mv2-mv3">Edge werde ältere Werbeblocker aussperren</a>, andere sprechen von <a href="https://www.pcgamer.com/software/browsers/firefox-stunts-on-edge-as-microsoft-gears-up-to-neuter-adblockers-ublock-origin-isnt-going-anywhere/">kastrierten Werbeblockern</a>. Die Realität ist weniger apokalyptisch — aber auch nicht so&nbsp;schmerzfrei, <a href="https://blogs.windows.com/msedgedev/2026/08/07/moving-the-microsoft-edge-extensions-ecosystem-forward-with-manifest-version-3/">wie Microsoft selbst suggeriert</a>.</p>
<p>Werbeblocker werden in Edge überleben. Aber Manifest&nbsp;V3 gibt Erweiterungen weniger Kontrolle über Netzwerk-Anfragen, begrenzt die Anzahl der Filterregeln und erschwert schnelle Filter-Updates. Fast das gleiche Schutzniveau ist möglich — es erfordert nur deutlich mehr Entwicklungsarbeit.</p>
<h2 id="wann-schaltet-edge-manifest-v2-erweiterungen-ab">Wann schaltet Edge Manifest-V2-Erweiterungen ab?</h2>
<p>Erste Warnhinweise erscheinen im August 2026, zunächst in Edge Canary, Dev und Beta. Danach weitet Microsoft die Umstellung schrittweise auf das stabile Edge aus — die Version, mit der die meisten Menschen im Alltag arbeiten. Der&nbsp;Umstieg für Privatpersonen soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Managed-Enterprise-Installationen bekommen mehr Zeit, bis Anfang 2027. Ein einheitliches Stichdatum oder eine bestimmte Edge-Version hat Microsoft nicht genannt.</p>
<h2 id="microsoft-sagt-95-der-erweiterungen-seien-bereit-%E2%80%94-und-der-rest">Microsoft sagt, 95% der Erweiterungen seien bereit — und der Rest?</h2>
<p>Laut Microsoft haben mehr als 95% der aktiv genutzten Edge-Erweiterungen bereits auf Manifest V3 umgestellt. Nur 58&nbsp;Erweiterungen mit „nennenswerter Nutzung“ setzen noch auf MV2, und bei dreien gebe es offenbar keine fertige MV3-Alternative.</p>
<p>Die Zahl klingt klein — aber Werbeblocker und ähnliche Privacy-Erweiterungen sind unter den verbleibenden 58&nbsp;vermutlich überrepräsentiert. MV3 trifft vor allem Erweiterungen, die Web-Anfragen prüfen und verändern. Genau das war das Herzstück der klassischen Inhaltsblockierung.</p>
<p>Microsoft hat die drei Erweiterungen nicht genannt, und die öffentlichen Daten des Edge Stores beantworten die Frage nicht. Sie zeigen zwar, welches Manifest eine Erweiterung verwendet, aber nicht, welches MV3-Produkt Microsoft als Ersatz betrachtet.</p>
<p>Zwei starke Kandidaten haben wir gefunden: <strong><a href="https://github.com/dhowe/AdNauseam/issues/2629">AdNauseam</a></strong>, dessen Entwicklungsteam sagt, ihnen fehlten die Ressourcen für eine eingeschränkte MV3-Version, und <strong>ClearURLs</strong>, dessen vorgeschlagene MV3-Umstellung als „nicht geplant“ geschlossen wurde.</p>
<p>Auch uBlock Origin ist ein ambivalenter Fall. Die Edge-Version nutzt MV2, aber mit uBlock Origin Lite existiert eine schlankere Erweiterung unter MV3. Ob&nbsp;Microsoft sie als Ersatz betrachtet, ist unklar. uBO-Entwickler Raymond Hill hat jedenfalls klar gesagt, <a href="https://github.com/gorhill/uBlock/wiki/About-Google-Chrome%27s-%E2%80%9CThis-extension-may-soon-no-longer-be-supported%E2%80%9D">es gebe keine Manifest-V3-Version von&nbsp;uBO</a>. Außerdem erklärte er, „uBOL sei zu anders als uBO, um&nbsp;uBO stillschweigend zu ersetzen“.</p>
<p>uBOL kann ein guter leichter Werbeblocker sein, aber er opfert erweiterte Funktionen, die MV3 nicht unterstützt. <a /en/blog/ublock-origin-disabled-chrome.html">Wie wir in unserem Artikel über die Entfernung von uBlock Origin aus Chrome erklärt haben</a>, ist&nbsp;es eine abgespeckte Alternative, kein echter Eins-zu-eins-Ersatz.</p>
<h2 id="worin-sich-manifest-v2-und-manifest-v3-unterscheiden">Worin sich Manifest V2 und Manifest&nbsp;V3 unterscheiden</h2>
<p>Der Unterschied zwischen uBO und uBOL zeigt den grundlegenden Kompromiss, den MV3 erzwingt. Werbeblocker müssen entweder auf bestimmte Funktionen verzichten oder Jahre investieren, um sie im engeren Rahmen neu aufzubauen. Die&nbsp;entscheidende Änderung betrifft die Frage, wer die Blockierentscheidung trifft. Unter&nbsp;MV2 konnte ein Werbeblocker jede Anfrage prüfen und in Echtzeit reagieren. Unter&nbsp;MV3 muss er in der Regel einen vordefinierten Regelsatz bereitstellen und den Browser entscheiden lassen.</p>
<p>Google hat das als Sicherheits-, Privacy- und Effizienzgewinn für Erweiterungen verkauft. Das klingt beruhigend — aber unser Mitgründer und CTO Andrey&nbsp;Meshkov <a /de/blog/chrome-manifest-v3-where-we-stand.html">argumentiert, dass weniger Möglichkeiten für Erweiterungen die Menschen nicht automatisch sicherer machen</a>. Betrugs-Erweiterungen blieben auch dann ein Problem, als der&nbsp;Chrome Web Store keine neuen MV2-Erweiterungen mehr annahm. Seiner Ansicht nach würden strengere Store-Moderation und engere Zusammenarbeit mit Sicherheitsfachleuten mehr für die Sicherheit aller tun, als legitimen Erweiterungen Werkzeuge zu nehmen.</p>
<p>Für Werbeblocker sind die praktischen Folgen konkret und ziemlich belastend:</p>
<ul>
<li><strong>Weniger Regeln, weniger Flexibilität.</strong> Browser begrenzen die Anzahl aktiver Filter, und manche klassischen Filterregeln lassen sich nicht ohne Funktionsverlust ins MV3-Format übertragen.</li>
<li><strong>Langsamere Filter-Updates.</strong> Viele Filter sind inzwischen fest in der Erweiterung verbaut und aktualisieren sich normalerweise nur, wenn eine neue Version die Store-Prüfung passiert. Auf neue Werbeformen oder kaputte Websites zu reagieren, wird dadurch schwieriger.</li>
<li><strong>Langsamere Innovation.</strong> Weil der Browser einen größeren Teil der Filterung übernimmt, können Erweiterungen nicht frei neue Methoden zur Verarbeitung von Anfragen einführen. Die Funktion muss ins vorhandene Regelsystem des Browsers passen — sonst bleibt nur ein Workaround oder das Warten darauf, dass der Browser die Fähigkeit nachrüstet.</li>
</ul>
<p>Jahrelange Diskussionen und Feedback aus der Entwickler-Community haben MV3 deutlich brauchbarer gemacht. Aus der erwarteten Katastrophe wurde das kleinere Übel — aber die Leistungsfähigkeit einer MV2-Erweiterung zu erreichen, erfordert weiterhin erheblich mehr Entwicklungsressourcen. Wie Meshkov es formulierte: Der&nbsp;Umstieg erfordert „<a /de/blog/chrome-manifest-v3-where-we-stand.html">von allen Beteiligten einen enormen Aufwand</a>“. Kleinere Projekte und Freiwilligen-Teams können da womöglich nicht mithalten — oder überleben nur in eingeschränkter Form.</p>
<h2 id="wie-adguard-manifest-v3-%C3%BCberlebt-hat">Wie AdGuard Manifest V3 überlebt hat</h2>
<p>Wir unsererseits haben bereits Mitte&nbsp;2021 mit den Vorbereitungen begonnen und 2022 den <a /de/blog/adguard-mv3.html">weltweit ersten funktionierenden MV3-Werbeblocker-Prototyp</a> veröffentlicht. Nach zwei weiteren Jahren Entwicklung wurde die <a /de/blog/adguard-browser-extension-mv3-release.html">Release-Version</a> im September&nbsp;2024 unsere Haupt-Erweiterung für Chrome.</p>
<p>Das war deutlich mehr als das Ändern einer Manifest-Datei. Wir haben Werkzeuge gebaut, die klassische Filter in MV3-Regeln übersetzen, und die kosmetische Filterung — das Entfernen von Bannern, Platzhaltern und anderen unerwünschten Seitenelementen — läuft weiterhin über unsere eigene Engine.</p>
<p>Außerdem haben wir den Quick-Fixes-Filter eingeführt. MV3 erlaubt eingebauten Filtern normalerweise nicht, sich unabhängig von der Erweiterung zu aktualisieren. Quick-Fixes nutzt das begrenzte Kontingent für dynamische Regeln, um auf dringende Probleme zu reagieren — ohne auf ein&nbsp;komplettes Erweiterungs-Update mit Store-Prüfung zu warten.</p>
<p>Einige Einschränkungen bleiben. Die Anzahl der Regeln ist begrenzt, manche Filtertechniken lassen sich nicht exakt nachbilden, und die meisten Filter-Updates müssen weiterhin mit der Erweiterung selbst ausgeliefert werden. Die&nbsp;Funktionalität nahe an unserer MV2-Version zu halten, kostet daher mehr Arbeit, und manche Verbesserungen erreichen euch später.</p>
<p>Trotzdem dürften die meisten Menschen im Alltag kaum einen Unterschied merken. <a /de/blog/no-google-isnt-killing-ad-blockers-adguard-cto-andrey-meshkov-on-the-manifest-v2-panic.html">In seiner jüngsten Einschätzung</a> sagte Meshkov: „Wir&nbsp;waren vom Umstieg auf&nbsp;MV3 nie begeistert, aber die prophezeite Apokalypse ist ausgeblieben.“</p>
<h2 id="was-passiert-mit-dem-adguard-werbeblocker-in-edge">Was passiert mit dem AdGuard Werbeblocker in&nbsp;Edge?</h2>
<p>Der <a href="https://microsoftedge.microsoft.com/addons/detail/adguard-adblocker/pdffkfellgipmhklpdmokmckkkfcopbh">aktuell im Edge-Add-ons-Store verfügbare AdGuard Werbeblocker</a> nutzt weiterhin Manifest&nbsp;V2. Ihr&nbsp;könnt ihn so lange weiterverwenden, wie Edge MV2 unterstützt — ein sofortiger Ersatz oder eine Neuinstallation ist nicht nötig.</p>
<p>Wir werden unsere MV3-Erweiterung in den Edge-Store bringen, bevor die Umstellung die reguläre Edge-Version erreicht. Ein&nbsp;genaues Datum können wir noch nicht nennen, weil wir noch klären, wie Edge Updates mit neuen Filterversionen prüft. Unter MV3 ist dieser Prozess besonders wichtig, weil die meisten Filter in der Erweiterung verpackt sind.</p>
<p>Wer jetzt schon auf MV3 in&nbsp;Edge umsteigen möchte, kann unsere <a href="https://chromewebstore.google.com/detail/adguard-adblocker/bgnkhhnnamicmpeenaelnjfhikgbkllg">Chrome-Web-Store-Version</a> in&nbsp;Edge installieren. Edge basiert auf Chromium — demselben Fundament wie Chrome —, die Erweiterung sollte also weitgehend gleich funktionieren und Updates erhalten. Jedes Edge-spezifische Szenario haben wir allerdings nicht erschöpfend getestet.</p>
<p>Wer die volle Leistungsfähigkeit der AdGuard-Erweiterung behalten möchte, kann auch Firefox in Betracht ziehen. Firefox unterstützt weiterhin die Blockierfunktionen, die MV3 aus Chromium-Browsern entfernt hat.</p>
<p><strong>Die dauerhafteste Option ist jedoch ein Schutz, der nicht von der Erweiterungsplattform eines Browsers abhängt</strong>. Systemweite AdGuard-Apps für&nbsp;<a /de/adguard-windows/overview.html">Windows</a>, <a /de/adguard-mac/overview.html">Mac</a> und&nbsp;<a /de/adguard-android/overview.html">Android</a> schützen Browser und andere Anwendungen auf Geräteebene. Änderungen an Edge, Chrome oder einem anderen Browser können diesen Schutz daher nicht aushebeln.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>TechTok #15. Digitales Erbe: Was nach euch bleibt und wie ihr es regelt</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/techtok-15-plan-digital-afterlife.html</link>
      <pubDate>Mon, 31 Aug 2026 12:03:48 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
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      <category>Datenschutz</category>
      <category>Privatsphäre</category>
      <category>TechTok</category>
      <description>Eure Konten, eure Crypto, eure Fotos — wer bekommt sie, wenn ihr nicht mehr da seid? Zeit, euer digitales Erbe zu regeln.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Das Leben besteht aus Momenten, für die es sich zu leben lohnt — aus einem Sonnenaufgang, den ersten Schritten eures Kindes, einem ruhigen Abend mit der Familie. Und&nbsp;dann gibt es die andere Seite, weniger schön, aber unausweichlich. Irgendwann müssen wir uns alle mit unserer eigenen Vergänglichkeit auseinandersetzen, und jeder findet seinen eigenen Weg damit umzugehen. Viele Menschen finden Trost und innere Ruhe darin, ein Testament zu schreiben und es aktuell zu halten. Sie wissen dann, dass der eigene Besitz in guten Händen landet, dass das Vermögen an Kinder und Angehörige geht — oder an&nbsp;Organisationen, die damit Gutes tun.</p>
<p>So stellen wir es uns als Gesellschaft vor: Ihr&nbsp;schreibt ein Testament, und wenn ihr nicht mehr da seid, geht alles dorthin, wo ihr&nbsp;es haben wolltet. Was über den größten Teil der Menschheitsgeschichte klar und unkompliziert war, wird allerdings verschwommen, sobald es&nbsp;um das digitale Erbe geht.</p>
<p>Im Laufe des Lebens sammeln wir eine schier unüberschaubare Menge digitaler Vermögenswerte an — Dinge mit materiellem oder sentimentalem Wert. Manche lassen sich leicht beziffern, etwa Kryptowährungen, Domains, Online-Geschäfte und Abos wie Netflix oder Steam. Andere sind flüchtiger, etwa Fotos und Videos in&nbsp;der Cloud, Social-Media- und E-Mail-Konten. Ja, ihr müsst euch um nichts davon kümmern. Aber wenn euch euer physisches Erbe wichtig ist, warum sollte es mit dem digitalen anders sein?</p>
<p>Stellt euch vor, ihr besitzt zwei Häuser, gebt euren Kindern aber nur die Schlüssel für eines davon — und das andere erwähnt ihr in eurem Testament nicht einmal. Das Haus steht da und bekommt Moos, während die Miete weiterläuft. Genauso laufen eure Konten weiter Abos ab, wenn niemand sie kündigt. Angesichts der schieren Größe unserer Online-Präsenz ist dieser Vergleich gar nicht so abwegig, wie er auf den ersten Blick klingt. Vermutlich ist es sogar noch chaotischer, denn anders als das zweite Haus bleiben eure digitalen Vermögenswerte nicht einfach stehen. Sie können gestohlen, kopiert, nach Daten durchsucht — oder ohne jede Zustimmung in eine KI-Version von euch verwandelt werden.</p>
<p>Mit der physischen Seite eures Testaments werdet ihr sicher selbst fertig. Aber wie stellt ihr sicher, dass nach eurem Tod auch mit dem digitalen Teil eures Lebens alles in Ordnung ist? Bevor wir mit konkreten Empfehlungen loslegen, schauen wir uns an, worauf es ankommt — und warum.</p>
<ul>
<li><strong>Materielle Werte</strong>. Kryptowährungen, Domains, Abodienste. Diese Kategorie kommt dem klassischen, physischen Erbe am nächsten. Ihr wollt sicherstellen, dass eure Erben etwas von euren digitalen Werten haben — aber der beste Weg dorthin ist längst nicht immer offensichtlich.</li>
<li><strong>Dinge mit sentimentalem Wert</strong>. Hier wird es unscharf. Fotos in der Cloud haben keinen Preis — aber eure Freunde und Familie wollen sie trotzdem nicht für immer verlieren.</li>
<li><strong>Euer Bild und eure Identität</strong>. Wie werden sich die Menschen an euch erinnern? Was werden sie über euch denken — falls überhaupt? Selbst der zynischste Mensch möchte wohl nicht, dass jemand seine Identität für Betrug und andere zweifelhafte Machenschaften missbraucht.</li>
</ul>
<p>Manches lässt sich nicht eindeutig einer Kategorie zuordnen. Euer Google-Konto zum Beispiel kann der Schlüssel zum Backup eurer Crypto-Wallet sein, Fotos eurer Kinder enthalten und zugleich Jahre von E-Mails mit eurer Stimme und euren Meinungen speichern — es lässt sich ein Argument für jede der drei Kategorien finden, oder für alle gleichzeitig. In solchen Fällen formulieren wir so klar und präzise wie möglich, damit nichts missverstanden wird.<br>
Am Ende des Artikels wartet außerdem ein <a href="#bonus-kapitel-der-spickzettel">Spickzettel</a> auf euch: Wer sein digitales Leben aufräumen will, findet dort alle Handlungsempfehlungen gebündelt — ohne langes Scrollen und Zusammensuchen.</p>
<h2 id="kapitel-1-materielle-werte">Kapitel 1: Materielle Werte</h2>
<p>Bei der Verwaltung eurer digitalen Vermögenswerte nach dem Tod gibt es zwei große Risiken. Entweder fallen sie in die falschen Hände, oder die vorgesehenen Empfänger kommen nicht an sie heran. Die gute Nachricht ist, dass sich beide Probleme in der Regel mit denselben Vorkehrungen lösen lassen.</p>
<p>Das offensichtlichste Beispiel ist <strong>Crypto</strong>. Ihre entscheidende Eigenschaft besteht darin, dass Crypto wegen der Funktionsweise von Seed-Phrasen zu den wenigen Vermögenswerten gehört, die dauerhaft verloren gehen und gleichzeitig im Handumdrehen gestohlen werden können. Wer Crypto besitzt — und das tun inzwischen viele —, steht vor der Aufgabe, den Erben nach dem eigenen Tod den Zugang zu ermöglichen, ohne dabei eine Sicherheitslücke zu schaffen. Dafür gibt es mehrere Wege.</p>
<p>Ihr könnt zum Beispiel ein Multi-Signatur-Wallet einrichten, das für Transaktionen zwei oder drei Schlüssel benötigt. Einen Schlüssel behaltet ihr, einen zweiten lagert ihr sicher — etwa im Bankschließfach —, einen dritten gebt ihr einer vertrauenswürdigen Person. So&nbsp;kann niemand euer Vermögen zu Lebzeiten entwenden, und eure Erben können die Schlüssel nach eurem Tod vergleichsweise einfach zusammenführen.</p>
<p>Ähnlich funktioniert das <strong><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Shamir%27s_secret_sharing">Shamir's Secret Sharing</a></strong>. Die&nbsp;Seed-Phrase wird in mehrere Fragmente aufgeteilt und auf vertrauenswürdige Personen verteilt. Erst ab einer bestimmten Anzahl von Fragmenten lässt sich die Phrase rekonstruieren. Das Risiko, euer Vermögen zu verlieren, sinkt deutlich — und eure Erben kommen dennoch leicht an die Schlüssel.</p>
<p>Weitere Methoden gibt es genug, aber fast alle laufen darauf hinaus, die Seed-Phrase aufzuteilen oder anderweitig sicherzustellen, dass niemand allein die Schlüssel zu eurer Crypto hält. Eines gilt immer: Bewahrt niemals alles an einem Ort auf und setzt private Schlüssel oder Seed-Phrasen niemals direkt ins Testament — Testamente können öffentlich werden, und Crypto und Öffentlichkeit vertragen sich nicht gut.</p>
<p>Neben der Sicherheit gibt es eine rechtliche Seite. Seed-Phrasen, PINs und Passwörter gehören nicht ins Testament — aber die Vermögenswerte selbst und die Begünstigten sehr wohl. Die Zugangsdaten kommen in einen separaten, nicht-öffentlichen Brief mit einer einfach verständlichen Anleitung. Bedenkt außerdem: Wer eure Crypto erbt, ist womöglich nicht technisch versiert und braucht eine Erklärung in einfacher Sprache.</p>
<p>Warum also nicht einfach einen Schritt überspringen, die Crypto-Assets aus dem Testament weglassen und alles «still» regeln? Das geht — viele machen es so. Legal ist es trotzdem nicht. Der Blockchain ist es egal, wer eine Transaktion ausführt, solange die Schlüssel stimmen. Aber wer die rechtlichen Prozesse umgeht, kann dem Erben erhebliche Probleme bereiten — bei Schulden, bei Angehörigen, die das Testament anfechten, ganz zu schweigen von Steuerhinterziehung. In der Praxis mag der «stille» Weg bei kleinen Beträgen durchgehen (legaler wird er dadurch nicht). Wer substanzielle Crypto-Bestände verschweigt, schadet damit vor allem dem Erben, der mit den Folgen allein gelassen wird.</p>
<p>Wir haben uns so lange mit Crypto beschäftigt, weil es vielleicht der häufigste digitale Erbgegenstand ist. Weiter geht's mit&nbsp;den übrigen materiellen Werten — und etwas zügiger.</p>
<p>Bei Netflix, Steam &amp; Co. ist das größte Problem, dass euer Konto euch fast nie wirklich gehört. Ihr lizenziert es nur. Wer sich GTA 6 auf Steam kauft, erwirbt kein Eigentum, sondern schließt einen persönlichen Lizenzvertrag mit dem Unternehmen ab, das einem erlaubt, das Spiel zu spielen. Streaming-Dienste wie Hulu oder Amazon Prime vergeben nicht übertragbare Lizenzen — das&nbsp;Abo ist an euch gebunden und nicht vererbbar. Die Nutzungsbedingungen von Netflix verbieten die Übertragung des Kontos an Dritte, ein Weitervererben per Testament scheidet damit aus. Bei Steam steht es ähnlich. Ende der Geschichte?</p>
<p>Nicht ganz. Die Realität hängt vom Wohnort ab. In den USA behaupten manche Juristen, das <a href="https://www.pcworld.com/article/2347640/steam-says-you-cant-leave-games-in-your-will-but-us-law-might-disagree.html">Erbrecht einzelner Bundesstaaten könne die Steam-AGB aushebeln</a> — vor Gericht gelandet ist ein solcher Fall allerdings noch nie.</p>
<p>In Deutschland hat der Bundesgerichtshof 2018 entschieden, dass <a href="https://www.loc.gov/item/global-legal-monitor/2018-09-07/germany-federal-court-of-justice-rules-digital-social-media-accounts-inheritable/">digitale Konten wie körperliches Eigentum vererbbar sind</a>. Und&nbsp;im Dezember 2024 ging ein Berufungsgericht noch einen Schritt weiter: <a href="https://www.noerr.com/en/insights/unrestricted-active-and-continued-use-of-social-media-accounts-by-heirs">Erben dürfen einen Instagram-Account nach dem Tod des Inhabers aktiv weiterführen</a>.</p>
<p>Unterm Strich ist die Rechtslage für Musik-, Video- und Spiele-Bibliotheken uneinheitlich und oft vage — trotzdem geben Menschen solche Konten seit Jahren weiter. Plattformen setzen ihre Regeln selten durch, und ein Gerichtsverfahren mit Verurteilung gab es bislang nicht. Im schlimmsten Fall wird das Konto geschlossen, wenn ein Unternehmen die unbefugte Nutzung bemerkt. Es hat sich ein Status quo etabliert. Kaum jemand nimmt Zugangsdaten ins Testament auf, die Passwörter wandern auf einem Zettel an die Erben — und die Unternehmen sehen von rechtlichen Schritten ab, selbst wenn es irgendwann auffliegt.</p>
<p>Noch ein paar materielle Werte, die ihr vererben könnt:</p>
<ul>
<li><strong>Reine Online-Banken</strong>. Das ist einfach Geld — die Online-Natur ändert am Erbprozess nichts Wesentliches. Solche Guthaben gehören wie jedes andere Geldvermögen ins Testament.</li>
<li><strong>Bezahl-Apps</strong> (PayPal, Venmo usw.). Das Geld ist vererbbar, das Konto nicht. Die Details hängen von der App ab, aber in der Regel schließt der Testamentsvollstrecker das Konto nach dem Tod und überweist das Guthaben auf das verknüpfte Bankkonto.</li>
<li><strong>Domainnamen</strong>. Domains könnt ihr vollständig besitzen — sie sind zu 100% vererbbares Eigentum. Wertvolle Domains gehören also ins Testament. Sinnvoll ist außerdem die automatische Verlängerung, damit sie nicht ablaufen und von Domain-Squattern gekapert werden.</li>
<li><strong>Online-Geschäfte</strong>. Sie sind vererbbar, aber stark plattformabhängig. Manche lassen sich direkt vererben, manche erlauben mehrere Administratoren, manche — wie YouTube — verlangen eine ausdrücklich autorisierte Nachfolge. Die Bedingungen jedes Online-Geschäfts müsst ihr einzeln prüfen und entsprechend handeln.</li>
<li><strong>Euer Smartphone</strong>. Kein digitaler, sondern ein sehr physischer Vermögenswert — aber der Schlüssel zur Zwei-Faktor-Authentifizierung unzähliger Apps und Dienste. Deshalb gehört es zu den ersten Dingen, die ihr im Testament regeln solltet. Hinterlasst außerdem Anweisungen zum Entsperren — <a href="https://www.reddit.com/r/cincinnati/comments/1h4bo04/deceased_friends_mother_wants_to_access_locked/">sonst steht euer Erbe womöglich vor Gericht</a>!</li>
</ul>
<p>Materielle digitale Werte zu vererben ist insofern kompliziert, als oft sehr spezifische rechtliche Verfahren und viel Präzision gefragt sind. Aus einem anderen Blickwinkel ist es aber der unkomplizierteste Teil des Testaments, denn es geht um konkrete Dinge wie Geld oder Domains. Bei Werten ohne Geldcharakter sieht das anders aus.</p>
<h2 id="kapitel-2-sentimentale-werte">Kapitel 2: Sentimentale Werte</h2>
<p>Dass eure Erben finanziell abgesichert sind, ist wichtig — aber eure Freunde und Verwandten lieben euch hoffentlich nicht für euer Geld, sondern für den Menschen, der ihr seid, und für die gemeinsamen Erinnerungen. In diesem Sinne ist die Sicherung sentimentaler Werte wie Fotos und Videos mindestens genauso wichtig. Und nur weil sie keinen Geldwert haben, heißt das nicht, dass es niemanden gäbe, der sie für unlautere Zwecke stehlen will. Cloud-Speicher sind außerdem keine staubige Kiste auf dem Dachboden, die jahrelang warten kann. Inaktive Konten werden oft schon nach ein bis zwei Jahren gelöscht. Das will geplant sein.</p>
<p>Teilt euer digitales Leben gedanklich in zwei Stapel — alles, was eure Familie nach eurem Tod bekommen soll, und alles, was mit euch verschwinden soll. Zehntausende Fotos und Unmengen digitaler Dokumente durchzugehen macht keinen Spaß, aber wenn ihr es nicht tut, müssen es eure Erben tun. Dann wird aus dem Erbe schnell eine lästige Pflicht statt eines Moments des stillen Erinnerns. Ganz zu schweigen von den Dingen, die ihr womöglich gar nicht hinterlassen wollt — nicht weil sie belastend wären, sondern weil nicht alles, was euch einmal wichtig war, auch für andere wichtig ist. Nicht jede Nachricht an euren Elektriker muss aufbewahrt werden, und nicht jedes Foto einer Straßenkatze gehört ins Familienalbum.</p>
<p>Für den teilbaren Stapel gibt es bereits Werkzeuge. Mit&nbsp;Googles Inactive Account Manager legt ihr bis&nbsp;zu zehn Vertrauenspersonen fest und bestimmt, welche Daten sie nach einer Zeit der Inaktivität erhalten. Apples Legacy-Kontakt gibt einer Vertrauensperson nach dem Tod Zugriff auf Fotos, Nachrichten und Dateien — bewusst nicht auf Passwörter oder gekaufte Inhalte. Die Gedenkfunktion von Facebook lässt euer Profil als Tribut weiterleben. Euer Nachlasskontakt kann Beiträge anpinnen und Freundschaftsanfragen annehmen — aber niemand kann sich einloggen und eure DMs lesen. Nicht jede Plattform bietet so etwas an. Instagram zum Beispiel hat keine Nachlass-Option. Angehörige können das Konto nur in den Gedenkzustand versetzen oder löschen — eine Zwischenstufe gibt es nicht.</p>
<p>Der Gedenkzustand soll eine Sicherheitsfunktion sein, keine Schwachstelle — perfekt ist er trotzdem nicht. Angreifer können das Konto der „Pflegeperson“ hacken, die zugehörige E-Mail-Adresse übernehmen oder einfach schneller handeln als die Angehörigen, die nach einem Todesfall nicht zuerst ans Konto denken. Hinzu kommt, dass die öffentlichen Inhalte eines Gedenkkontos öffentlich bleiben. Sie können weiterhin für KI-Trainingsdaten gescrappt oder für Identitätsbetrug missbraucht werden. <a href="https://stonebridgebp.com/library/uncategorized/even-after-death-identity-theft-still-a-risk/">Etwa ein Viertel aller jährlich gestohlenen Identitäten gehört Verstorbenen</a>. Und&nbsp;wird das Konto nicht vollständig gelöscht, können seine Daten auch in einem Datenleck landen.</p>
<p>Vielleicht ist es die bessere Alternative, Konten auf Löschung statt auf Gedenkzustand zu stellen. Bei Facebook wählt ihr das zu Lebzeiten in den Einstellungen zur Gedenkfunktion und notiert denselben Wunsch im Testament. Allerdings gehen Plattform-Einstellungen oft dem Testament vor — euer Testamentsvollstrecker muss sich also trotzdem darum kümmern.</p>
<p>Das&nbsp;heißt: Der Ordner mit Fotos und Videos, den eure Familie bekommen soll, will von Hand gepflegt werden, statt sich auf fertige Mechanismen zu verlassen. Im&nbsp;Gegenzug vermeidet ihr das Teilen von Dingen, die niemand sehen soll. Alles, was nicht für andere Augen bestimmt ist, kommt in ein privates Archiv oder einen verschlüsselten Container — und den Schlüssel bekommt niemand. Ein besonderes Augenmerk gehört eurem E-Mail-Konto, denn es ist oft der Generalschlüssel zu allen Social-Media-Konten. Mehr dazu im nächsten Kapitel.</p>
<p><strong>Eine düstere Erkenntnis vorweg: Tote haben praktisch kein Recht auf Privatsphäre.</strong> Die DSGVO gilt für Verstorbene ausdrücklich nicht, und auch in den USA gibt es kein bundesweites Post-Mortem-Privacy-Gesetz. Anders als bei materiellen Werten solltet ihr euch hier also nicht auf rechtliche Prozesse verlassen, sondern auf konkrete Werkzeuge — und diese Werkzeuge mit Bedacht wählen.</p>
<h2 id="kapitel-3-euer-bild-und-euer-verm%C3%A4chtnis">Kapitel 3: Euer Bild und euer Vermächtnis</h2>
<p>Eure direkten Erben kümmern sich um materielle Dinge wie Kryptowährungen. Freunde und Familie wollen etwas zum Erinnern — Fotos, Sprachaufnahmen. Aber ironischerweise seid wahrscheinlich ihr selbst diejenigen, denen euer Ruf und die Frage, wie man sich an euch erinnert, am wichtigsten sind. Also liegt es an euch, die Verteidigung gegen diejenigen aufzubauen, die euer Bild nach eurem Tod missbrauchen könnten.</p>
<p>Wie erwähnt, gibt es genug unehrliche Leute, die auf Identitäten Verstorbener Jagd machen — für alle erdenklichen Zwecke. Versicherungsnummer, Ausweise, Adresse, Geburtsdatum: All das liegt auch nach dem Tod in Datenbanken und ist anfällig für Lecks und Missbrauch. Kriminelle nutzen diese Daten für gefälschte Steuererklärungen oder Kredite auf euren Namen. Was also tun?</p>
<p>Zuerst: Führt ein klares Inventar eurer Konten und Dokumente. Wer nicht weiß, was wichtig ist, kann nicht wissen, wie er es schützt. Dieser Artikel handelt vom digitalen Erbe — aber die sichere Aufbewahrung physischer Ausweise wie des Reisepasses ist genauso wichtig und eng mit der Sicherheit eurer digitalen Daten verknüpft. Sagt eurer Familie, wo diese Dokumente liegen — oder verwahrt sie zumindest so, dass nur eine vertrauenswürdige Person sie finden kann. Sorgt außerdem dafür, dass euer Testamentsvollstrecker die Auskunfteien informiert, damit eure Akte als „verstorben“ markiert wird.</p>
<p>In Deutschland markiert die SCHUFA Verstorbene in ihren Datenbeständen — Banken melden den Todesfall automatisch. In Österreich übernimmt das der KSV1870, in der Schweiz die ZEK. Wer auf Nummer sicher gehen will, meldet den Todesfall zusätzlich direkt bei der jeweiligen Auskunftei.</p>
<p>Jetzt zum unangenehmeren Teil. Es ist ein verstörender Gedanke, dass ihr nach eurem Tod nicht mehr „ihr“ seid, dass andere sich an jemanden erinnern, der ihr nie wart. Bisher war das eine Redensart — eine Art einzuräumen, dass Erinnerungen verblassen und Geschichten sich beim Weitererzählen verändern, manchmal bis zur Unkenntlichkeit. Die Technologie hat daraus etwas beängstigend Wörtliches gemacht. Künstliche Intelligenz kann alles auswerten, was ihr je getippt, gesagt oder gepostet habt — und eine Version von euch erschaffen, die weiterredet, lange nachdem ihr gegangen seid. Einige Unternehmen bieten bereits Chatbots an, die mit Texten, E-Mails, Sprachaufnahmen und Social-Media-Inhalten Verstorbener trainiert werden. Manche Menschen geben sogar zu Lebzeiten einen eigenen „KI-Geist“ in Auftrag — wenn euch das gefällt, soll es uns nicht stören. Wenn ihr dieses Schicksal nicht wollt, könnt ihr nach eurem Tod nichts mehr dagegen tun. Tote können nicht zustimmen.</p>
<p>Haltet euren Willen deshalb ausdrücklich in den digitalen Anweisungen fest, die ihr eurer Familie hinterlasst. Rechtlich bindend sind sie vielleicht nicht — aber sie geben dem Testamentsvollstrecker eine klare Richtung vor.</p>
<p>Vielleicht noch besser: Entzieht der KI das Trainingsmaterial, bevor sie euch nachbauen kann. Dieses Material entsteht aus einem Leben voller Posts, Vorlieben, Sprach- und Videoaufnahmen und Fotos. KI-Unternehmen scrapen seit Jahren öffentliche Inhalte für Trainingsdatensätze — und werden damit weitermachen. Das ist überraschenderweise keine schlechte, sondern eine gute Nachricht, denn genau hier könnt ihr zu Lebzeiten etwas tun! Reduziert eure digitale Spur: Löscht ungenutzte Konten, verschärft die Privatsphäre öffentlicher Inhalte, fordert die Löschung eurer Daten bei Datenhändlern an.</p>
<p>Dieser Ratschlag schließt übrigens an Kapitel 2 an. Je weniger ihr öffentlich speichert, desto weniger müsst ihr euch um die Aufbewahrung für die Familie Sorgen machen. Fotos, die euch beim Spielen mit euren kleinen Kindern zeigen, machen später genauso viel Freude — wenn ihr sie privat weitergebt, statt sie auf Facebook liegen zu lassen, wo sie jeder sehen kann.</p>
<p>Über allem steht aber euer E-Mail-Konto. Wir wiederholen diesen Rat ständig — aus gutem Grund. Wie euer Smartphone ist euer Posteingang der Generalschlüssel zu eurem digitalen Leben. Fast jede Passwortzurücksetzung und Kontowiederherstellung läuft darüber. Verwahrt Passwort und Wiederherstellungscodes bei euren Nachlassdokumenten (niemals im Testament — es kann öffentlich werden) und richtet den Notfallzugriff eures Passwort-Managers für eine vertrauenswürdige Person ein.</p>
<h2 id="bonus-kapitel-der-spickzettel">Bonus-Kapitel: Der Spickzettel</h2>
<p>Das war viel Lesestoff! Es wäre unfair, euch mit einer reinen Textwand zurückzulassen. Hier kommt der versprochene Spickzettel. Wer sein digitales Leben in Ordnung bringen will, kommt damit deutlich schneller ans Ziel — ohne Hin- und Herscrollen und ohne einzelne Ratschläge zusammenzusuchen.</p>
<ol>
<li>
<p><strong>Inventar</strong>. Erstellt eine vollständige Liste eurer Konten (E-Mail, Social Media, Cloud, Crypto, Bank, Abos, Domains, Online-Geschäfte usw.) mit Benutzernamen und Zweck. Speichert sie in einem Passwort-Manager, sagt einer Vertrauensperson, wo sie liegt, pflegt sie regelmäßig — und bewahrt physische Ausweise (Reisepass usw.) an einem bekannten, sicheren Ort auf.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Crypto</strong>. Teilt den Zugang mit einer bewährten Methode auf. Seed-Phrasen, Schlüssel und Passwörter gehören nie ins Testament (es kann öffentlich werden). Begünstigte nennt ihr im Testament, die Zugangsanleitung kommt in einen separaten, nicht-öffentlichen Brief — mit&nbsp;einer Erklärung in einfacher Sprache für nicht-technische Erben. Crypto still aus dem Nachlass zu lassen, ist Steuerhinterziehung und lädt zu Streitigkeiten ein.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Weitere Geldwerte</strong>. Guthaben bei reinen Online-Banken behandelt ihr wie jedes andere Geld — ins&nbsp;Testament damit, es gibt kaum Unterschiede. Wertvolle Domains listet ihr im Testament auf und stellt die automatische Verlängerung ein. Bei Bezahl-Apps (PayPal, Venmo) prüft ihr die jeweiligen Regeln. In der Regel schließt der Testamentsvollstrecker das Konto und überweist das Guthaben. Gleiches gilt für Online-Geschäfte — prüft die Vererbungsregeln jeder Plattform einzeln.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Abos</strong>. Bei den meisten Abodiensten wie Netflix und Steam sind Konten lizenziert, nicht gekauft — und die AGB verbieten die Übertragung. In der Praxis nutzen Erben die Konten trotzdem informell weiter; im&nbsp;schlimmsten Fall wird das Konto geschlossen, rechtliche Konsequenzen gibt es fast nie. Hinterlasst die Zugangsdaten bei euren übrigen Passwörtern.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Erinnerungen</strong>. Teilt euer digitales Leben in zwei Stapel — was die Familie bekommen soll und was mit euch verschwinden soll. Pflegt einen teilbaren Ordner mit Fotos und Videos. Alles Private kommt in ein verschlüsseltes Archiv, und den Schlüssel bekommt niemand.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Social Media und Cloud-Speicher</strong>. Viele Plattformen (Google, Apple, Facebook) bieten Nachlass-Optionen an — aber nicht alle (Instagram). Bedenkt: Inhalte im Gedenkzustand bleiben öffentlich und können gescrappt, gehackt oder durch Datenlecks abfließen. Wenn ihr das nicht wollt, lagert Fotos und Videos woanders und wählt die Kontolöschung.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Identität</strong>. Schützt eure Identität nach dem Tod vor Diebstahl und Missbrauch. Der Testamentsvollstrecker sollte die Auskunfteien zeitnah informieren (in den&nbsp;USA genügt eine der großen Drei: Equifax, Experian oder TransUnion; prüft die Entsprechung in eurem Land). Löscht zu Lebzeiten ungenutzte Konten, verschärft die Privatsphäre öffentlicher Inhalte und fordert die Löschung bei Datenhändlern an — das verkleinert eure digitale Spur, die für Identitätsbetrug und sogar für euren digitalen Avatar genutzt werden kann. Haltet in euren digitalen Anweisungen ausdrücklich fest, wenn ihr nicht als KI, Avatar oder Trauer-Bot nachgebaut werden wollt.</p>
</li>
<li>
<p><strong>E-Mail</strong>. Euer E-Mail-Konto ist der Generalschlüssel zu unzähligen Konten. Verwahrt Passwort und Wiederherstellungscodes bei euren Nachlassdokumenten (niemals im Testament). Richtet den Notfallzugriff eures Passwort-Managers für eine Vertrauensperson ein und stellt sicher, dass die Zwei-Faktor-Authentifizierung eure Erben nicht aussperrt. Eure Erben sollten außerdem euer Smartphone erhalten und wissen, wie sie es entsperren — es&nbsp;ist wie die E-Mail ein Generalschlüssel, denn viele 2FA-Verfahren laufen darüber.</p>
</li>
</ol>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>AdGuard für Windows v8.0 bringt euren Schutz auf ein neues Level</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/adguard-for-windows-v8-0.html</link>
      <pubDate>Sat, 13 Jun 2026 04:46:33 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a3bdfb91beaf40001a3a1d5</guid>
      <category>AdGuard for Windows</category>
      <category>Neue Version</category>
      <category>Release notes</category>
      <description>Neues Design, systemweite Netzwerkfilterung und volle Kontrolle über den App-Datenverkehr.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p>Die neue Version befindet sich derzeit in der Anfangsphase der Einführung, und wir gehen davon aus, dass sie in den kommenden Wochen allen bestehenden Nutzern zur Verfügung stehen wird.</p>
</blockquote>
<p>Eine brandneue Version, eine neue Hauptversionsnummer, ein frisches Design – und, was am wichtigsten ist, ein echter systemweiter Schutz. AdGuard für Windows v8.0 sieht nicht nur anders aus: Die Version gibt euch eine klarere Kontrolle über den Datenverkehr auf eurem Computer und sorgt dafür, dass die wichtigsten Einstellungen noch schneller erreichbar sind.</p>
<p>Bereit, einen Blick darauf zu werfen? Aktualisiert einfach eure aktuelle App. Wenn ihr AdGuard noch nie ausprobiert habt, holt euch die App über die Schaltfläche unten.</p>
<div class="kg-card kg-button-card kg-align-center"><a href="https://static.adtidy.org/windows/setup-8.0.5560.0.exe" class="kg-btn kg-btn-accent">Version 8.0 herunterladen</a></div><p>Falls ihr lieber erst einmal lesen möchtet – hier erfahrt ihr, warum dieses Release groß genug ist, um eine neue Nummer zu tragen. Es ist für alle etwas dabei: sowohl für alle, die das Maximum aus der App herausholen wollen, als auch für diejenigen, die einfach nur ein sauberes, sicheres Internet genießen wollen, ohne groß darüber nachdenken zu müssen.</p>
<h2 id="echter-systemweiter-schutz">Echter systemweiter Schutz</h2>
<p>Neben der DNS-Filterung, die ihr bereits nutzt, bietet AdGuard nun eine vollwertige Filterung auf Netzwerkebene. Das bedeutet stärkeren Schutz und mehr Kontrolle: Ihr könnt den gesamten Internetverkehr auf eurem Gerät filtern, sodass euer Schutz systemweit greift.</p>
<p>Ihr fragt euch vielleicht: Warum ist eine systemweite Filterung überhaupt wichtig? Reicht es nicht aus, Werbung im Browser zu blockieren? Auf dem Desktop machen Browser zwar immer noch etwa 55–60% des gesamten Datenverkehrs aus – <a /blog/apple-url-filter-system-wide-filtering-api.html">aber das lässt immer noch einen riesigen Anteil für andere Apps übrig</a>.</p>
<p>Das Tracking in Apps ist oft sogar noch hartnäckiger als auf Websites. Apps können auf mehr persönliche Daten zugreifen, direkt mit den Hardwareressourcen des Geräts interagieren und dauerhafte Identifikatoren nutzen, die Websites schlichtweg nicht zur Verfügung stehen. Genau deshalb ist das Filtern des gesamten Datenverkehrs so entscheidend.</p>
<div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">🛡️</div><div class="kg-callout-text">AdGuard nutzt einen speziellen Netzwerktreiber, der das Senden und Empfangen von Daten regelt. Dadurch können wir den Datenverkehr von jeder einzelnen App auf eurem Gerät filtern.</div></div><p>Natürlich ist der DNS-Schutz nach wie vor mit an Bord — ihr könnt einen DNS-Server eurer Wahl aussuchen und Inhalte auf diese Weise filtern. Die DNS-Filterung ist jedoch weniger flexibel, und einige Tracking-Anfragen können trotzdem durchschlüpfen.</p>
<p>An dieser Stelle wird die HTTPS-Filterung unverzichtbar. Wenn sie aktiviert ist, kann AdGuard den Datenverkehr innerhalb von Windows-Apps untersuchen. Dadurch können wir zwischen legitimen Inhalten und Tracking-Anfragen unterscheiden, selbst wenn sie von derselben Domain stammen.</p>
<p>Ein Beispiel: Ihr öffnet die Facebook-App und scrollt ganz normal durch euren Feed. Was ihr nicht seht, sind die Tracking-Anfragen, die im selben Moment im Hintergrund auftauchen. Der Haken an der Sache ist, dass Facebook sowohl die eigentlichen Inhalte als auch die Tracking-Anfragen (wie <code>https://graph.facebook.com/network_ads</code>) über exakt dieselbe Domain abwickelt. Wenn ihr versucht, dieses Tracking über DNS zu stoppen, habt ihr nur eine Wahl: die gesamte Domain zu blockieren. Das würde die App jedoch komplett unbrauchbar machen, sodass ihr euch nicht einmal mehr anmelden oder euren Feed laden könntet.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/release_notes/ad_blocker/windows/v8.0/facebook_requests.png" alt="Tracking-Anfragen *border" loading="lazy"></p>
<p>Die Netzwerkfilterung erlaubt es uns, hier viel präziser vorzugehen. Durch das Entschlüsseln des Datenverkehrs kann AdGuard die vollständige URL erkennen und blockiert ausschließlich die Tracking-Anfragen, während der Rest der App einwandfrei weiterfunktioniert.</p>
<p>Während die HTTPS-Filterung für Browser standardmäßig aktiviert ist, bleibt sie für die meisten anderen Apps deaktiviert, um eine optimale Kompatibilität zu gewährleisten. Für zusätzlichen Schutz könnt ihr sie jedoch jederzeit manuell einschalten: Wählt dazu einfach die gewünschte App in <em>App-Verwaltung</em> aus und aktiviert den Schalter <em>HTTPS-Datenverkehr filtern</em>.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/release_notes/ad_blocker/windows/v8.0/filter_https.png" alt="App in App-Verwaltung" loading="lazy"></p>
<p>Apropos <em>App-Verwaltung</em>: Dieser neue Bereich bietet euch zusammen mit den Statistiken die volle Kontrolle und Transparenz darüber, was Apps auf eurem PC eigentlich tun.</p>
<h2 id="seht-was-eure-apps-tun-und-%C3%BCbernehmt-die-kontrolle">Seht, was eure Apps tun, und übernehmt die Kontrolle</h2>
<p>Um die Verwaltung des Datenverkehrs noch unkomplizierter zu machen und euch ein klares Bild davon zu vermitteln, was auf eurem Gerät passiert, haben wir zwei neue Bereiche hinzugefügt: <em>App-Verwaltung</em> und <em>Statistiken</em>.</p>
<h3 id="was-die-app-verwaltung-bietet">Was die App-Verwaltung bietet</h3>
<p>Die App-Verwaltung gibt euch die Kontrolle darüber, wie jede einzelne App auf das Internet zugreift. Standardmäßig filtert AdGuard alles. Sobald eine App online geht, taucht sie in der App-Verwaltung auf, und ihr Datenverkehr wird über AdGuard geleitet. Von dort aus könnt ihr festlegen, wie mit der App verfahren und wie sie gefiltert werden soll:</p>
<ul>
<li>
<p>Festlegen, welche Apps ihren Datenverkehr über AdGuard leiten</p>
</li>
<li>
<p>Werbung und Tracker in bestimmten Apps gezielt blockieren</p>
</li>
<li>
<p>Die HTTPS-Filterung für ausgewählte Apps aktivieren</p>
</li>
</ul>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/release_notes/ad_blocker/windows/v8.0/app_management.png" alt="App-Verwaltung" loading="lazy"></p>
<p>Außerdem haben wir die Funktion <em>Unbekannte Apps filtern</em> eingeführt, eine neue Einstellung für den Umgang mit Apps, die noch nicht in den Kompatibilitäts- oder Ausschlusslisten aufgeführt sind. Diese Funktion ist standardmäßig aktiviert – neue Apps werden regelmäßig gefiltert, während die HTTPS-Überwachung deaktiviert bleibt, um das Verhalten der Apps nicht zu beeinträchtigen. <a /kb/de/adguard-for-windows/app-management/#filter-unknown-apps">Lesen Sie unseren Knowledge-Base-Artikel</a> für weitere Einzelheiten.</p>
<h3 id="das-bieten-die-statistiken">Das bieten die Statistiken</h3>
<p>Die Statistiken zeigen euch detaillierte Netzwerkaktivitäten. Der Bereich Unternehmen bietet eine Übersicht über alle Firmen, an die euer Gerät Anfragen gesendet hat, während ihr unter Apps und Domains die spezifischen Verkehrsdaten für jede über AdGuard geleitete App einsehen könnt.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/release_notes/ad_blocker/windows/v8.0/statistics.png" alt="Statistiken" loading="lazy"></p>
<p>Ihr wollt wissen, welche Unternehmensanfragen am häufigsten blockiert werden? Welche Apps versuchen, eure Daten zu teilen, und mit wem? Ihr könnt alles, was euch verdächtig vorkommt, schnell identifizieren und blockieren.</p>
<h2 id="nicht-nur-innere-werte-ein-komplettes-redesign">Nicht nur innere Werte: Ein komplettes Redesign</h2>
<p>AdGuard für Windows hat seit seinem Debüt im Jahr 2009 einen langen Weg zurückgelegt. In den vergangenen 16 Jahren hat sich die Benutzeroberfläche parallel zum Wandel des Webs weiterentwickelt – über die Versionen 5, 6 und 7. Wer von Anfang an dabei war, erinnert sich vielleicht noch an diese Schritte.</p>
<figure class="kg-card kg-gallery-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><div class="kg-gallery-container"><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/lan3fadguardwindows4.webp" width="668" height="437" loading="lazy" alt=""></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/q2v37adguardwindows5.png" width="486" height="359" loading="lazy" alt=""></div></div><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/946esadguardwindows6.png" width="800" height="600" loading="lazy" alt=""></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/1wkqehadguardwindows7.png" width="1999" height="1599" loading="lazy" alt=""></div></div></div><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">Die Evolution</span></p></figcaption></figure><p>Mit Version 8.0 schlagen wir nun ein völlig neues Kapitel auf. Die App wurde von Grund auf neu gestaltet. Unser Fokus lag dabei auf Klarheit und einfacher Bedienung. Die wichtigsten Werkzeuge stehen jetzt direkt im Mittelpunkt, während erweiterte Einstellungen nach wie vor verfügbar sind – sie wurden lediglich so platziert, dass sie neue Nutzer:innen nicht überfordern.</p>
<p>Fangen wir mit den Grundlagen an und gehen Schritt für Schritt tiefer ins Detail.</p>
<h3 id="die-wichtigsten-einstellungen-direkt-im-blick">Die wichtigsten Einstellungen direkt im Blick</h3>
<p>Die App ist so konzipiert, dass ihr alles Wichtige direkt auf dem ersten Bildschirm aktivieren könnt. Klickt einfach auf die Symbole – sie stehen für das Blockieren von Werbung und Trackern, den Umgang mit Cookie-Hinweisen und ähnlichen Nervensägen sowie für den DNS-Schutz. Alles, was ihr für ein flüssiges und sicheres Surfen braucht.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/release_notes/ad_blocker/windows/v8.0/mainscreen.png" alt="Hauptbildschirm" loading="lazy"></p>
<p><strong>Wenn ihr euren Schutz feintunen möchtet</strong>, wechselt in den Bereich Schutz. Dort sind alle Einstellungen übersichtlich kategorisiert, verständlich erklärt und lassen sich mit einem einzigen Schalter aktivieren.</p>
<figure class="kg-card kg-gallery-card kg-width-wide"><div class="kg-gallery-container"><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/verlmfprotection_screen.png" width="2370" height="1724" loading="lazy" alt=""></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/48akzadblocking.png" width="2370" height="1724" loading="lazy" alt=""></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/c3idstrackingprotection.png" width="2370" height="1724" loading="lazy" alt=""></div></div></div></figure><p><strong>Falls ihr den Schutz noch weiter anpassen möchtet</strong>, könnt ihr die Einstellungen flexibel konfigurieren.</p>
<p>Der Tracking-Schutz ermöglicht es euch, die Schutzstufe selbst zu wählen – von einer unaufgeregten, soliden Grundeinstellung bis hin zu einer erweiterten Variante, die für noch mehr Privatsphäre auch Cookies löscht.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/release_notes/ad_blocker/windows/v8.0/custom_level.png" alt="Benutzerdefiniert" loading="lazy"></p>
<p><strong>Ihr möchtet die Filterung lieber selbst in die Hand nehmen?</strong> Tiefergehende Netzwerk- und Systemeinstellungen findet ihr unter <em>Einstellungen → App-Einstellungen</em>.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/release_notes/ad_blocker/windows/v8.0/app_settings.png" alt="App-Einstellungen" loading="lazy"></p>
<div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">📚</div><div class="kg-callout-text">Weitere Details zu den neuen Funktionen findet ihr in unserer <a /kb/de/adguard-for-windows/" rel="noreferrer"><u>Wissensdatenbank</u></a>. Falls Sie eine ältere Version verwenden, finden Sie <a /kb/de/archive/adguard-for-windows/" rel="noreferrer">einen separaten Abschnitt</a>.</div></div><p>Hinter diesem Release steckt eine enorme Generalüberholung, und wir können es kaum erwarten zu hören, was ihr davon haltet. Teilt eure Gedanken in den sozialen Netzwerken mit uns und sendet uns eure Verbesserungsvorschläge direkt über GitHub. Wir freuen uns auf euer Feedback!</p>
<div class="kg-card kg-button-card kg-align-center"><a href="https://x.com/AdGuardDE" class="kg-btn kg-btn-accent">Auf X folgen</a></div>]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>AdGuard Mail v1.6: Besserer Support und volle Update-Übersicht</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/adguard-mail-v1-6.html</link>
      <pubDate>Thu, 30 Jul 2026 17:10:17 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Alyona Bolshova]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a6b5b4901da9d0001aad7ba</guid>
      <category>AdGuard Mail</category>
      <category>Neue Version</category>
      <category>Release notes</category>
      <description>Dieses Update macht es euch einfacher, uns zu erreichen — und hilft uns, noch besser auf euer Feedback einzugehen.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Euer Feedback macht <a href="https://adguard-mail.com/de/welcome.html?utm_source=blog_v1_6">AdGuard Mail</a> mit jedem Release besser. In Version 1.6 haben wir uns darauf konzentriert, den Kontakt zu uns noch einfacher und direkter zu machen.</p>
<h2 id="alias-probleme-direkt-aus-der-app-melden">Alias-Probleme direkt aus der App melden</h2>
<p>Hat eine Website euren Alias schon einmal abgelehnt? Bisher musstet ihr das Problem aufwendig manuell beschreiben. Ab sofort meldet ihr fehlerhafte Aliases mit wenigen Klicks direkt aus der App heraus:</p>
<ol>
<li>Geht in den Bereich <em>Aliase</em>.</li>
<li>Klickt oben rechts auf das Ausrufezeichen.<br>
<img src="https://cdn.adtidy.org/content/blog/agmail/aliases_de.png" alt="Alias melden" loading="lazy"></li>
<li>Wenn eine Website oder ein Dienst euren Alias nicht akzeptiert, wählt <em>Adresse wird von der Website nicht akzeptiert</em>. Ihr gelangt dann direkt zu unserem Feedback-Formular.<br>
<img src="https://cdn.adtidy.org/content/blog/agmail/report_aliases_de.png" alt="Addresse nicht akzeptiert" loading="lazy"></li>
<li>Für alle anderen Anliegen klickt auf <em>Sonstiges</em> und dann auf <em>Weiter</em>, um das Problem genauer zu beschreiben und an den Support zu senden.</li>
</ol>
<h2 id="alle-%C3%A4nderungen-im-blick-behalten">Alle Änderungen im Blick behalten</h2>
<p>Ihr könnt die vollständige Update-Historie jetzt direkt in AdGuard Mail einsehen. Unter <em>Einstellungen → Über das Programm → Versionsverlauf</em> findet ihr alle Behebungen und Verbesserungen an einem Ort.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/blog/agmail/about_de.png" alt="Versionsverlauf" loading="lazy"></p>
<h2 id="bessere-protokoll-exporte-und-einfacheres-feedback">Bessere Protokoll-Exporte und einfacheres Feedback</h2>
<p>Das Speichern von App-Protokollen auf Mobilgeräten geht jetzt noch schneller. Öffnet <em>Support → Protokolle und Systeminfos exportieren</em> und tippt auf <em>Speichern</em>. Eine Bestätigung zeigt euch sofort, dass das Speichern geklappt hat.</p>
<p>Anschließend könnt ihr die Protokolle per E-Mail oder über einen anderen Weg teilen.<br>
<img src="https://cdn.adtidy.org/content/blog/agmail/logs_de.jpg" alt="Protokolle exportiert *mobile" loading="lazy"></p>
<p>Zudem haben wir das Bewerten in der App überarbeitet. Das Ziel bleibt klar: Kurze Wege, damit wir euer Feedback direkt in kommende Updates einfließen lassen können.</p>
<h2 id="her-mit-eurem-feedback">Her mit eurem Feedback!</h2>
<p>Wenn ihr Vorschläge, Ideen oder Fehlerberichte habt oder einfach eure Erfahrungen teilen möchtet, schickt uns euer Feedback gerne über das<br>
<a href="https://surveys.adguard.com/de/adguard_mail/form.html">Feedback-Formular</a>. Für weitere Informationen zu AdGuard Mail besucht <a href="https://adguard-mail.com/de/welcome.html?utm_source=blog_v1_6">unsere Website</a>.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>AdGuard Mini für Mac v2.3: Schnelle Diagnose und einfache Behebung</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/adguard-mini-for-mac-v2-3.html</link>
      <pubDate>Wed, 29 Jul 2026 12:28:48 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a69c7d001da9d0001aad551</guid>
      <category>AdGuard Mini for Mac</category>
      <category>Neue Version</category>
      <category>Release notes</category>
      <description>Neue Hinweise machen die Fehlersuche überflüssig. Stockt die Filterung, zeigt die App sofort die Ursache und den Lösungsweg.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>AdGuard Mini ist darauf ausgelegt, leise im Hintergrund zu arbeiten. Wenn die Filterung jedoch einmal nicht wie erwartet funktioniert, ist der Grund nicht immer sofort ersichtlich: Es kann eine Berechtigung fehlen oder sich eine Systemeinstellung geändert haben. Ohne einen klaren Hinweis kostet die Ursachenforschung oft unnötig Zeit.</p>
<p>Mit AdGuard Mini für Mac v2.3 führen wir Konfigurationsprüfungen und neue Warnungen ein. Die App erkennt ab sofort häufige Probleme, erklärt, worauf es ankommt, und schlägt euch direkte Schritte zur Lösung vor.</p>
<h2 id="probleme-schneller-finden-und-l%C3%B6sen">Probleme schneller finden und lösen</h2>
<p>Manchmal bricht die Filterung aus nicht direkt ersichtlichen Gründen ab. Nach einem macOS-Update oder einer Systemmigration kann eine erforderliche Berechtigung verloren gehen, eine Safari-Erweiterung deaktiviert sein oder die Aktualisierung der Filterlisten fehlschlagen. Nach außen sieht es dann einfach so aus, als würde AdGuard Mini keine Werbung mehr blockieren.</p>
<p>Jetzt kann die App solche Ursachen selbst erkennen und erklären, worauf ihr achten müsst. Jede Empfehlung beschreibt die Situation und schlägt den nächsten Schritt vor.</p>
<p>Es gibt zwei Arten von Hinweisen:</p>
<ul>
<li><strong>Kritische Hinweise</strong> sind orange hervorgehoben. Sie weisen auf Probleme hin, die den Schutz beeinträchtigen können — zum Beispiel deaktivierte oder fehlerhafte Safari-Erweiterungen, fehlende Hintergrund-Berechtigungen oder das Erreichen des Regel-Limits von Safari.</li>
</ul>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/release_notes/ad_blocker/mini_for_mac/v2.3/extension_de.png" alt="Kritische Hinweise" loading="lazy"></p>
<ul>
<li><strong>Standard-Hinweise</strong> werden grau angezeigt. Sie sind weniger dringend, beeinflussen aber dennoch die Schutzqualität — zum Beispiel veraltete Filterlisten, deaktivierte Werbeblockierung oder deaktivierter Schutz vor Belästigungen.</li>
</ul>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/release_notes/ad_blocker/mini_for_mac/v2.3/blocking_de.png" alt="Standard-Hinweise" loading="lazy"></p>
<p>Das bedeutet, dass ihr nicht mehr in den Einstellungen suchen oder raten müsst, was sich verändert hat. AdGuard Mini zeigt euch direkt, worauf es ankommt, und hilft euch, die Filterung schneller wieder in Ordnung zu bringen.</p>
<h2 id="pr%C3%A4zisere-fehlersuche">Präzisere Fehlersuche</h2>
<p>Nicht jedes Problem liegt an einer einzelnen, offensichtlichen Einstellung. Manchmal bemerkt man eine höhere Prozessor- oder Speicherauslastung. In anderen Fällen verändert sich das Filterverhalten nach dem Umstieg auf einen neuen Mac, der Wiederherstellung aus einem Backup oder nach Anpassungen der App-Konfiguration.</p>
<p>Für genau solche Fälle haben wir die Diagnose erweitert. Wenn ihr Hilfe benötigt, stellt die App unserem Support-Team ab sofort klarere Informationen über die Vorgänge im System bereit. So lassen sich schwer greifbare Probleme wesentlich schneller untersuchen.</p>
<h2 id="teilt-uns-eure-meinung-mit">Teilt uns eure Meinung mit</h2>
<p>Euer Feedback hilft uns, AdGuard Mini für Mac weiter zu verbessern. Wenn ihr Wünsche oder Vorschläge habt, teilt sie uns gerne auf <a href="https://github.com/AdguardTeam/AdGuardForSafari/issues">GitHub</a>, in den <a href="https://x.com/AdGuardDE">sozialen Medien</a> oder direkt über den Bereich <em>Support</em> in der App mit.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Von „Glassholes“ zur „Spanner-Brille“: Warum Metas KI-Brille am Datenschutz scheitern muss</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/smart-meta-glasses-pervert-privacy.html</link>
      <pubDate>Wed, 29 Jul 2026 16:30:54 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a6a008e01da9d0001aad655</guid>
      <category>KI</category>
      <category>Privatsphäre</category>
      <description>Sobald Kameras wie Brillen aussehen, schwindet jede Kontrolle. Metas KI-Brille zeigt, warum heimliche Aufnahmen im Alltag scheitern.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Kaum ein Tech-Produkt der letzten Jahre hat eine solche Welle der Entrüstung beim Datenschutz ausgelöst wie Metas KI-Brille der zweiten Generation. Was Meta als Zukunft der persönlichen Computernutzung anpreist, steht in&nbsp;der Praxis für <strong>heimliche Aufnahmen, ungewollte Öffentlichkeit und den kompletten Kontrollverlust aller Personen vor der Kamera</strong>.</p>
<p>Letzten Juli erklärte Meta-Chef Mark Zuckerberg, dass <a href="https://fortune.com/2025/07/31/mark-zuckerberg-meta-ray-ban-smart-glasses-ai/">Menschen ohne KI-Brille in fünf bis zehn Jahren einen „ziemlich erheblichen kognitiven Nachteil“ gegenüber Brillenträgern haben könnten</a>. Zuckerberg bewarb Smart Glasses zudem als ultimativen Smartphone-Ersatz — Wissen liegt damit nicht mehr nur auf den Fingerspitzen, sondern direkt vor den Augen.</p>
<p>Eine Zeit lang sah es nach einem vollen Erfolg aus. <a href="https://www.cnbc.com/2026/02/11/ray-ban-maker-essilorluxottica-triples-sales-of-meta-ai-glasses.html">Meta und der Fertigungspartner EssilorLuxottica verkauften allein 2025 schätzungsweise 7&nbsp;bis&nbsp;7,5&nbsp;Millionen Brillen</a>, nachdem 2023 und&nbsp;2024 zusammen knapp zwei Millionen Stück über die Ladentische gingen. Auf&nbsp;dem Papier verwandelt Meta das gescheiterte Experiment Smart Glasses endlich in ein Massenprodukt.</p>
<p>Doch der kommerzielle Erfolg bringt massiven Gegenwind beim Datenschutz mit sich. Obwohl Meta das Gadget als unverzichtbares High-Tech-Tool inszeniert, wird die Brille zunehmend zum Risiko. <a href="https://futurism.com/future-society/backlash-meta-pervert-glasses-afraid">Einige Besitzer trauen sich laut Berichten kaum noch, das von Kritikern als „Spanner-Brille“ gebrandmarkte Gerät in der Öffentlichkeit zu tragen</a>.</p>
<p>Was ging schief? Fast alles. Und das meiste davon war absehbar.</p>
<h2 id="die-suche-nach-der-warn-led">Die Suche nach der Warn-LED</h2>
<p>Metas neueste Smart Glasses entstanden in Kooperation mit EssilorLuxottica — dem Brillenkonzern hinter Ray-Ban. Während EssilorLuxottica Expertise bei Fassungen, Gläsern, Passform und Sehstärken beisteuert, liefert Meta Kameras, Mikrofone, Hardware, Software und Meta&nbsp;AI.</p>
<p>Am 23. Juni 2026 stellte die Partnerschaft eine eigene Brillenlinie namens Meta Glasses vor — <a href="https://www.meta.com/ai-glasses/meta-glasses/kylie-jenner/">darunter ein Modell in Kooperation mit Kylie Jenner, dessen integrierter KI-Assistent mit&nbsp;ihrer Stimme spricht</a>. Mit&nbsp;dem Verzicht auf das vertraute Ray-Ban-Logo wollte Meta Eigenständigkeit beweisen und sich als angesehene Brillenmarke etablieren.</p>
<p><strong>Ein schier unmögliches Unterfangen</strong>. Schon vor dem Start der Eigenmarke sorgten die Brillen für heftige Skandale. Auslöser waren <a href="https://www.brusselstimes.com/2166072/women-unknowingly-filmed-in-brussels-with-meta-smart-glasses-raise-concerns">Berichte über Frauen, die bei ganz normalen Gesprächen heimlich gefilmt wurden</a>. Viele erfuhren erst im&nbsp;Nachhinein, dass die <a href="https://edition.cnn.com/2026/02/09/world/manfluencers-smart-glasses-intl">Aufnahmen ohne ihre Zustimmung im Netz landeten</a>. Einige Videos erreichten Millionen Aufrufe und führten dazu, dass Betroffene auf der Straße erkannt wurden — hochgeladen trotz ausdrücklichen Widerspruchs. Die&nbsp;Frauen gaben an, das Aufnahmelicht nicht bemerkt zu haben. Manche Opfer berichteten sogar, dass <a href="https://www.bbc.com/news/articles/cx23ke7rm7go">die Videos ihren Wohnort verrieten und sie sich kaum noch vor die Tür trauen</a>.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/5hd2wrayban.png" alt="Ray Ban Meta smart glasses" loading="lazy"></p>
<p>Verstörend an diesen Fällen ist die Asymmetrie: Nur eine Person weiß von der Aufnahme. Der&nbsp;Träger produziert Content, während sein Gegenüber an ein ganz normales Gespräch glaubt. <strong>Dieses verdeckte Ungleichgewicht nimmt Betroffenen jede Kontrolle darüber, ob Bild, Stimme und private Momente aufgezeichnet und verbreitet werden</strong>.</p>
<p>Bestehende Gesetze geben Trägern von Smart Glasses keineswegs das Recht, andere ungefragt zu filmen. In den USA variieren die Vorschriften je nach Bundesstaat — oft ist das Einverständnis aller Beteiligten erforderlich. Ob eine Aufnahme illegal ist, hängt vom Einzelfall ab, aber rechtliche Grauzonen ersetzen keine Zustimmung.</p>
<blockquote>
<p>In Europa ist die Rechtslage noch eindeutiger: Die DSGVO stuft das ungefragte Filmen im öffentlichen Raum als illegalen Eingriff in die Privatsphäre ein. Sobald Smart Glasses Bild oder Ton von Mitmenschen aufzeichnen, greifen strenge Gesetze zum Recht am eigenen Bild und zum Schutz des gesprochenen Worts. Heimliche Aufnahmen sind hier keine Grauzone, sondern oft eine Straftat.</p>
</blockquote>
<p>Metas Antwort auf dieses Problem ist eine kleine weiße <strong>Aufnahme-LED</strong> an&nbsp;der Vorderseite des Rahmens. Sie blinkt bei Fotos oder Videoaufnahmen und soll Umstehende vor der aktiven Kamera warnen.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/a4sutinfluencer.png" alt="A tweet about being recorded by Meta glasses" loading="lazy"></p>
<p>Doch dieses Signal bietet keinen echten Schutz. Es&nbsp;ist bestenfalls ein Hinweis und wird extrem leicht übersehen. Passanten müssten überhaupt wissen, dass die Brille eine Kamera besitzt, die Position der LED kennen, nah genug stehen und im&nbsp;Moment des Blinkens direkt zum Träger schauen.</p>
<p>Kaum gewannen die Brillen an Popularität, tauchten erwartungsgemäß Wege auf, diese Minimalwarnung zu umgehen. Aufkleber deckten die&nbsp;LED ab, und Umbaudienste boten das dauerhafte Entfernen oder Deaktivieren der LED&nbsp;an.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/8bmacmeta_blocker_kit.png" alt="A screenshot from a video about blocking Meta glasses’ LED" loading="lazy"></p>
<p>Am 7. Juli 2026 veröffentlichte Meta ein verpflichtendes <a href="https://9to5google.com/2026/07/07/meta-ray-ban-smart-glasses-privacy-light-camera-update/">Update, das die Kamera blockiert, sobald die Brille eine Manipulation oder Verdeckung der LED erkennt</a>. Meta stellte klar: „Fotos und Videos bleiben gesperrt, bis die&nbsp;Lichtquelle wieder frei ist.“ Zudem löscht der Konzern Werbung sowie Marketplace-Einträge für Umbaudienste und droht Anbietern mit rechtlichen Schritten.</p>
<p>Das Schließen dieser Lücke ist ein richtiger Schritt. Doch die Existenz des Schlupflochs zeigt deutlich, wie nachlässig das System konstruiert war. <strong>Vor allem löst das Update das Grundproblem nicht: Eine funktionierende LED nützt nichts, wenn Gefilmte sie weder wahrnehmen noch einordnen können</strong>.</p>
<p>Das Risiko für die Privatsphäre endet nicht mit der Aufnahme. Meta nutzte Daten-Annotatoren des Dienstleisters Sama in Nairobi, um Videomaterial zu kennzeichnen und die KI der Brille zu trainieren. Angestellte berichteten schwedischen Medien, dass <a href="https://www.svd.se/a/K8nrV4/metas-ai-smart-glasses-and-data-privacy-concerns-workers-say-we-see-everything">sie Videos von Personen beim Ausziehen, auf der Toilette, beim Sex oder beim Zeigen von Bankdaten prüfen mussten</a>. Die automatische Gesichtsunschärfe versagte dabei regelmäßig. Metas Reaktion: <a href="https://www.theguardian.com/technology/2026/apr/17/kenyan-outsourcing-company-for-meta-sacks-workers">Der Konzern beendete die siebenjährige Zusammenarbeit mit Sama und setzte über 1.100 Mitarbeiter auf die Straße</a> — mit der knappen Begründung, Sama erfülle die Standards nicht.</p>
<p>Die Öffentlichkeit reagiert unterdessen mit eigenen Mitteln: sozialer Ausgrenzung. Eine <a href="https://x.com/RayyvanaTTV/status/2071399676381659343">X-Nutzerin berichtete, dass ihr Freundeskreis einen Träger der Meta-Brille nur noch als „Spanner“ bezeichnete</a> — bis dieser das Gerät schließlich entsorgte.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/diqg4pervert_glasses_x.png" alt="An X post calling Meta glasses wearer ‘a pervert’" loading="lazy"></p>
<p>Der Unmut erreicht auch die Popkultur: Kylie Jenners Werbekampagne löste Kritik aus, und <a href="https://www.yahoo.com/entertainment/celebrity/articles/lorde-says-ai-glasses-not-231002552.html">Popstar Lorde rief ihrem Publikum auf einem Festival direkt zu: „Don’t get the glasses. Not sexy“</a>.</p>
<p>Das lässt sich nicht per Software-Update beheben. Es ist das gesellschaftliche Urteil über ein Produkt, dessen Attraktivität darauf basiert, dass alle Mitmenschen klaglos akzeptieren, von einer scheinbar normalen Brille gefilmt zu werden.</p>
<h2 id="chronik-eines-flops-von-%E2%80%9Eglassholes%E2%80%9C-zu-snap-specs-und-zur%C3%BCck">Chronik eines Flops: Von „Glassholes“ zu Snap&nbsp;Specs und zurück</h2>
<p><a href="https://www.theguardian.com/technology/2013/mar/06/google-glass-threat-to-our-privacy">Wer die Tech-Branche schon länger verfolgt, erinnert sich sicher an das Debakel um Google Glass</a>. Das futuristische Headset erschien 2013 und begeisterte anfangs eine kleine Gruppe von Tech-Enthusiasten — <a href="https://www.vogue.com/article/the-final-frontier-google-glass-and-futuristic-fashion">es schaffte es sogar in die Vogue</a>.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/784ldvogue_glasses.png" alt="Google Glass in Vogue in 2013" loading="lazy"></p>
<p>Der Rest der Welt reagierte mit Ablehnung.</p>
<p>Manche Kritik betraf die Hardware: Google Glass kostete stolze 1.500 US-Dollar, sah merkwürdig aus und hatte eine schwache Akkulaufzeit. Der größte Schwachpunkt war jedoch nicht technischer, sondern gesellschaftlicher Natur: <strong>Niemand konnte sicher sein, ob das Gegenüber gerade eine Aufnahme startete</strong>.</p>
<p>Die Welle der Entrüstung ging so weit, dass <a href="https://www.nbcnews.com/technolog/unbearable-wearable-bar-bans-google-glass-boots-rude-user-2d11660837">Bars, Restaurants, Casinos und Kinos das Tragen der Brille verboten</a>. Nutzer wurden schnell als <a href="https://www.theatlantic.com/technology/2013/04/rise-term-glasshole-explained-linguists/316015/">„Glassholes“</a> abgestempelt. Das Wort landete im März&nbsp;2013 als Wort des Tages im Urban Dictionary und ging fest in den Sprachgebrauch über.</p>
<p>Google Glass scheiterte nicht nur an Datenschutzbedenken. Hoher Preis, gewöhnungsbedürftiges Design und unreife Technik trugen ihren Teil dazu bei. Der&nbsp;Begriff „Glasshole“ brachte das Kernproblem jedoch auf den Punkt: <strong>Die&nbsp;Gesellschaft lehnte nicht nur das Gerät ab, sondern das Verhalten, das es ermöglichte</strong>.</p>
<p>Snap wollte es 2016 mit den ersten Spectacles besser machen. Anstelle eines Sci-Fi-Looks setzte der Konzern auf ein verspieltes Design. Ein auffälliger LED-Ring um die Kamera signalisierte zudem aktiv laufende Aufnahmen.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/g0sjtsnap_specs.png" alt="Snap specs" loading="lazy"></p>
<p>Die Botschaft war eindeutig: Spielzeug statt Überwachungswerkzeug. Jeder sollte sofort erkennen, wann gefilmt wird. Das Konzept ging nicht auf. Das Signal half nur, wenn Passanten die Bedeutung kannten, nah genug standen und hinschauten. <a href="https://yougov.com/en-us/articles/16570-snapchat-spectacles-privacy-problem">Laut einer YouGov-Umfrage von 2016</a> fühlte sich fast die Hälfte der US-Erwachsenen in der Nähe von Spectacles-Trägern unwohl. Bereits ein Jahr nach dem Verkaufsstart galt Snaps Hardware-Debüt als gefloppt.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/jj94esnaps_failure.png" alt="Snap Spectacles failure" loading="lazy"></p>
<p>Meta hat aus beiden Misserfolgen gelernt — allerdings die falschen Schlüsse gezogen. Google Glass sah zu merkwürdig aus, Snap Spectacles zu sehr nach Spielzeug. <strong>Die Ray-Ban Meta lässt sich dagegen kaum von einer normalen Brille unterscheiden</strong>.</p>
<p>Das bescherte Meta Verkaufszahlen, von denen Google und Snap nur träumen konnten. Am eigentlichen Datenschutzproblem ändert das nichts. Es&nbsp;macht die Kamera — und das Risiko, unbemerkt gefilmt zu werden — lediglich unsichtbarer.</p>
<h2 id="verbote-statt-worte-der-widerstand-w%C3%A4chst">Verbote statt Worte: Der Widerstand wächst</h2>
<p>Die Welle neuer KI-Brillen zwingt Behörden zu Bekanntem: Verboten. <a href="https://www.uctoday.com/immersive-workplace-xr-tech/new-york-smart-glasses-court-ban-workplace-policy/">In Gerichtssälen in New York</a> und <a href="https://wislawjournal.com/2026/07/14/wisconsin-courts-restrict-ai-glasses-over-privacy-concerns/">Wisconsin</a> sind Brillen mit Kameras bereits untersagt oder stark eingeschränkt. In&nbsp;Kalifornien <a href="https://www.cbsnews.com/news/meta-trial-mark-zuckerberg-ai-glasses/">forderte ein Richter das Team von Meta-Chef Mark Zuckerberg sogar auf, ihre Smart Glasses vor einer vertraulichen Sitzung komplett zu entfernen</a> — bei Zuwiderhandlung drohte Strafe wegen Missachtung des Gerichts.</p>
<p>Weitere sensible Bereiche dürften bald folgen. Google Glass fiel sofort auf und ließ sich leicht verbieten. Metas Brillen sind schwerer zu kontrollieren, weil sie sich als gewöhnliche Alltagsbrillen tarnen.</p>
<h2 id="das-altbekannte-meta-muster-komfort-ohne-einwilligung">Das altbekannte Meta-Muster: Komfort ohne Einwilligung</h2>
<p>Das Problem reicht weit über ein einzelnes Produkt hinaus. Metas Vorgehen folgt einem altbekannten Muster: Eine komfortable Methode zur Datenerfassung auf den Markt bringen, die Verantwortung auf Nutzer und Passanten abwälzen und Einwilligung im Kleingedruckten oder hinter einer winzigen LED verstecken.</p>
<p>Dasselbe Muster zeigte sich 2025, als <a /en/blog/meta-yandex-abuse-localhost-to-track-users.html">Forscher aufdeckten, dass das Meta Pixel die Localhost-Funktion von Android missbrauchte</a>. So verknüpfte Meta Surfdaten — selbst aus dem privaten Modus — mit Facebook- und Instagram-Konten. Erst nach Veröffentlichung stoppte der Konzern die Praxis. Die Methode war eine andere, das Prinzip blieb gleich: Technische Spielräume radikal ausnutzen und erst bei Protesten zurückrudern.</p>
<p>Auch eine weitere Masche wiederholt sich. Vom Metaverse bis hin zu KI-Brillen <a href="https://adguardervpn.world/en/blog/metaverse-zuckerberg-failure-madness.html">stellt Meta seine Vision als alternativlos dar und setzt darauf, dass die Akzeptanz schon folgen wird</a>. Zuckerbergs Warnung vor „kognitiven Nachteilen“ treibt dies auf die Spitze: Bedenken gelten nicht als berechtigte Kritik an einem Konzern mit zweifelhaftem Datenschutz-Sündenregister, sondern als Verweigerung von Fortschritt.</p>
<p>Vertrauen lässt sich weder durch Promi-Kampagnen noch durch Software-Updates erzwingen. Es entsteht durch echte Kontrolle — auch für Menschen, die das Produkt nie gekauft haben, aber davor stehen. Das Fehlen einer echten Einwilligung ist kein kleiner Makel, den eine hellere LED behebt. Es&nbsp;ist das fundamentale Datenschutzproblem des Produkts.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Ein Startup bezahlt Entwickler für Werbung beim Coden. Wo ist der Haken?</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/ai-coding-ads-kickbacks-vscode.html</link>
      <pubDate>Tue, 28 Jul 2026 09:24:48 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a684b3001da9d0001aad390</guid>
      <category>Branchennews</category>
      <category>KI</category>
      <description>Kickbacks.ai bietet Geld für Werbung im Code-Editor. Wir zeigen, welche Gefahren für Privatsphäre, Accounts und Arbeitsplatz im Kleingedruckten stecken.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>“Processing.” “Thinking.” “This might take a minute.” Wer KI-Programmierassistenten oder KI im Allgemeinen nutzt, kennt diese Meldungen nur zu gut. Manchmal dauert das Warten nur ein paar Sekunden, manchmal Minuten. Wer an besonders komplexen Aufgaben arbeitet, muss gelegentlich sogar 15 bis 20 Minuten oder fast eine Stunde warten.</p>
<p>In dieser Zeit sitzt ihr vielleicht einfach da und beobachtet das Aktivitätsprotokoll, während der Agent Dateien liest, Befehle ausführt und versucht, die Aufgabe zu erledigen. Oder ihr geht kurz weg und schaut später nach, ob alles geklappt hat. So oder so seht ihr immer wieder diese kleine Statusmeldung, während der KI-Assistent arbeitet. <strong>Diese kleine Zeile bekommt überraschend viel eurer Aufmerksamkeit</strong>. Ein Startup hat deshalb beschlossen, genau diese Zeit zu monetarisieren.</p>
<p><a href="https://kickbacks.ai">Kickbacks.ai ersetzt oder ergänzt diese kleine „thinking“-Zeile durch Werbung</a>. Werbekunden zahlen für die Anzeigen, Kickbacks nimmt sich seinen Teil und wer die Werbung auf dem eigenen Bildschirm sieht, bekommt den Rest. Auf den ersten Blick klingt das nach einer fairesen Variante der gewohnten Datenökonomie: <em>Statt still und heimlich mit euren Daten Geld zu verdienen, nennt das Unternehmen einen Preis und beteiligt euch am Gewinn</em>.</p>
<p><a /en/blog/personal-data-cost-money.html">Ganz neu ist diese Idee nicht</a>. Evidation bietet <a href="https://evidation.com/">Punkte für Gesundheits- und Aktivitätsdaten an, die ab 10.000 Punkten gegen 10 US-Dollar ausgezahlt werden können</a>. Nielsen bezahlt dafür, eine Überwachungssoftware zu installieren, die demografische Daten, Verhalten und Vorlieben erfasst. <a href="https://www.honeygain.com/">Honeygain bezahlt für das Teilen von Internet-Traffic</a>, während <a href="https://www.zdnet.com/article/facebook-sues-two-chrome-extension-makers-for-scraping-user-data/">UpVoice Belohnungen dafür verteilte, dass eine Erweiterung die angezeigte Werbung auf großen Plattformen beobachtet</a>. Kickbacks gehört zur selben Kategorie, doch die Gefahren bei der Installation wiegen hier deutlich schwerer.</p>
<p>Sobald ihr den Blick vom Versprechen einer 50/50-Aufteilung wendet und das Kleingedruckte lest, sieht das Ganze viel weniger nach einer fairen Entschädigung aus. Es wirkt eher wie eine winzige Bezahlung für ein extrem hohes Risiko.</p>
<h2 id="kickbacksai-was-dahintersteckt-und-wie-es-funktioniert">Kickbacks.ai: Was dahintersteckt und wie es funktioniert</h2>
<p>Kickbacks erschien im Juni 2026 als Projekt von Andrew McCalip. Der Slogan lautet „Get paid for waiting“. Wenn Claude Code oder Codex eine Anfrage verarbeitet, ersetzt oder ergänzt die Erweiterung die gewohnte Spinner-Meldung durch eine gesponserte Zeile.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/lketnkickbacks_homepage.png" alt="Kickbacks-Startseite" loading="lazy"></p>
<p>Das Produkt richtet sich gezielt an alle, die Code schreiben. Es läuft in VS Code, einer beliebten Entwicklungsumgebung, und lässt sich auch in Editoren auf VS-Code-Basis wie Cursor und VSCodium installieren. <a href="https://marketplace.visualstudio.com/vscode">VS Code bietet ein eigenes Erweiterungssystem</a>, ähnlich wie Browser-Add-ons, nur dass die Erweiterungen direkt im Code-Editor laufen. Kickbacks unterstützt auch Terminal-Versionen von Claude Code und OpenAI Codex, allerdings mit einem Haken: Werbung im Terminal bringt für sich genommen kein Geld. Die VS-Code-Erweiterung muss trotzdem installiert sein, da nur sie die gültigen Aufrufe meldet.</p>
<p><strong>Kurz gesagt: Wenn ihr einfach nur ChatGPT oder Gemini nutzt, könnt ihr damit nichts verdienen. Ihr braucht eine vollwertige Entwicklungsumgebung, damit die Erweiterung überhaupt funktioniert</strong>.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/ljyylwhere_ads_are.png" alt="Where Kickbacks ads show up" loading="lazy"><br>
<em><a href="https://github.com/andrewmccalip/kickbacks.ai">Quelle</a></em></p>
<p>Um Geld zu erhalten, müsst ihr angemeldet sein und die Kickbacks-Erweiterung muss laufen. <strong>Zusätzlich muss die Werbezeile während einer echten Programmieranfrage mindestens fünf Sekunden lang zu sehen sein</strong>. Der Editor darf dabei nicht minimiert sein. Kickbacks prüft außerdem, ob ihr in den letzten Minuten aktiv wart. Automatische Prompts, künstliche Wiederholungen zum Generieren von Werbung oder vom Betrugsschutz abgelehnte Aktionen bringen kein Geld.</p>
<p>Es gibt zwei Werbemodi. Der <em>Private Mode</em> schaltet sich automatisch ein, sobald ihr euch anmeldet. Der <em>Boosted Mode</em> erfordert eine separate Zustimmung und nutzt Informationen aus euren Unterhaltungen, um Werbung noch gezielter auszuspielen.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/4u91xtwo_modes.png" alt="Zwei Werbemodi" loading="lazy"></p>
<p>Der Unterschied ist erheblich. Doch selbst der Private Mode ist nicht das, was die meisten unter einer echten Privatsphäre verstehen würden, sofern echte Privatsphäre in einem System zur Werbeverfolgung überhaupt möglich ist.</p>
<h2 id="wie-privat-ist-der-%E2%80%9Eprivate-mode%E2%80%9C-wirklich">Wie privat ist der „Private Mode“ wirklich?</h2>
<p>Der Private Mode ist etwa so privat wie eine Datenbank, in der euer Name durch eine Kundennummer ersetzt wird: Es ist zwar besser als Klartext, macht euch aber keineswegs unsichtbar.</p>
<p>Laut Kickbacks werden im Private Mode keine Prompts, KI-Antworten, Quellcodes, Dateiinhalte, Dateinamen, Pfade oder Repository-Daten an Werbepartner übertragen. Das schützt zwar die sensibelsten Teile eurer Arbeit, liegt aber immer noch weit hinter dem zurück, was man gewöhnlich unter <em>privat</em> versteht.</p>
<p>Um im Private Mode eine Werbung auszuliefern, teilt Kickbacks nach eigenen Angaben folgende Daten mit den Werbepartnern:</p>
<ul>
<li>
<p>eine pseudonyme Konto- oder Sitzungs-ID</p>
</li>
<li>
<p>eine gekürzte oder veränderte IP-Adresse</p>
</li>
<li>
<p>das Betriebssystem</p>
</li>
<li>
<p>die Version des Editors oder User-Agents</p>
</li>
<li>
<p>einen ungefähren Standort auf Stadt- oder Regionalebene</p>
</li>
<li>
<p>Bestätigungen über Aufrufe und Klicks</p>
</li>
</ul>
<p>Kickbacks erfasst sogar noch mehr. Die Telemetrie zeichnet auf, welche Werbung zu welcher Kampagne gehörte und wo sie auf dem Bildschirm erschien. Erfasst werden auch Sichtbarkeit, Dauer, Zeitstempel, Versionen der Erweiterung und Account-IDs. Dazu kommen Klicks, die Häufigkeit von Anfragen, Kontoverknüpfungen und Muster zur Betrugserkennung.</p>
<p><strong>Einzeln betrachtet wirken die meisten dieser Punkte harmlos. Über längere Zeit entsteht daraus jedoch ein genaues Verhaltensprofil eurer Arbeit mit dem KI-Assistenten</strong>. Es verrät, wann ihr arbeitet, wie oft ihr Anfragen stellt und wie lange eure Sitzungen dauern. Dazu kommen Informationen zu eurem Editor, Betriebssystem, ungefähren Standort und welcher Werbung ihr Aufmerksamkeit schenkt.</p>
<p>Auch diese „pseudonyme Kennung“ verdient genaue Betrachtung. Sie enthält zwar nicht euren Namen, verleiht eurem Gerät oder Konto aber eine feste Kennzeichnung. Unternehmen können so erkennen, dass dieselbe Person zurückkehrt, Aktivitäten über mehrere Sitzungen hinweg verknüpfen und das Profil laufend erweitern.</p>
<p><a href="https://nvlpubs.nist.gov/nistpubs/ir/2015/nist.ir.8053.pdf">Das US-amerikanische Standardisierungsinstitut NIST warnt, dass pseudonyme Kennungen keineswegs anonym sind</a>. Je mehr Informationen sich um eine solche ID ansammeln, etwa Standort, Gerätedetails, Zeitstempel, Gewohnheiten und Verhaltensmuster, desto leichter lässt sich das Profil mit anderen Daten verknüpfen, um die Identität dahinter aufzudecken. Mit anderen Worten: „Pseudonym“ bedeutet nur, dass euer Name nicht direkt obendrauf steht. „Es bedeutet nicht, dass niemand herausfinden kann, wer ihr seid“.</p>
<p>Kickbacks räumt die Weitergabe der Daten nicht nur ein. <a href="https://kickbacks.ai/privacy">In der Datenschutzrichtlinie heißt es explizit, dass das Programm nach kalifornischem Recht als Verkauf oder Weitergabe personenbezogener Daten gilt</a>. Auch wenn diese Formulierung rechtliche Gründe hat, sollte man sie beim Wort nehmen: Eure Daten sind Teil des verkauften Produkts.</p>
<p>Ungewöhnlicherweise nennt Kickbacks sogar einen konkreten Wert. Das Unternehmen schätzt, dass die Daten einer teilnehmenden Person nach Abzug der Betriebskosten rund 75 US-Dollar pro Jahr wert sind.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/2ip9tfuser_revenue_estimate.png" alt="Kickbacks’ own estimate of yearly revenue per user" loading="lazy"></p>
<h2 id="boosted-mode-das-upgrade-zum-datenschutz-desaster">Boosted Mode: Das Upgrade zum Datenschutz-Desaster</h2>
<p>Schon der Private Mode lässt sich schwer verteidigen, doch beim Boosted Mode steht der Ertrag in keinem Verhältnis mehr zum Risiko.</p>
<p>Wenn er aktiviert ist, verarbeitet Kickbacks einen Teil eurer letzten Unterhaltungen mit dem KI-Assistenten auf den eigenen Servern. Laut Datenschutzrichtlinie betrifft das die letzten Prompts und KI-Antworten, Dateiendungen geöffneter Dateien und Hinweise auf den Repository-Namen. Das System versucht anschließend, Anmeldedaten und persönliche Infos zu entfernen. Der Rest wird in ein Werbeprofil umgewandelt, das Programmiersprachen, Technologien, berufliche Themen, Problemfelder, Region, Rolle oder Branche umfasst.</p>
<p>In der Richtlinie steht zwar, dass Quelldateien und deren Inhalte nicht direkt erfasst werden. Doch Code, Protokolle, Kundendaten, interne Architekturen, Zugangsdaten, Finanzdetails oder vertrauliche Materialien befinden sich oft direkt in den Prompts oder den Antworten des Modells. Genau solche Informationen kopiert man schließlich regelmäßig in KI-Assistenten, damit diese genügend Kontext haben, um ein Problem zu lösen.</p>
<p>Kickbacks gibt an, dass sensibler Inhalt wie Schlüssel und Zugangs-Tokens noch auf eurem Gerät entfernt wird, bevor die Daten verschickt werden. Auf den Servern kommen weitere automatische Filter zum Einsatz. Sollte die Bereinigung fehlschlagen oder unsicher sein, werden die Daten laut Unternehmen verworfen. Allerdings betont Kickbacks immer wieder, dass <strong>dieser Prozess ohne Gewähr erfolgt</strong>.</p>
<p>Diese Warnung kommt euch sicherlich bekannt vor. <a href="https://help.openai.com/en/articles/7039943-data-usage-for-consumer-services-faq">OpenAI rät davon ab, vertrauliche Informationen einzugeben</a>, die nicht überprüft oder genutzt werden sollen. Auch <a href="https://support.google.com/gemini/answer/13594961?hl=de">Google warnt davor, vertrauliche Daten in Gemini einzugeben</a>, die nicht von Prüfern eingesehen oder zur Produktverbesserung verwendet werden dürfen.</p>
<p>Kickbacks beteuert, dass Werbepartner nur das bereinigte Profil und keine rohen Prompts oder Antworten erhalten. Doch sensible Inhalte, die die Filter passieren, können dennoch von Kickbacks verarbeitet werden und das Profil beeinflussen, bevor jemand etwas merkt. In den Bedingungen steht ausdrücklich, dass das Unternehmen nicht garantiert, unentdecktes Material nachträglich zu finden oder zu löschen.</p>
<p>Kickbacks kann das Profil zudem mit Daten von Datenhändlern anreichern, etwa mit Vermutungen zu eurer Position oder Branche. Eine Werbung wird also nicht einfach nur auf ein Wort wie „Python“ abgestimmt. Sie kann sich auf ein viel umfassenderes Bild eurer Arbeit stützen, einschließlich genutzter Technologien, gelöster Probleme, Standort, Gerät und extern gekaufter Daten.</p>
<p>Die empfangenden Werbepartner gelten dabei als eigenständige Datenverantwortliche und nicht als reine Dienstleister, die den Anweisungen von Kickbacks folgen. Bei Kickbacks könnt ihr zumindest die Datenschutzrichtlinie lesen. Sobald die Daten jedoch weitergegeben wurden, erfahrt ihr unter Umständen nicht einmal, welche Unternehmen sie erhalten haben, geschweige denn, was diese damit tun.</p>
<p>Das Risiko endet auch nicht, wenn ihr eure Meinung ändert. Der Wechsel vom Boosted Mode zurück in den Private Mode stoppt zwar die Weitergabe neuer Profildaten, löscht aber nicht automatisch, was Werbepartner bereits erhalten haben. Ein wirklicher Rückgängig-Button sieht anders aus.</p>
<h2 id="wirklich-eine-5050-aufteilung">Wirklich eine 50/50-Aufteilung?</h2>
<p>Die Startseite von Kickbacks zeichnet ein verlockend einfaches Bild: Der Werbekunde zahlt einen Dollar, Kickbacks bekommt 50 Cent und ihr erhaltet 50 Cent. Es wird sogar als „real 50/50 split“ bezeichnet, ausdrücklich ohne verfälschende Mathematik oder Formulierungen wie „up to“.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/w1zifair_split.png" alt="Developer’s promise of a 50/50 split" loading="lazy"></p>
<p><a href="https://github.com/andrewmccalip/kickbacks.ai">Auf Kickbacks’ eigener GitHub-Seite klingt das Angebot jedoch anders</a>: Dort heißt es, man erhalte <strong>„up to 50% of ad revenue“</strong>. Dieses kleine „up to“ steht im direkten Widerspruch zum Versprechen auf der Startseite.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/78c02github_description.png" alt="Kickbacks GitHub-Seite" loading="lazy"></p>
<p>Und die Nutzungsbedingungen bringen noch mehr Unklarheiten mit sich.</p>
<p>Vertraglich wird euch keineswegs die Hälfte jedes Dollars garantiert, den ein Werbekunde zahlt. Die Bedingungen sprechen von einer <strong>geschätzten Aufteilung von 50 % der Netto-Werbeeinnahmen nach Abzug der Betriebskosten</strong>. „Nettoeinnahmen“ bedeutet, dass Kickbacks erst die laufenden Kosten abzieht, bevor das Geld geteilt wird, ohne genau zu erklären, was diese Kosten beinhalten. Zudem erhaltet ihr nicht die Hälfte des gesamten Betrags: Jede Person bekommt nur den Anteil, den Kickbacks den qualifizierten Anzeigen auf dem eigenen Gerät zuschreibt.</p>
<p>Es handelt sich also keineswegs um einen sauber halbierten Dollar. Es ist ein geschätzter Anteil am Nettoerlös, den Kickbacks nach Abzug der Betriebskosten, vorbehaltlich Betrugsprüfungen, Teilnahmebedingungen und Nutzungslimits den Anzeigen auf eurem Gerät anrechnet.</p>
<p>Diese Limits können täglich, monatlich, nach Region, Konto oder Person gelten, und Kickbacks kann sie jederzeit ohne Vorankündigung ändern. Das Unternehmen kann auch die Einnahmenverteilung, die Tarife und den Auszahlungsplan mit einer einfachen Mitteilung auf der Website oder in der App anpassen.</p>
<p>Dann folgt die Auszahlung. Geld kann erst ab einem Schwellenwert von derzeit 10 US-Dollar ausgezahlt werden, der sich ebenfalls ändern kann. Einziger Auszahlungsweg ist Stripe Connect Express. Am auffälligsten ist jedoch folgende Klausel: Laut den Bedingungen habt ihr keinerlei Eigentumsanspruch auf ausstehende oder aufgelaufene Einnahmen, bis diese tatsächlich ausgezahlt wurden. Das Geld in eurem Konto sieht zwar aus wie euer Geld, gehört euch rechtlich gesehen aber noch gar nicht.</p>
<h2 id="minimaler-gewinn-maximales-risiko">Minimaler Gewinn, maximales Risiko</h2>
<p>Der gefährlichste Ort für die Nutzung von Kickbacks ist gleichzeitig der, an dem der Einsatz am wahrscheinlichsten ist: am Arbeitsplatz.</p>
<p>Die Erweiterung richtet sich an alle, die mit KI-Tools an echten Softwareprojekten arbeiten. Solche Projekte enthalten oft unveröffentlichte Produkte, Kundendaten, interne Dienste, vertrauliche Repositories, Sicherheitslücken, Finanzsysteme oder vertraglich geschützte Daten. Die Antwort von Kickbacks darauf lautet im Wesentlichen: Sorgt selbst dafür, dass ihr die Erlaubnis habt.</p>
<p>Das Unternehmen stellt zudem klar, dass keine Verbindung zu Microsoft, OpenAI, Anthropic oder GitHub besteht. Die Software funktioniert, indem sie Elemente von Programmier-Tools Dritter verändert oder abfängt. Kickbacks garantiert nicht, dass dies nach den Nutzungsbedingungen dieser Plattformen zulässig ist. Es wird sogar davor gewarnt, dass Anbieter die Erweiterung blockieren, durch Updates unbrauchbar machen oder Maßnahmen gegen euer Konto ergreifen können, bis hin zur Sperrung oder Löschung.</p>
<p>Angenommen, die Filterung schlägt fehl und ein interner Kundenname, ein Zugangs-Token oder vertraulicher Code landet auf den Servern von Kickbacks. Oder der KI-Anbieter entscheidet, dass das Anpassen der Schnittstelle gegen seine Regeln verstößt, und sperrt euer Konto. Laut den Nutzungsbedingungen ist Kickbacks für nichts davon verantwortlich. Die eigene Haftung von Kickbacks ist auf maximal 100 US-Dollar oder den Betrag begrenzt, den ihr in den letzten 12 Monaten an Kickbacks gezahlt habt. Da man als verdienende Person normalerweise nichts an Kickbacks zahlt, liegt die tatsächliche Haftungsgrenze bei genau 100 US-Dollar.</p>
<p>Auf der einen Waagschale liegen also euer Job, eure Kundenbeziehungen, euer beruflicher Ruf, euer KI-Konto und vertrauliche Informationen. Auf der anderen Seite steht ein geschätzter Anteil an Netto-Werbeeinnahmen, abzüglich Kosten, mit unklaren Obergrenzen, Betrugsprüfungen, schwankenden Auszahlungsschwellen und Verfallsklauseln. Und vielleicht 100 US-Dollar, falls etwas so schiefgeht, dass Kickbacks rechtlich haftbar gemacht werden kann.</p>
<hr>
<p>Hinter Kickbacks steckt eine verlockende Idee: Wenn Unternehmen ohnehin mit unserer Aufmerksamkeit und unseren Daten Geld verdienen, warum sollten wir nicht etwas abbekommen? Ein fairer Deal setzt jedoch voraus, dass beide Seiten genau wissen, worauf sie sich einlassen, und die Kontrolle behalten. Kickbacks bietet weder eine unkomplizierte Hälfte der Werbeeinnahmen noch eine wirklich private Nutzung.</p>
<p>Kickbacks bestimmt die Berechnungen, die Obergrenzen, die Bedingungen und den Auszahlungsplan. Werbepartner können bereits erhaltene Daten behalten. KI- und Editor-Anbieter können die Erweiterung jederzeit aussperren. Und das Guthaben gehört euch rechtlich erst, wenn es auf eurem Konto eingeht.</p>
<p>Wer KI-Programmierassistenten rein für private Experimente nutzt, keine vertraulichen Projekte bearbeitet, keine Vorgaben vom Arbeitgeber hat und sich nicht an Verhaltensprofilen stört, für den mag Kickbacks ein amüsanter Weg sein, Ladezeiten in Taschengeld zu verwandeln.</p>
<p>Wer jedoch beruflich programmiert und auf den Zugang zu den eigenen Tools, das Vertrauen von Kundschaft und Arbeitgeber sowie die Vertraulichkeit der eigenen Arbeit angewiesen ist, für den sieht die Rechnung völlig anders aus.</p>
<p>Eure Daten, euer Konto, euren Ruf und womöglich euren Job zu riskieren, während das Unternehmen seine Haftung auf rund 100 US-Dollar beschränkt, ist kein fairer Deal. Das ist kein Robin Hood, sondern ein winziges Trinkgeld für ein riesiges Risiko.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>AdGuard für Android v4.13: Schnellere Filter-Updates und sicheres Surfen</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/adguard-for-android-v4-13.html</link>
      <pubDate>Tue, 28 Jul 2026 08:21:31 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a683c5b01da9d0001aad35a</guid>
      <category>AdGuard for Android</category>
      <category>Neue Version</category>
      <category>Release notes</category>
      <description>Mit dieser Version bringen wir differenzielle Filter-Updates, CRLite-Unterstützung und eine sicherere Integration mit AdGuard VPN.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Für dieses Release haben wir uns ehrgeizige Ziele gesteckt und unser Bestes getan, um sie zu erreichen.</p>
<p>AdGuard für Android v4.13 führt differenzielle Filter-Updates ein und bringt bedeutende Verbesserungen mit sich — darunter eine sicherere Integration mit AdGuard VPN sowie Unterstützung für CRLite und Post-Quanten-Kryptographie. Zudem wurde die Liste der In-App-Anleitungen zur Installation von HTTPS-Zertifikaten erweitert. Alle Details dazu erfahrt ihr weiter unten.</p>
<h2 id="differenzielle-filter-updates">Differenzielle Filter-Updates</h2>
<p>Bisher konnte es recht lange dauern, bis Filter-Updates in der App ankamen. Das führte zu zwei Problemen: Ihr musstet zu lange auf Änderungen warten und das Herunterladen vollständiger Filter hat viel mobiles Datenvolumen verbraucht.</p>
<p>Das haben wir gelöst, indem wir den FilterListManager in AdGuard für Android integriert haben. Anstatt jedes Mal den kompletten Filter herunterzuladen, ruft die App ab sofort nur noch die Änderungen ab. Das macht Updates deutlich schneller und schont euer Datenvolumen erheblich.</p>
<p>Damit ändert sich auch die Produktlogik bei den Update-Intervallen. Der Ansatz „Filter alle X Stunden aktualisieren“ verliert an Bedeutung, da sich die Filter nun automatisch so schnell wie möglich aktualisieren.</p>
<h2 id="crlite-mehr-tempo-und-sicherheit-beim-surfen">CRLite: Mehr Tempo und Sicherheit beim Surfen</h2>
<p>Wir haben die CRLite-Technologie von Mozilla in unserer Filter-Engine CoreLibs implementiert. Sie dient dazu, widerrufene Sicherheitszertifikate von Websites zu überprüfen. Im Vergleich zum veralteten Online Certificate Status Protocol (OCSP) oder dem Abgleich jedes einzelnen Zertifikats mit der CRL (Certificate Revocation List) beschleunigt CRLite nicht nur das Laden von Websites, sondern erhöht auch eure Privatsphäre und Sicherheit beim Surfen.</p>
<p>Anstatt eine Verbindung zu einem externen Server aufzubauen, um das Zertifikat einer Website anhand einer riesigen und datenintensiven Liste zu prüfen, ermöglicht dieser neuere Ansatz der App, die Sicherheitsprüfungen lokal auf eurem Gerät durchzuführen. Das macht den Prozess schneller und schützt eure Privatsphäre vollkommen.</p>
<h2 id="eine-sichere-integration-mit-adguard-vpn">Eine sichere Integration mit AdGuard VPN</h2>
<p>Um die Sicherheit im Integrationsmodus mit AdGuard VPN zu verbessern, haben wir das Verbindungsprotokoll geändert und eine Authentifizierung über Zugangsdaten eingeführt. Ab der Version v4.13 arbeiten unser Werbeblocker und das VPN nahtlos und sicher zusammen, ohne dass für die Synchronisierung eurerseits zusätzliche Schritte erforderlich sind. Als Bonus wird Apps von Drittanbietern so die Möglichkeit genommen, eure Aktivitäten auszuspionieren.</p>
<h2 id="mehr-anleitungen-f%C3%BCr-https-zertifikate">Mehr Anleitungen für HTTPS-Zertifikate</h2>
<p>In früheren Versionen von AdGuard für Android haben wir In-App-Anleitungen für die Installation von HTTPS-Zertifikaten hinzugefügt, da sich dieser Prozess je nach Marke und Modell eures Geräts unterscheiden kann. Wir arbeiten ständig daran, immer mehr Geräte abzudecken: Mit diesem Release kommen Anleitungen für ColorOS hinzu, dem Android-Betriebssystem von Oppo.</p>
<h3 id="zu-guter-letzt">Zu guter Letzt</h3>
<p>Zudem haben wir unsere DNS-Filter-Engine DnsLibs um Unterstützung für Post-Quanten-Kryptographie erweitert. Genau wie unsere anderen vollwertigen Werbeblocker-Produkte schützt AdGuard für Android eure DNS-Anfragen damit zuverlässig vor zukünftigen Bedrohungen.</p>
<p>Natürlich enthält das Release auch die übliche Runde an Fehlerbehebungen und internen Verbesserungen. Diese Änderungen fallen vielleicht nicht direkt auf, sorgen aber insgesamt für eine stabile und zuverlässige Filterung.</p>
<hr>
<p>Wir sind gespannt auf eure Meinung zu diesem neuen Release. Ihr könnt eure Gedanken gerne in den <a href="https://x.com/AdGuardDE">sozialen Medien</a> teilen oder eure Ideen über <a href="https://github.com/AdguardTeam/AdguardForAndroid/issues">GitHub</a> einsenden.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Die teuerste Trinkpause der Welt: Was kostet ein Schluck Wasser bei der WM?</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/world-cup-football-hydration-break-ads.html</link>
      <pubDate>Thu, 09 Jul 2026 14:26:05 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a4f854d1beaf40001a3adf2</guid>
      <category>Branchennews</category>
      <description>Bei der WM 2026 sind Trinkpausen jetzt für jedes Spiel Pflicht. Das freut vor allem die TV-Sender, die die Zwangspausen für extrem teure Spots nutzen.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Egal, ob ihr glühende Fans seid, nur gelegentlich einschaltet oder euch überhaupt nicht für Fußball interessiert — an der Berichterstattung über die Weltmeisterschaft&nbsp;2026 kommt ihr dieses Jahr kaum vorbei. Fußball gilt völlig zurecht als der Weltsport Nummer eins und fesselt schätzungsweise 5&nbsp;Milliarden Fans weltweit. Es überrascht also nicht, dass das größte Turnier der Welt die ungeteilte Aufmerksamkeit von Medien und Werbeindustrie auf sich zieht.</p>
<p>Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten bot der Fußball traditionell kaum Gelegenheiten für klassische Werbeblöcke. Jahrzehntelang gab es eigentlich nur ein einziges Zeitfenster: die&nbsp;15-minütige Halbzeitpause. Doch diese WM bricht mit der Tradition. Durch die Einführung verpflichtender Trinkpausen („Hydration Breaks“) wird jede Halbzeit effektiv in&nbsp;zwei Hälften unterteilt — getrennt durch eine dreiminütige Unterbrechung.</p>
<p>Die FIFA, die die Übertragungsrechte für das Turnier verkauft, überließ es den Sendern, ob sie diese Pausen kommerziell nutzen wollen. Und etliche große TV-Anstalten — darunter Fox in den&nbsp;USA sowie Sender in Mexiko, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, China, Japan, Indien, Australien und der Türkei — nutzten diese Steilvorlage dankend aus.</p>
<h2 id="warum-verpflichtende-trinkpausen-so-heftig-in-der-kritik-stehen">Warum verpflichtende Trinkpausen so heftig in&nbsp;der Kritik stehen</h2>
<p>Trinkpausen an sich sind im Fußball kein neues Phänomen. Sie wurden vor über einem Jahrzehnt bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ins Leben gerufen, als extreme Hitze und erdrückende Luftfeuchtigkeit die Bedingungen auf dem Rasen für die Profis gefährlich machten. Eine&nbsp;<a href="https://abcnews.com/Sports/2014-fifa-world-cup-manaus-world-cup-match/story?id=24255761">Partie zwischen den USA und Portugal im&nbsp;brasilianischen Manaus war damals das allererste WM-Spiel mit einer solchen Unterbrechung</a>. Seinerzeit wurde die Neuerung von Kommentatoren noch als absolut <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0fY97sEoL18">vernünftige Entscheidung</a> auf breiter Front gelobt.</p>
<p>Der entscheidende Unterschied zu heute: Damals wurden die Pausen nur dann ausgerufen, wenn das Thermometer die 32-Grad-Marke erreichte. Die Logik war simpel: Die&nbsp;Gesundheit der Teams bei Extremwetter schützen, aber das Spiel nicht künstlich aus dem Rhythmus bringen, wenn es nicht nötig ist. Im&nbsp;Jahr 2026 hat die FIFA diese nachvollziehbare Regelung jedoch über Bord geworfen und eine komplette Kehrtwende vollzogen.</p>
<p>Statt die Pausen vom Wetter abhängig zu machen, beschloss der Verband im Dezember&nbsp;2025, dass die Trinkpausen bei jedem einzelnen Spiel Pflicht sind. <a href="https://inside.fifa.com/organisation/news/hydration-breaks-world-cup-2026-player-welfare">Die&nbsp;FIFA rechtfertigte diesen pauschalen Ansatz damit, dass man „gleiche Bedingungen für alle Teams“ schaffen wolle</a> — völlig unabhängig von Stadion, Klima oder Infrastruktur und selbst in Arenen mit schließbarem Dach oder hochmodernen Klimaanlagen.</p>
<p>Mit anderen Worten: Die FIFA hat das Spiel mal eben in vier Viertel zerlegt und die Ausnahme zur festen Regel gemacht.</p>
<p>Bei denjenigen, um deren Wohl es angeblich geht, stieß dieser Vorstoß auf wenig Gegenliebe. Virgil van Dijk, Kapitän der niederländischen Nationalmannschaft und des FC Liverpool, fand deutliche Worte und kritisierte die Pausen als oft völlig unnötige Unterbrechungen, die den Spielfluss sowohl für die Teams auf dem Platz als auch für die Fans auf den Rängen zerstören:</p>
<blockquote>
<p>„Wenn es wirklich heiß ist, ist es natürlich gut, sie einzulegen. Aber ich denke, man sollte das von Spiel zu Spiel individuell entscheiden.“</p>
</blockquote>
<p>Auch auf den Rängen regiert der Frust: <a href="https://www.youtube.com/shorts/EqE4dReBbM8">Im&nbsp;Netz kursieren etliche Videos von gellenden Buhrufen aus den Fankurven</a>, sobald der Schiedsrichter zur Trinkpause pfeift. Nur eine Interessengruppe verhält sich auffallend still: Sendeanstalten und Werbetreibende, die sich als die großen Gewinner dieser neuen Regelung entpuppen.</p>
<h2 id="die-%C3%B6konomie-der-trinkpause-wie-viel-kostet-ein-schluck-von-messi">Die Ökonomie der Trinkpause: Wie&nbsp;viel kostet ein Schluck von Messi?</h2>
<p>Aber wie viel Geld lässt sich mit ein paar zusätzlichen Minuten pro Spiel wirklich scheffeln? Sechs Extra-Minuten in einer 90-minütigen Fußballpartie scheinen die wirtschaftliche Welt des Sportfernsehens kaum auf den Kopf zu stellen. Doch wenn ihr diese sechs Minuten auf die gesamte Weltmeisterschaft hochrechnet, verwandeln sie sich plötzlich in eine regelrechte Goldgrube.</p>
<p>Dabei sind die Werbeblöcke streng getaktet: Frühestens 20&nbsp;Sekunden nach dem Pfiff darf die Werbung starten, und sie muss spätestens 30&nbsp;Sekunden vor Wiederanpfiff enden. Pro&nbsp;Spiel summiert sich das auf rund <strong>4&nbsp;Minuten und 20&nbsp;Sekunden zusätzliche Werbezeit</strong>. Auf&nbsp;das gesamte Turnier hochgerechnet ergibt das eine zusätzliche Sendezeit von satten <strong>7&nbsp;Stunden, 30&nbsp;Minuten und 40&nbsp;Sekunden</strong>. Für die Sender bedeutet das <strong>acht zusätzliche 30-Sekunden-Spots pro Spiel</strong> — oder rund <strong>832&nbsp;Werbeplätze im gesamten Turnierverlauf</strong>.</p>
<p>Während die Fans in manchen Ländern (wie in Großbritannien) in diesen Pausen eher Analysen statt Werbung sehen, wird andernorts das volle Werbeprogramm aufgefahren. Viele TV-Anstalten reizen jede Sekunde der Pause bis zum Anschlag aus, um Kasse zu machen.</p>
<p><a href="https://www.bbc.com/sport/football/articles/cp3xqn9zxdgo">Branchenberichten zufolge schlägt ein einzelner 30-Sekunden-Spot bei Fox Sports im Schnitt mit <strong>200.000 bis 300.000&nbsp;Dollar</strong> zu Buche — bei Top-Spielen klettert der Preis sogar auf bis zu <strong>750.000&nbsp;Dollar</strong></a>. Basierend auf diesen Zahlen könnte allein in den USA mit der Werbung während der Trinkpausen ein Umsatz von <strong>über 250 Millionen Dollar</strong> erzielt werden. Das&nbsp;macht einen einzigen Schluck Wasser auf dem Rasen im wahrsten Sinne des Wortes verdammt teuer. Dröseln wir das Ganze mal auf:</p>
<p>Wenn ihr den geschätzten US-Werbeumsatz von 250&nbsp;Millionen Dollar durch die 104&nbsp;Spiele teilt, landen wir bei rund 2,4&nbsp;Millionen Dollar pro Partie. Verteilt auf zwei Trinkpausen pro Spiel macht das etwa 1,2&nbsp;Millionen Dollar pro Pause. Wenn ihr das wiederum auf die 22&nbsp;Feldprofis aufteilt, kommt ihr auf rund 54.500&nbsp;Dollar pro Kopf und Pause.</p>
<p>Rechnen wir das nun in in getrunkene Schlucke um. Angenommen, pro Pause werden etwa 0,3&nbsp;Liter getrunken und ein durchschnittlicher Schluck beträgt rund 20&nbsp;ml, entspricht das ungefähr 15 Schlucken pro Person. Teilt ihr die 54.500&nbsp;Dollar durch diese 15&nbsp;Schlucke, ergibt das rund 3.600 Dollar pro Schluck.</p>
<p>Ein einziger Schluck Wasser hat somit einen Werbewert von mehreren Tausend Dollar — und das wohlgemerkt nur auf den US-Markt bezogen. <a href="https://www.bbc.com/sport/football/articles/cp3xqn9zxdgo">Schätzungen zufolge könnte der <strong>weltweite Werbewert dieser Trinkpausen an der Milliarden-Grenze</strong> kratzen</a>.</p>
<p>Rechnen wir also noch einmal neu, ausgehend von der <strong>weltweiten Schätzung von 1 Milliarde Dollar</strong>:</p>
<ul>
<li>Geteilt durch <strong>104 Spiele</strong> → ca. <strong>9,6&nbsp;Millionen $ pro Match</strong></li>
<li>Geteilt durch <strong>2 Trinkpausen pro Spiel</strong> → ca. <strong>4,8&nbsp;Millionen $ pro Pause</strong></li>
<li>Geteilt durch <strong>22 Feldprofis</strong> → ca. <strong>218.000&nbsp;$ pro Person und Pause</strong></li>
<li>Geteilt durch <strong>15 Schlucke pro Person</strong> → ca. <strong>14.500&nbsp;$ pro Schluck</strong></li>
</ul>
<p>Mit anderen Worten: Je nachdem, ob ihr nur den US-Markt oder das globale Übertragungsnetzwerk betrachtet, entspricht ein einziger Schluck Wasser bei der WM&nbsp;2026 einem <strong>Werbewert von 3.600&nbsp;$ bis 14.500&nbsp;$</strong>.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/wckwxsip_water_cost.jpg" alt="Was ein Schluck Wasser kostet" loading="lazy"></p>
<p>Natürlich handelt es sich hierbei um eine rein theoretische Modellrechnung. Es&nbsp;wird nicht überall exakt gleich viel getrunken, nicht jeder Sender schlachtet jede Sekunde auf dieselbe Weise aus und das reale Fernsehgeschäft lässt sich nicht in einfache mathematische Formeln pressen. Aber selbst mit diesen Einschränkungen sind die Summen schlichtweg schwindelerregend.</p>
<h2 id="kommerz-nach-us-vorbild-oder-der-globale-triumph-der-werbung">Kommerz nach US-Vorbild oder der globale Triumph der Werbung?</h2>
<p>Alles, was wir bisher beschrieben haben, lässt sich leicht als Symptom einer fortschreitenden <strong>Amerikanisierung des Fußballs</strong> deuten. Schließlich sind kommerzielle Unterbrechungen im&nbsp;US-Sport seit jeher fest verankert. <a href="https://yougov.com/en-us/articles/54053-what-americans-think-about-the-super-bowl-and-bad-bunny">Der&nbsp;Super Bowl ist für seine Werbespots ebenso berühmt wie für das Spiel selbst</a> — weltweit schalten viele primär wegen der legendären Halbzeitshow und der kreativen Clips ein. Auch die <a href="https://www.reddit.com/r/nba/comments/1u1dkjg/abcs_finals_halftime_coverage_is_545_ads_a/">NBA-Finals stehen seit Jahren in der Kritik, weil die Werbeblöcke oft mehr als die Hälfte der Halbzeitpause verschlingen</a> und kaum Zeit für echte Spielanalysen bleibt. Kurzum: Das laufende Spiel anzuhalten, um Sendezeit zu versilbern, ist in den&nbsp;USA kalter Kaffee.</p>
<p>Das Ganze jedoch nur auf ein regionales Phänomen zu reduzieren, wäre zu kurz gedacht. Fox schaltet zwar Werbung in den Trinkpausen, aber Fernsehsender in vielen anderen Ländern tun genau dasselbe. Hier schwappt nicht einfach die TV-Kultur eines einzelnen Landes über den Globus; <strong>vielmehr wird das werbefinanzierte Modell klammheimlich überall zum Standard</strong>.</p>
<p>In den vergangenen Jahren ließ sich dieser Trend bereits bei Streaming-Diensten beobachten, die immer häufiger günstige Abo-Modelle mit Werbeunterbrechungen einführen, während werbefreie Tarife drastisch teurer werden. Werbung taucht mittlerweile in jeder Ecke moderner Smart-TV-Oberflächen auf — selbst im&nbsp;Bildschirmschoner oder bei der Verbindung über HDMI-Eingänge. Der&nbsp;Fußball ist da nur das nächste Terrain, das kommerzialisiert wird.</p>
<p>Es würde uns kaum überraschen, wenn die Trinkpausen dauerhaft festen Einzug in FIFA-Turniere halten. Die kommenden Weltmeisterschaften finden 2030 in&nbsp;Spanien, Portugal und Marokko statt, gefolgt von Saudi-Arabien im Jahr&nbsp;2034. Allesamt Austragungsorte, an denen extreme Sommerhitze an der Tagesordnung ist. Wenn Sendeanstalten erst einmal merken, dass diese Pausen dreistellige Millionenbeträge in die Kassen spülen, wird kaum ein Sender freiwillig darauf verzichten wollen.</p>
<p>Selbst wenn die Monetarisierung anfangs gar nicht die primäre Absicht der FIFA war: Der Verband wird wohl kaum ignorieren, dass verpflichtende Pausen den Marktwert der Übertragungsrechte massiv in die Höhe treiben. Die&nbsp;nächsten Rechte-Deals könnten genau deshalb schlicht teurer werden.</p>
<p>Wenn diese Strategie aufgeht, warum sollte man dann bei den Trinkpausen aufhören? Im Jahr 2050 gibt es dann vielleicht <strong>Snack-Pausen, präsentiert von McDonald’s, Toiletten-Pausen, gesponsert von&nbsp;Charmin, oder Regenerations-Pausen powered by&nbsp;Gatorade</strong>. Das&nbsp;sind vermutlich noch die harmlosesten Ideen und nicht einmal die kreativsten — und selbst sie klingen völlig absurd. Aber mal ehrlich: Genau das dachte man vor ein&nbsp;paar Jahren auch noch über verpflichtende Werbepausen beim Fußball.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>AdGuard für Mac v2.19: Ein neues Level an Sicherheit</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/adguard-for-mac-v2-19.html</link>
      <pubDate>Wed, 08 Jul 2026 11:49:54 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
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      <category>AdGuard for Mac</category>
      <category>Neue Version</category>
      <category>Release notes</category>
      <description>Einstellungen und Benutzerskripte sind jetzt durch Kryptografie geschützt und der Onboarding-Prozess wurde komplett überarbeitet.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Update konzentriert sich vor allem auf zwei wichtige Säulen: noch mehr Sicherheit und eine leichtere Bedienung. Hier sind die technischen Details im Überblick.</p>
<h2 id="st%C3%A4rkerer-schutz-durch-kryptografie">Stärkerer Schutz durch Kryptografie</h2>
<p>Wir haben unter der Haube einen neuen Schutzmechanismus implementiert. AdGuard für Mac nutzt ab jetzt moderne Kryptografie, um eure Daten noch besser abzusichern.</p>
<p>Die UserDefaults-Einstellungen werden nun über den AES-GCM-Algorithmus verschlüsselt. Die dazugehörige digitale Kennung liegt absolut sicher in der macOS-Keychain. Sobald die App geladen wird, gleicht sie alles mit einem geschützten Cache ab — Manipulationen an den <code>.plist</code>-Dateien von außen fliegen dadurch sofort auf.</p>
<p>Auch Benutzerskripte und -stile sind ab jetzt über eine SHA256-Prüfsumme geschützt. Diese wird für jeden Eintrag in der Datenbank mithilfe eines geschützten Tokens aus der Keychain berechnet. Beim Laden der Skripte wird die Prüfsumme automatisch abgeglichen. Jede nachträgliche Änderung, jedes Einschleusen oder Löschen direkt in der SQLite-Datenbank wird somit sofort erkannt und löst eine entsprechende Warnung für euch aus.</p>
<p>Dank eines wichtigen Updates unserer Filter-Engine (CoreLibs) erkennt AdGuard jetzt außerdem, ob ein Benutzerskript die Sicherheit einer Website gefährdet, und warnt euch direkt vor der Installation.</p>
<p>Für euch bleibt im Alltag alles beim Alten — die App läuft gewohnt flüssig im Hintergrund. Der große Vorteil ist jedoch, dass andere Programme keine Chance mehr haben, eure Einstellungen unbemerkt zu manipulieren, um unerwünschte Werbung einzuschleusen.</p>
<h2 id="fl%C3%BCssigerer-einstieg-ab-dem-ersten-start">Flüssigerer Einstieg ab dem ersten Start</h2>
<p>Auch bei der Bedienung hat sich etwas getan: Der Onboarding-Prozess für neue Nutzer:innen wurde komplett überarbeitet. Neue Ansichten und verständlichere Details sorgen für einen deutlich entspannteren Einstieg und machen die App von der ersten Sekunde an übersichtlicher.</p>
<p>Zudem haben wir Scriptlets, DnsLibs und UserscriptsWrapper aktualisiert sowie Fehler behoben, um die Gesamtperformance der App spürbar zu verbessern.</p>
<hr>
<p>Wir freuen uns auf eure Meinung zu unserer neuesten Version. Teilt sie gerne in den <a href="https://x.com/AdGuardDE">sozialen Netzwerken</a> oder sendet uns eure Ideen über <a href="https://github.com/AdguardTeam/AdguardForMac/issues">GitHub</a>.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>TechTok #14. Alltägliche Gewohnheiten, die eure Daten gefährden</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/techtok-14-nine-things-endanger-privacy.html</link>
      <pubDate>Sun, 28 Jun 2026 10:47:41 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a4641cd1beaf40001a3a907</guid>
      <category>Nützliches</category>
      <category>Privatsphäre</category>
      <category>TechTok</category>
      <description>Vom QR-Code bis zur Gratis-App: 9 alltägliche Dinge bedrohen eure Daten. Entdeckt die versteckten Fallen und schützt eure Privatsphäre.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">✍️</div><div class="kg-callout-text">Dieser Artikel ist Teil unserer TechTok-Reihe. Sendet eure Fragen über <a href="https://surveys.adguard.com/en/techtok/form.html"><u>dieses Formular</u></a> ein und vielleicht werden sie schon in der nächsten TechTok-Ausgabe beantwortet!</div></div><p>Wenn ihr diesen Artikel lest, achtet ihr wahrscheinlich schon viel mehr auf eure Privatsphäre als durchschnittliche Internetnutzer:innen. Das bedeutet, ihr wisst, dass eure Daten in den Augen vieler Konzerne und Tech-Riesen ein Produkt sind — und sie tun alles, um daran zu kommen. Die Methoden, die sie dabei anwenden, sind endlos: Einige sind bekannt, andere weniger offensichtlich. Viele dieser Methoden haben jedoch eines gemeinsam: Man übersieht sie leicht und gibt ungewollt Daten preis. Ihr tut etwas völlig Alltägliches, wie eine App zu installieren oder einen QR-Code zu scannen, und schon ist eure Privatsphäre in Gefahr. Im heutigen TechTok beantworten wir diese Frage:</p>
<blockquote>
<p>Was sind die häufigsten Datenschutzfallen? Welche Dinge tut ihr fast jeden Tag, die eure persönlichen Daten gefährden können?</p>
</blockquote>
<p>Wenn ihr persönliche Details auf einer öffentlichen Plattform postet oder ein Online-Formular mit eurem echten Namen oder eurer Adresse ausfüllt, ist es ziemlich offensichtlich, dass eure Privatsphäre darunter leidet. In solchen Szenarien hilft der gesunde Menschenverstand: Gebt eure Zugangsdaten nicht auf dubiosen Websites ein, damit sie alle sehen können. Aber was ist mit den anderen, weniger klaren Fällen? Wir haben neun Szenarien gesammelt, in denen ihr euch leicht wiederfinden könntet und in denen ihr riskiert, eure persönlichen Daten preiszugeben, ohne es überhaupt zu merken.</p>
<h2 id="1-einen-qr-code-scannen">1. Einen QR-Code scannen</h2>
<p>QR-Codes sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken — sie sind das Bindeglied zwischen der physischen und der digitalen Welt. Wir scannen sie, um Dinge zu bezahlen, eine Speisekarte im Restaurant herunterzuladen oder Kontaktdaten zu teilen. Je öfter wir das tun, desto weniger denken wir darüber nach, was eigentlich hinter der Kamera passiert, die auf das Karomuster gerichtet ist. Und was passiert, ist meistens, dass euer Smartphone eine URL öffnet, entweder im Browser oder in einer In-App-Webansicht.</p>
<p>In dem Moment, in dem die Seite geladen wird, sendet euer Gerät eine Anfrage an den Server, auf dem sie gehostet wird. Diese Anfrage enthält automatisch einige Informationen, und die Seite kann über darauf laufende Skripte noch mehr sammeln, je nachdem, wie sie aufgebaut ist und welchen Schutz ihr nutzt. Hier sind die Arten von Informationen, die gesammelt werden können:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Eure IP-Adresse</strong>. Dies führt indirekt dazu, dass euer ungefährer Standort, euer Internetanbieter und die Art eure Verbindung (WLAN oder Mobilfunk) bekannt werden.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Eure Browser- und Geräteinformationen</strong>. Gerätetyp, Betriebssystem, Spracheinstellungen, manchmal sogar die Browserversion und das genaue Gerätemodell.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Hinweise auf Sprache und Region</strong>. Wenn sich die Website basierend auf anderen Daten nicht sicher über euren Standort oder eure Sprache ist, kann sie hier zusätzliche Hinweise erhalten.</p>
</li>
</ul>
<p>Und das sind nur die Dinge, die der Server automatisch erhält. Nach dem Laden der Seite kann JavaScript im Browser ausgeführt werden, um noch mehr herauszufinden:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Bildschirmgröße und Display-Eigenschaften</strong>. Bildschirmauflösung, Geräteausrichtung, Pixelverhältnis, Farbtiefe — all diese kleinen Details helfen beim „Fingerprinting“ eures Geräts und tragen zu eurem Profil bei.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Zeitpunkt des Zugriffs</strong>. Ziemlich offensichtlich, aber die Website kann eure Ortszeit und Zeitzone erfahren sowie aufzeichnen, wie lange ihr auf der Seite geblieben seid.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Interaktionssignale</strong>. Wenn die Website möchte, kann sie nachverfolgen, welche Schaltflächen ihr angeklickt habt, ob ihr etwas kopiert habt, wie viel Zeit ihr mit Lesen verbracht habt und so weiter.</p>
</li>
</ul>
<p>Behandelt QR-Codes also im Grunde wie Links. Wir klicken ja auch nicht auf jeden beliebigen Link in einer Spam-E-Mail, also sollten wir ähnlich wählerisch sein, welche QR-Codes wir scannen. Scannt nur Codes an vertrauenswürdigen Orten; das Scannen eines zufälligen QR-Codes auf einem Aufkleber an einer Straßenlaterne ist daher eine schlechte Idee.</p>
<p>Bedenkt außerdem, dass QR-Codes letztlich physische Objekte sind, die mit realen Orten verknüpft sind. Sobald ihr einen scannt, gebt ihr unter Umständen preis, dass ihr euch zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort aufgehalten habt. Das kann dabei helfen, euer Offline-Verhalten mit Online-Tracking oder Profiling zu verknüpfen.</p>
<h2 id="2-push-benachrichtigungen-erlauben">2. Push-Benachrichtigungen erlauben</h2>
<p>Ein weiteres Paradebeispiel für etwas, das so tief in unserem Leben verankert ist, dass wir es oft ohne Nachdenken nutzen. Push-Benachrichtigungen sind nützlich, weil sie der einfachste Weg für eine App sind, euch zu erreichen und euch über etwas Wichtiges zu informieren — aber genau das macht sie so gefährlich. Sie geben einer App einen direkten, dauerhaften Kanal zu eurem Gerät — einen Kanal, der im Laufe der Zeit viel über euer Verhalten, eure Interessen und eure Gewohnheiten verraten kann.</p>
<p><strong>Blicke über die Schulter</strong>. Die einfachste Stufe, warum Push-Benachrichtigungen eine Gefahr für eure Privatsphäre sein können, ist die Offenlegung sensibler Inhalte auf eurem Sperrbildschirm. Keine unsichtbare „Tracking-Magie“, sondern schlicht und einfach die Tatsache, dass jemand anderes im falschen Moment einen Blick auf euren Bildschirm wirft und eure Nachrichtenvorschauen, Bankdaten oder Bestellbenachrichtigungen sieht.</p>
<p>Und denkt daran, dass diese Benachrichtigungen buchstäblich zu jeder Zeit eintreffen können — das ist ja ihr Sinn. Seid also sehr wählerisch, welchen Apps ihr das Senden von Push-Benachrichtigungen erlaubt. Sobald man die Erlaubnis erteilt hat, vergisst man sie leicht wieder. Am besten beugt man einem potenziellen Desaster also so früh wie möglich vor.</p>
<p><strong>Erstellung eines Tagesprofils</strong>. Jedes Mal, wenn eine App euer Smartphone mit einer Push-Nachricht erreicht, erfährt sie, dass euer Gerät online ist. Indem sie untersucht, wann ihr auf welche Push-Nachrichten reagiert, lässt sich euer Tagesablauf relativ leicht analysieren: wann ihr schlaft, wann ihr pendelt oder Pausen macht und wann ihr am besten erreichbar seid. Das fühlt sich vielleicht nicht so bedrohlich für die Privatsphäre an wie das Leaken eurer E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, aber es hilft dabei, euer digitales Profil zu schärfen und euer Verhalten zu manipulieren.</p>
<p><strong>Nicht immer gut für die Psyche</strong>. Es geht hierbei zwar nicht direkt um Datenschutz, aber es sollte erwähnt werden: Push-Benachrichtigungen können euren Tagesrhythmus und eure Routinen leicht durcheinanderbringen. Ständig mit Push-Nachrichten bombardiert zu werden, stört den inneren Frieden und erhöht den Stresspegel. Schaut euch mal an, welche Apps auf eurem Smartphone die Berechtigung für Push-Benachrichtigungen haben — wir wetten, wenn ihr die Hälfte davon deaktiviert, würdet ihr nichts wirklich Wichtiges vermissen, aber einige Nerven sparen.</p>
<h2 id="3-unn%C3%B6tige-berechtigungen-erteilen">3. Unnötige Berechtigungen erteilen</h2>
<p>Anknüpfend an den vorherigen Punkt: Gebt Apps auf eurem Smartphone generell nicht mehr Berechtigungen, als sie für ihre ordnungsgemäße Funktion benötigen. Wenn eure Karten-App nach der Standortberechtigung fragt, ist das eine legitime Anfrage. Wenn eine Sudoku-App dasselbe tut, könnt ihr sie wahrscheinlich ablehnen, ohne an Funktionalität zu verlieren.</p>
<p>Die meisten Menschen können mit gesundem Menschenverstand beurteilen, ob eine App eine bestimmte Berechtigung wirklich braucht. Das Problem liegt woanders. Viele von uns haben es ständig eilig: Ein Freund zeigt euch eine coole App und ihr rennt in den Store, um sie herunterzuladen. Sobald der Download abgeschlossen ist, tippt ihr auf das Symbol, und statt des Hauptbildschirms seht ihr ein nerviges Berechtigungs-Pop-up. Wenn ihr noch nie in dieser Situation wart und ungeduldig auf „Zulassen“ getippt habt, ohne kurz innezuhalten und es durchzulesen, seid ihr weitaus geduldigere Menschen als die meisten.</p>
<p>Macht es euch zur Gewohnheit, jedes Mal langsamer zu machen, wenn ihr eine neue App installiert, und kurz darüber nachzudenken, welche Berechtigungen die App tatsächlich benötigt. Wenn ihr noch einen Schritt weiter gehen wollt, solltet ihr die Datenschutzerklärung lesen. Das ist allerdings oft nicht einfach, da viele <a /de/blog/ad-blocking-extensions-that-sell-your-data-to-advertisers-sounds-absurd-but-its-reality.html">skrupellose Entwickler die Datenschutzerklärungen für ihre Apps und Browsererweiterungen absichtlich unklar gestalten</a> oder schwer auffindbar machen. Aber das ist die nächste Stufe — jegliche Versuche, unnötige Berechtigungen zu erlangen, im Keim zu ersticken, ist ein guter Ausgangspunkt für alle, die das eigene Datenschutzniveau anheben möchten.</p>
<h2 id="4-kostenlose-apps-und-erweiterungen-installieren">4. Kostenlose Apps und Erweiterungen installieren</h2>
<p>Hier gibt es natürlich einen Haken. Nicht alle kostenlosen Dienste und Apps sind schlecht, das zu behaupten, ginge zu weit. Aber die einfache Wahrheit ist: Menschen verschenken selten etwas ohne Gegenleistung. Wenn ihr im Begriff seid, eine kostenlose App auf eurem Gerät zu installieren, fragt euch selbst: Warum ist sie kostenlos? Manchmal gibt es dafür einen legitimen Grund, etwa wenn eine kostenlose Version einer App auch ein kostenpflichtiges Pro-Abonnement anbietet, es sich um ein Freemium-Spiel handelt, das darauf hofft, dass ihr später In-Game-Objekte kauft, oder es sich vielleicht um das Herzensprojekt von jemandem handelt.</p>
<p>In vielen Fällen geht eine kostenlose App jedoch mit weitreichendem Tracking einher. Kleinere Entwickler binden oft Analyse- und Werbe-SDKs (Software Developer Kits) in ihre Apps ein, um Geld zu verdienen. Diese SDKs sammeln Daten wie euer Verhalten, Geräteinformationen und Nutzungsmuster. Im schlimmsten Fall dienen kostenlose Apps als Einfallstor für Viren und verschiedene Phishing-Betrügereien.</p>
<p>Das bedeutet nicht, dass ihr ab sofort alle kostenlosen Apps meiden müsst, aber überlegt es euch jedes Mal gut, wenn ihr eine installiert. Fragt euch, ob ihr sie wirklich braucht. Wenn die Antwort „Ja“ lautet, rüstet euch mit eurem bewährten Werbeblocker aus und achtet auf Anzeichen von Phishing und anderen unsauberen Praktiken: eine fehlende oder lückenhafte Datenschutzerklärung, ein unbekannter Entwickler, fehlende Bewertungen oder eine geringe Anzahl an Installationen.</p>
<h2 id="5-cookie-banner-einfach-durchklicken">5. Cookie-Banner einfach durchklicken</h2>
<p>Cookies haben sich in der Datenschutz-Community und bei allen, denen die Sicherheit ihrer Daten am Herzen liegt, einen schlechten Ruf erarbeitet. Und das aus gutem Grund — sie können leicht missbraucht werden, um euch über verschiedene Websites hinweg zu verfolgen und eine digitale Akte über euch anzulegen.</p>
<p>In vielen Ländern, insbesondere in der EU, sind Websites verpflichtet, eure Zustimmung einzuholen, bevor sie Informationen über euch in Cookies speichern. Ihr wisst, was gemeint ist — diese „Wir schätzen eure Privatsphäre“-Banner, die aufpoppen, wenn ihr einem Link folgt, um einen Artikel zu lesen oder in einem Online-Shop zu stöbern. Sie haben meist eine hervorgehobene „Alle akzeptieren“-Schaltfläche, die förmlich darum bettelt, angeklickt zu werden, während andere Schaltflächen wie <em>Anpassen</em> oder <em>Alle ablehnen</em> in den Hintergrund rücken und versuchen, so unsichtbar wie möglich zu sein.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/9qwh9ipreview-of-cookie-popup.png" alt="Ein typisches Beispiel für ein Cookie-Banner" loading="lazy"><br>
<em>Ein typisches Beispiel für ein Cookie-Banner mit hervorgehobener „Alle akzeptieren“-Schaltfläche. Quelle: Webtoffee</em></p>
<p>Das ist natürlich alles Absicht. Websites müssen sich an das Gesetz halten, wollen euch aber auch tracken, wenn sie damit durchkommen. Deshalb präsentieren sie die Optionen so, dass ihr zu einer Entscheidung gedrängt werdet, die ihr sonst vielleicht nicht treffen würdet. Wenn ihr diesen Artikel wirklich lesen wollt, klickt ihr viel eher auf das Erste, was eure Aufmerksamkeit erregt, nur damit das Banner verschwindet. Nehmt euch stattdessen eine Sekunde Zeit, um eine passendere Option als „Alle akzeptieren“ zu finden. Selbst in den hartnäckigsten Fällen dauert es nicht länger als eine halbe Minute, um eine ungewollte Zustimmung zu vermeiden. Meist reicht eine Sekunde oder zwei, um dem ersten Impuls zu widerstehen und auf die weniger auffällige Schaltfläche daneben zu klicken.</p>
<h2 id="6-%C3%BCber-googleappleetc-anmelden">6. Über Google/Apple/etc. anmelden</h2>
<p>Auf der Liste der Dinge, die sich viel nerviger anfühlen, als sie eigentlich sind, steht die Registrierung für einen neuen Dienst ganz weit oben. E-Mail-Adresse und Passwort eintippen, den Posteingang öffnen, vielleicht eine Minute warten und auf den Bestätigungslink klicken — wenn wir ehrlich sind, ist das weder schwer noch zeitaufwendig, aber wenn wir die Wahl haben, verzichten wir lieber darauf. Und wie praktisch ist es doch, dass direkt neben der Schaltfläche <em>Registrieren</em> ein Button <em>Über Google anmelden</em> zu finden ist! Warum sollte man diese Option nicht wählen und sich den ganzen Aufwand sparen?</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/s3mugfsign-in-google.png" alt="Social-Login-Buttons" loading="lazy"><br>
<em>Ein Beispiel für Social-Login-Buttons, entworfen von <a href="https://github.com/nelsonic">@nelsonic</a></em></p>
<p>Doch wenn man darüber nachdenkt, werden die Nachteile schnell klar. Jedes Mal, wenn ihr einen Social-Login nutzt, erhält die App oder Website möglicherweise eine eindeutige Kennung von Google/Apple/Facebook, die es erleichtert, eure Aktivitäten über verschiedene Dienste hinweg zu verknüpfen. Stellt euch vor, ihr benutzt denselben Generalschlüssel, um viele verschiedene Gebäude zu betreten — was zwar praktisch ist, außer dass ihr einem Unternehmen wie Google oder Apple erlaubt, diesen Generalschlüssel für euch zu verwalten. Dieses Unternehmen weiß nun genau, wohin ihr geht. Und wenn der Schlüssel verloren geht oder gestohlen wird, ist euer Zugriff auf viele Orte gleichzeitig gefährdet.</p>
<p>Hier geht es nicht nur um einfache Handhabung oder den reinen Zugang. Sobald die Website diese feste Kennung hat, kann sie euch bei jedem eurer Besuche wiedererkennen — selbst wenn ihr einen anderen Browser oder ein anderes Gerät benutzt. Das macht es viel einfacher, eure Aktivitäten auf diesem einen Dienst zu verknüpfen: welche Seiten ihr besucht, was ihr kauft, worauf ihr klickt, wie oft ihr wiederkommt und wie lange ihr bleibt. Mit anderen Worten: Die Website kennt vielleicht nicht eure ganze Lebensgeschichte, kann aber in ihrer eigenen Datenbank ein ziemlich detailliertes Profil über euch anlegen. Aus Sicht der Website unterscheidet sich das kaum von einer herkömmlichen Registrierung per Benutzerkonto.</p>
<p>Der eigentliche Unterschied liegt darin, dass nun das Unternehmen im Spiel ist, das den „Generalschlüssel“ besitzt. Egal ob Google, Apple oder Facebook: Der Tech-Riese sieht, dass dasselbe Konto für die Anmeldung bei verschiedenen Diensten verwendet wird. Das bedeutet, dass eure Aktivitäten im gesamten Web in einem viel größeren Ausmaß verknüpft werden können. Jetzt weiß also nicht mehr nur eine Website, dass ihr sie wiederholt besucht — ein riesiger Konzern sieht potenziell, dass ihr an vielen verschiedenen Türen immer wieder auftaucht. An dieser Stelle schrumpft die Privatsphäre: Nicht, weil jede Website plötzlich alles über euch erfährt, sondern weil eine einzige Identitätsebene es viel einfacher macht, die einzelnen Puzzleteile zusammenzufügen.</p>
<p>Die Lösung ist recht einfach: Versucht, die Social-Login-Funktion zu vermeiden. Ein Konto zu erstellen, erfordert nicht viel Zeit oder Aufwand. Als Bonus könnt ihr ein Alias oder einen temporären E-Mail-Dienst wie <a href="https://adguard-mail.com/de/welcome.html">AdGuard Mail</a> nutzen, um eure Privatsphäre weiter zu stärken.</p>
<h2 id="7-google-und-andere-nicht-private-suchmaschinen-nutzen">7. Google und andere nicht-private Suchmaschinen nutzen</h2>
<p>Wir nutzen Suchmaschinen ständig, dutzende Male am Tag. Das passiert so intuitiv, dass wir gar nicht mehr darüber nachdenken — euer Kopf überlegt noch, während die Finger schon die Suchanfrage eintippen. Es fühlt sich schnell und privat an: Nur ihr und der Suchschlitz. Wenn wir nach etwas Sensiblem suchen, wechseln wir vielleicht in den Inkognito-Modus (der <a /de/blog/incognito-mode-fake-protection-chrome.html">übrigens kaum Privatsphäre bietet</a>), aber das war es dann meistens auch schon.</p>
<p>Und wenn wir etwas googeln, nutzen die meisten von uns eben Google. Es ist nicht zufällig zum Synonym für die Online-Suche geworden — Google hält nach wie vor über 90% des Suchmaschinen-Marktanteils. Jedes Mal, wenn ihr Google oder eine andere nicht-private Suchmaschine wie Bing, Baidu, Yahoo oder Yandex nutzt, kann diese eure Suchanfragen speichern, sie mit eurem Konto oder Gerät verknüpfen und diese Informationen später für Personalisierung und Werbung verwenden.</p>
<p>Glücklicherweise lässt sich dieses Problem leicht umgehen: Wechselt einfach zu einer datenschutzorientierten Suchmaschine wie DuckDuckGo oder Brave Search. Diese sind so konzipiert, dass sie eure Suchanfragen nicht auf dieselbe Weise mit euch persönlich verknüpfen wie die großen Mainstream-Suchmaschinen.</p>
<p>Ein weiteres, vielleicht weniger offensichtliches Datenschutzproblem im Zusammenhang mit Suchmaschinen ist das sogenannte „Shoulder Surfing“ (das Mitlesen über die Schulter). Selbst wenn ihr merkt, dass jemand neben euch steht und sieht, was ihr tippt, macht es die Autovervollständigung leicht, etwas anzuzeigen, das ihr lieber nicht öffentlich machen möchtet. Tippt einfach „wie viele...“ in die Suchleiste ein, und es wird euch automatisch so etwas wie „wie viele Länder gibt es auf der Welt“ vorgeschlagen. Dies ist ein sehr harmloses Beispiel, aber in der Realität basieren die Vorschläge auf eurem Standort, eurer Sprache und euren früheren Suchen. Es ist also leicht vorstellbar, dass die Autovervollständigung etwas Privates über euch verraten könnte. Dies ist ein weiteres Beispiel für den Kompromiss zwischen einfacher Handhabung und Privatsphäre — ihr könnt diese Entscheidung für euch selbst treffen, solltet euch aber bewusst sein, dass ihr eine Wahl habt.</p>
<h2 id="8-mit-ki-chatbots-sprechen">8. Mit KI-Chatbots sprechen</h2>
<p>In der vorherigen TechTok-Ausgabe haben wir bereits darüber gesprochen, <a /de/blog/techtok-13-does-ai-use-your-data-for-training.html">wie KI-Chatbots eure Daten für das Training verwenden können</a> oder auch nicht und für welche Zwecke sie sonst noch genutzt werden. Lange Rede, kurzer Sinn: Es kommt darauf an, welche KI ihr nutzt.</p>
<p>Aber als Faustregel gilt: Wenn ihr einem Chatbot etwas erzählt, kann es in den meisten Fällen für jeden Zweck verwendet werden, den das dahinterstehende Unternehmen für angemessen hält. Ihr könnt euch für Modelle entscheiden, die weniger Informationen über euch sammeln, und nach Einstellungen suchen, die das Tracking deaktivieren oder einschränken.</p>
<p>Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem letzten TechTok-Artikel:</p>
<ul>
<li>
<p>Unter den beliebten dialogorientierten KI-Modellen ist Claude das einzige, das eure Daten standardmäßig nicht für das KI-Training sammelt.</p>
</li>
<li>
<p>Perplexity und Gemini bieten Optionen, um die zukünftige Datenspeicherung zu deaktivieren, aber das Ausschalten hat keine Auswirkungen auf vergangene Interaktionen.</p>
</li>
<li>
<p>ChatGPT verfügt über eine Opt-out-Option in den Einstellungen, ein Teil der Datenspeicherung wird jedoch in jedem Fall fortgesetzt.</p>
</li>
<li>
<p>Werbeblocker können Tracker von Drittanbietern blockieren, die auf den Websites von Chatbots laufen. Die meisten großen Plattformen setzen jedoch stark auf First-Party-Tracking, das sich nicht so einfach unterbinden lässt.</p>
</li>
<li>
<p>Der beste Schutz der Privatsphäre im Umgang mit Chatbots ist Vorsicht: Wählt eure KI sorgfältig aus und teilt keine persönlichen Details ohne triftigen Grund.</p>
</li>
</ul>
<h2 id="9-%C3%B6ffentliches-wlan-nutzen">9. Öffentliches WLAN nutzen</h2>
<p>Wir schließen die Liste mit dem wohl größten Datenschutz-Fauxpas ab, den man begehen kann: sich mit einem ungeschützten WLAN-Netzwerk zu verbinden, ohne ein VPN und andere digitale Schutzwerkzeuge zu nutzen. Jeder weiß, dass es gefährlich ist, jeder weiß, dass man es lassen sollte — und trotzdem tun es manche Leute immer wieder. Hier ist eine kurze Erinnerung, <em>warum genau es so gefährlich ist</em>:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>Es bietet allen mit technischem Wissen und bösen Absichten eine Angriffsfläche</strong>. Angreifer können potenziell sehen, welche Websites ihr besucht und welche Anfragen euer Browser sendet — das kann sensible Informationen wie Zahlungsdaten einschließen.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Öffentliches WLAN kann für Man-in-the-middle-Angriffe genutzt werden</strong>. Eine böswillige Person kann sich zwischen euer Gerät und die Internetverbindung schalten, um den Datenverkehr zu überwachen, zu verändern oder umzuleiten. Dies kann genutzt werden, um Anmeldedaten zu stehlen oder euch auf gefälschte Websites zu locken.</p>
</li>
<li>
<p><strong>Es ist leicht, jemanden mit einem gefälschten Hotspot zu täuschen</strong>. Cyberkriminelle können ein WLAN mit einem Namen einrichten, der legitim aussieht, wie etwa „CoffeeShop_Free_WiFi“, und Menschen dazu verleiten, sich damit zu verbinden. Sobald ihr im falschen Netzwerk seid, können sie eure Daten abfangen oder euch auf schädliche Seiten umleiten.</p>
</li>
</ul>
<p>Dies sind nur einige der Gründe. Es gibt noch viele mehr, aber der Kern bleibt gleich: Verbindet euch nicht mit öffentlichen, ungeschützten Netzwerken, es sei denn, ihr seid durch ein VPN geschützt. Das bedeutet nicht, dass in der Sekunde, in der ihr euch mit dem Hotspot am Flughafen verbindet, all eure Kreditkartendaten gestohlen werden, aber jedes Mal, wenn ihr es tut, fordert ihr das Schicksal ohne jeden vernünftigen Grund heraus.</p>
<hr>
<p>Die Liste ist natürlich nicht vollständig, und es gibt noch weitere Bedrohungen für eure Privatsphäre. Sie sollte euch jedoch dabei helfen, einige der Schwachstellen in euren digitalen Gewohnheiten zu schließen und euer Bewusstsein in die richtige Richtung zu lenken. Wenn es einen Grundgedanken gibt, der all diesen neun Beispielen zugrunde liegt, dann ist es dieser: „Behandelt eure Privatsphäre mit Respekt.“ Wählt nicht automatisch die etwas einfachere Option, nur weil sie euch ein paar Sekunden spart. Bleibt wachsam, bleibt kritisch, und es werden euch gute Dinge widerfahren — oder zumindest weniger schlechte.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Mehr Privatsphäre im Posteingang: AdGuard veröffentlicht Filter gegen E-Mail-Tracking</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/mail-tracking-protection-filter.html</link>
      <pubDate>Mon, 08 Jun 2026 18:41:48 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a34e4ac1beaf40001a39ce9</guid>
      <category>AdGuard-Filter</category>
      <category>AdGuard Nachrichten</category>
      <category>Email</category>
      <description>Der neue AdGuard-Filter schützt deinen Posteingang. Er blockiert Tracking-Pixel, damit Absender nicht mehr unbemerkt erfahren, wann du ihre E-Mails liest.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Habt ihr schon einmal eine E-Mail erhalten und nur wenige Minuten später das Gefühl gehabt, dass der Absender irgendwie schon wusste, dass ihr sie geöffnet habt? Vielleicht war es eine Marketing-E-Mail, auf die sofort eine weitere Nachricht folgte. Vielleicht wurde ein Newsletter plötzlich „personalisierter“. Oder vielleicht habt ihr einfach Werbung zu etwas bemerkt, worüber ihr kurz zuvor nur in einer E-Mail gelesen hattet… Klingt unheimlich? Das ist es auch.</p>
<p>Die meisten Menschen wissen nicht, dass viele E-Mails unsichtbare Tracking-Tools enthalten, die überwachen sollen, was nach dem Öffnen einer Nachricht passiert. Im Gegensatz zu normaler Werbung oder Pop-ups arbeiten diese Tracker völlig lautlos im Hintergrund.</p>
<p>Aus diesem Grund führen wir den AdGuard-Filter gegen E-Mail-Tracking ein – einen brandneuen Filter, der E-Mail-Tracking-Pixel blockiert und eure Privatsphäre in E-Mail-Apps und Webmail-Clients schützt.</p>
<h2 id="was-sind-e-mail-tracking-pixel">Was sind E-Mail-Tracking-Pixel?</h2>
<p>E-Mail-Tracking-Pixel sind winzige, unsichtbare Bilder, die in HTML-E-Mails eingebettet sind. Meistens sind sie nur 1×1 Pixel groß und komplett transparent, sodass sie euch gar nicht auffallen.</p>
<p>Wenn ihr die E-Mail öffnet, lädt euer E-Mail-Programm dieses Bild automatisch vom Server des Absenders. Diese einzige Anfrage kann überraschend viele Informationen preisgeben, darunter:</p>
<ul>
<li>
<p>Ob ihr die E-Mail geöffnet habt</p>
</li>
<li>
<p>Den genauen Zeitpunkt des Öffnens</p>
</li>
<li>
<p>Euren ungefähren Standort</p>
</li>
<li>
<p>Eure IP-Adresse</p>
</li>
<li>
<p>Euer Gerät und euer E-Mail-Programm</p>
</li>
</ul>
<p>All dies geschieht unbemerkt im Hintergrund. Für euch sieht die E-Mail völlig normal aus. Für den Absender wird sie jedoch zu einer Quelle von Verhaltensdaten. Mit anderen Worten: <strong>Schon das bloße Öffnen einer E-Mail kann eine Tracking-Aktion auslösen</strong>.</p>
<p>Diese Daten werden häufig für Marketinganalysen, Lead-Scoring, zielgerichtete Werbung und Profilbildung genutzt. Während einige Unternehmen Tracking lediglich für Statistiken verwenden, setzen andere es aggressiv ein, um Aufmerksamkeit zu messen und Kampagnen basierend auf eurem Verhalten zu optimieren.</p>
<p>Das Problem dabei: Die meisten Nutzer:innen haben einer solchen Überwachung nie explizit zugestimmt — oft wissen sie nicht einmal, dass sie existiert.</p>
<h2 id="adguard-filter-gegen-e-mail-tracking">AdGuard-Filter gegen E-Mail-Tracking</h2>
<p>Der neue AdGuard-Filter gegen E-Mail-Tracking blockiert Anfragen, die zur Überwachung von Nutzeraktivitäten in E-Mails verwendet werden. Das bedeutet, dass Tracking-Pixel den Absendern nicht mehr heimlich melden können, wann ihr eine Nachricht geöffnet habt.</p>
<p>Der Filter funktioniert sowohl in E-Mail-Apps, die durch AdGuard geschützt sind, als auch in browserbasierten E-Mail-Clients über den AdGuard Werbeblocker. Er schützt euch bei der Nutzung von Apps und Webmail-Diensten wie Apple Mail, Outlook, Spark, The Bat! und Thunderbird.</p>
<div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">📧</div><div class="kg-callout-text"><b><strong style="white-space: pre-wrap;">Hinweis für Gmail und Outlook Web:</strong></b> Bei diesen Diensten ist die Wirksamkeit eingeschränkt, da sie E-Mail-Bilder über ihre eigenen Proxy-Server umleiten und die ursprünglichen Tracker-URLs ersetzen, noch bevor der Browser eine Anfrage stellt.</div></div><div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">🍏</div><div class="kg-callout-text">Apple Mail verfügt über eine Funktion namens „Mail-Datenschutz“ (Mail Privacy Protection, MPP), die das Tracking-Pixel automatisch im Hintergrund vorab lädt. Dadurch werden die Öffnungsraten für Absender unzuverlässig und oft künstlich in die Höhe getrieben.</div></div><h2 id="so-aktiviert-ihr-den-adguard-filter-gegen-e-mail-tracking">So aktiviert ihr den AdGuard-Filter gegen E-Mail-Tracking</h2>
<p>Um den Filter zu aktivieren, müsst ihr die Option <em>AdGuard-Filter gegen E-Mail-Tracking</em> einschalten. Geht dazu wie folgt vor:</p>
<ul>
<li>
<p><strong>AdGuard für Windows v8</strong>: <em>Schutz → Werbeblockierung → Filter</em>.</p>
</li>
<li>
<p><strong>AdGuard für Windows v7.22</strong>: <em>Schutz → Werbeblockierung → Filter hinzufügen</em>.</p>
</li>
<li>
<p><strong>AdGuard für Mac</strong>: <em>Einstellungen… → Filter → +</em>.</p>
</li>
</ul>
<blockquote>
<p>Für AdGuard für Android, AdGuard für iOS und die AdGuard Browsererweiterung wird der AdGuard-Filter gegen E-Mail-Tracking in einem kommenden Update enthalten sein.</p>
</blockquote>
<div class="kg-card kg-callout-card kg-callout-card-blue"><div class="kg-callout-emoji">🔒</div><div class="kg-callout-text">Wenn ihr bereits den <i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">AdGuard Tracking-Schutzfilter</em></i> nutzt, solltet ihr auch den neuen <i><em class="italic" style="white-space: pre-wrap;">AdGuard-Filter gegen E-Mail-Tracking</em></i> aktivieren. Wir haben einige Regeln dorthin verschoben – so bleibt euer Schutz lückenlos.</div></div><h2 id="euer-feedback-ist-gefragt">Euer Feedback ist gefragt</h2>
<p>Dies ist die erste Veröffentlichung eines neuen AdGuard-Filters seit langer Zeit, und euer Feedback hilft uns, ihn weiter zu verbessern. Wenn euch nicht blockierte Tracker, fehlerhafte E-Mails oder Kompatibilitätsprobleme auffallen, teilt uns dies bitte mit. Sendet dazu einen Bericht über das AdGuard-Tool <em>Problem melden</em> oder direkt über <a href="https://reports.adguard.com/de/new_issue.html">unsere Website</a>.</p>
<p>Wenn ihr einen Bericht direkt aus AdGuard heraus sendet, werden die relevanten Einstellungen automatisch ausgefüllt. Das hilft unserem Entwicklungsteam enorm, den Fehler schnell zu beheben.</p>
<p><a /kb/guides/report-website/">Detaillierte Anleitung zum Melden von Problemen</a></p>
<hr>
<p>Wir schätzen unsere deutschsprachige Community. Deshalb möchten wir euch unsere Inhalte so natürlich wie möglich in eurer Muttersprache anbieten. Für eine direkte Kommunikation auf Augenhöhe wechseln wir ab jetzt zum „Du“.</p>
<p>Folgt uns auf <a href="https://x.com/AdGuardDE">X (Twitter)</a>, abonniert unseren Newsletter und verpasst keine neuen Kanäle!</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Kein Ende für Werbeblocker: AdGuard-CTO ordnet die Manifest-V2-Panik ein</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/no-google-isnt-killing-ad-blockers-adguard-cto-andrey-meshkov-on-the-manifest-v2-panic.html</link>
      <pubDate>Sat, 13 Jun 2026 05:31:02 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Andrey Meshkov]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a3285761beaf40001a39abd</guid>
      <category>Branchennews</category>
      <category>Manifest V3</category>
      <description>Die aktuellen Schlagzeilen malen den Teufel an die Wand. Zeit für einen nüchternen Blick auf die Fakten und die echte Chronologie der Ereignisse.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Einordnung von unserem CTO: Die jüngsten Schlagzeilen malen den Teufel an die Wand und kündigen das Ende von Werbeblockern an. Doch statt in die allgemeine Panikmache einzustimmen, werfen wir einen nüchternen Blick auf die Fakten. Hier ist die echte Chronologie der Ereignisse.</em></p>
<h2 id="die-chronik-des-%E2%80%9Ewerbeblocker-ausschaltens%E2%80%9C">Die Chronik des „Werbeblocker-Ausschaltens“</h2>
<p>Alles begann im Jahr 2019. Google stockte das Team für Chrome-Erweiterungen auf, um ein massives Problem anzugehen: Der Chrome Web Store war überflutet mit Schadsoftware. Googles Überprüfung war schlichtweg mangelhaft, tonnenweise digitaler Schrott schlüpfte durch. Gleichzeitig bremsten unzählige minderwertige Erweiterungen die Browser-Performance aus.</p>
<p>Die Lösung war eine neue Version der Erweiterungsplattform namens Manifest V3 (MV3), die das alte Manifest V2 ersetzen sollte. Der Haken: Diese neue Version beschränkte die technischen Möglichkeiten von Erweiterungen an vielen Stellen massiv. Ob das die eigentlichen Probleme gelöst hat, bleibt fragwürdig.</p>
<p>In puncto Sicherheit konnte bis heute niemand schlüssig erklären, welchen Vorteil MV3 bringt.  Bei der Performance sieht es anders aus: MV3 sorgt tatsächlich dafür, dass schlecht programmierte Erweiterungen den Browser seltener ausbremsen.</p>
<p>Um Entwickler von Werbeblockern zu besänftigen, baute Google neue Schnittstellen ein (die sogenannte declarativeNetRequest-API). Sie sollten die verlorenen Funktionen auffangen. Machen wir uns jedoch nichts vor: Hätte Google MV3 so umgesetzt, wie es 2019 geplant war, wäre das das Todesurteil für Werbeblocker und viele andere Add-ons gewesen.</p>
<h2 id="rettung-durch-zusammenarbeit">Rettung durch Zusammenarbeit</h2>
<p>Dass es nicht so weit kam, ist jahrelanger Kooperation zu verdanken. <a /en/blog/tag/afds.html">Noch im selben Jahr stellte Google die Pläne auf der jährlichen Entwicklerkonferenz für Werbeblocker vor</a>. Sie wollten wissen, was wir brauchen, damit unsere Werbeblocker weiterhin normal funktionieren — und sie kamen seitdem jedes Jahr wieder. Gleichzeitig gründete Google zusammen mit Mozilla und Apple die W3C WebExtensions Community Group. In diesem Gremium haben wir als Entwickler direkt mit den Browser-Riesen verhandelt, um MV3 für alle Seiten tragbar zu machen.</p>
<p>Es war ein zäher Weg, aber der gemeinsame Einsatz hat sich gelohnt. Erst fünf Jahre nach der ersten Ankündigung rollte Google MV3 endgültig in Chrome aus. Viele Erweiterungen, inklusive der Werbeblocker, stellten daraufhin um. Lief dieser Übergang schmerzfrei ab? Sicher nicht. Im Vergleich zur Vorgängerversion ist unsere Arbeit etwas komplizierter geworden und das Produkt lässt sich schwerer warten. Für euch als Nutzer:innen ändert sich im Alltag jedoch kaum etwas: Werbeblocker sind nach wie vor absolut lebendig.</p>
<h2 id="der-aktuelle-stand">Der aktuelle Stand</h2>
<p>Damit sind wir in der Gegenwart angekommen. Obwohl Chrome selbst den Schnitt zu MV3 bereits 2024 vollzogen hat, lief der alte MV2-Code im Hintergrund weiter. Chrome brauchte ihn nicht mehr, aber andere Browser auf Chromium-Basis wie Opera, Edge oder Brave bauten darauf auf.</p>
<p>Ab Version 150 fliegt dieser Altcode nun endgültig aus Chromium. Das bedeutet: Alte MV2-Erweiterungen stellen in diesen Browsern komplett den Dienst ein. Realistischerweise fehlen den alternativen Browser-Entwicklern die Ressourcen, um MV2 im Alleingang weiterzupflegen — der Code ist schlicht zu komplex und tief im System verwurzelt.</p>
<h2 id="das-fazit">Das Fazit</h2>
<p>Google knipst heute also nicht spontan das Licht aus — die entscheidenden Weichen wurden bereits zwischen 2019 und 2024 gestellt. <strong>Mit Werbeblockern ist alles in Ordnung</strong>. <a /en/blog/tag/manifest-v3.html">Wir waren vom Umstieg auf MV3 nie begeistert</a>, aber die prophezeite Apokalypse ist ausgeblieben. Die eigentlichen Verlierer dieses Wechsels sind nicht die Werbeblocker, sondern alternative Browser, die MV2 bisher als Wettbewerbsvorteil gegen Chrome genutzt haben.</p>
<p>Wer jedoch weiterhin die volle Leistung der alten webRequest-Schnittstelle benötigt — also jene tiefgreifende, flexible Filterung, die der restriktive MV3-Ansatz nicht eins zu eins abbilden kann —, sollte nicht vergessen, dass es immer noch Firefox gibt. Mozilla unterstützt die webRequest-Schnittstelle weiterhin uneingeschränkt. Dadurch können anspruchsvolle Content-Blocker dort wie gewohnt arbeiten. Wie auch immer sich das Chromium-Ökosystem entwickelt: Ihr habt die Wahl.</p>
<hr>
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]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Werbeblocker, die Ihre Daten an die Werbeindustrie verkaufen — absurd, aber Realität</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/ad-blocking-extensions-that-sell-your-data-to-advertisers-sounds-absurd-but-its-reality.html</link>
      <pubDate>Tue, 02 Jun 2026 16:30:23 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a27eb3f1beaf40001a39812</guid>
      <category>Branchennews</category>
      <category>Datenschutz</category>
      <category>Werbeblockierung</category>
      <description>Schützt Ihr Werbeblocker wirklich Ihre Privatsphäre? Neue Analysen deuten darauf hin, dass manche populäre Browsererweiterungen im Hintergrund das exakte Gegenteil tun.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Viele Menschen nutzen Werbeblocker, um sich vor Werbung und Trackern zu schützen. Es wirkt daher fast schon satirisch, dass manche Browsererweiterungen die Nutzerdaten sammeln und verkaufen — und das ausgerechnet an genau die Werbetreibenden, vor denen sie eigentlich Schutz versprechen. <a href="https://layerxsecurity.com/blog/your-extensions-sell-your-data-and-its-perfectly-legal/">Doch laut einer neuen Untersuchung des Cybersicherheitsunternehmens LayerX Security</a> ist genau das der Fall.</p>
<p>Die Forscher von LayerX analysierten die Datenschutzrichtlinien von 6.666&nbsp;Erweiterungen. Durch eine Kombination aus KI-Klassifizierung und manueller Prüfung identifizierten sie mindestens 82&nbsp;Erweiterungen, deren Richtlinien den Verkauf, die Weitergabe, Lizenzierung oder kommerzielle Übertragung von Nutzerdaten an Dritte ausdrücklich erlauben. Zum&nbsp;Zeitpunkt der Veröffentlichung der Studie im April&nbsp;2026 waren 75 davon immer noch im Chrome Web Store gelistet.</p>
<p>Viele Erweiterungen legen den potenziellen Verkauf oder die Weitergabe von Nutzerdaten in schwammigen Formulierungen offen, die tief in den Datenschutzrichtlinien vergraben sind. Zu&nbsp;den Formulierungen gehören unter anderem:</p>
<blockquote>
<p><em>„Wir können Ihre personenbezogenen Daten an Dritte verkaufen oder mit ihnen teilen.“</em></p>
</blockquote>
<blockquote>
<p><em>„Diese Informationen können an Geschäftspartner verkauft oder mit ihnen geteilt werden.“</em></p>
</blockquote>
<p>Das Wörtchen „können“ trägt hierbei eine enorme rechtliche Last.</p>
<p>Einige Erweiterungen geben offen an, dass sie Browseraktivitäten, Verhaltensprofile, den Streaming-Verlauf, demografische Informationen und abgeleitete Interessen für <em>„Analysen“</em>, <em>„Marketing“</em> oder <em>„kommerzielle Zwecke“</em> erfassen.</p>
<p>Andere gehen einen anderen Weg. Laut den Forschern veröffentlicht die Mehrheit der Erweiterungen im Chrome Web Store überhaupt keine Datenschutzrichtlinie — was ein noch größeres Warnsignal sein dürfte. Einem früheren Bericht von LayerX zufolge besitzen rund 71 % aller Chrome-Erweiterungen keinerlei Datenschutzrichtlinie. Nach den Richtlinien des&nbsp;Google Chrome Web Stores sind Erweiterungen, die Nutzerdaten verarbeiten, jedoch dazu verpflichtet. Während einige dieser Erweiterungen tatsächlich keine Daten verarbeiten, dürfte dies auf die meisten nicht zutreffen: Viele beliebte Erweiterungskategorien sind von Natur aus darauf angewiesen, auf Browseraktivitäten oder Webinhalte zuzugreifen, um überhaupt zu funktionieren.</p>
<p>Wenn sich Entwickler trotz der Regeln des Chrome Web Stores nicht einmal die Mühe machen, eine Datenschutzrichtlinie zu veröffentlichen, gibt es kaum Grund zur Annahme, dass sie plötzlich sorgfältig oder transparent mit Ihren Daten umgehen. Realistisch betrachtet ist es bei solchen Browsererweiterungen weitaus wahrscheinlicher, dass sie Nutzerdaten erfassen, teilen oder monetarisieren, als bei denjenigen, die es offen zugeben.</p>
<p>Das alles mag abstrakt klingen, bis&nbsp;man sich vor Augen führt, wie wertvoll Verhaltensdaten geworden sind. <a /en/blog/ads-auctions-surveillance-abuse.html">Wir haben bereits darüber berichtet</a>, wie vermeintlich harmlose kommerzielle Datensätze zunehmend die Überwachungsindustrie, Profiling-Systeme und sogar Ermittlungen von Strafverfolgungsbehörden über Datenhändler und Location-Intelligence-Firmen speisen. Was als „Analyse“ beginnt, kann letztendlich in riesigen Verhaltensdatenbanken landen, die weit vom ursprünglichen Zweck entfernt sind, dem die Nutzer zugestimmt haben.</p>
<h2 id="werbeblocker-erweiterungen-die-ihre-daten-%E2%80%9Everkaufen%E2%80%9C">Werbeblocker-Erweiterungen, die Ihre Daten „verkaufen“</h2>
<p>Zu den ironischen Ergebnissen des Berichts gehörten ausgerechnet Werbeblocker. Die Forscher identifizierten mehrere Werbeblocker-Erweiterungen, deren Datenschutzrichtlinien die Erfassung und Weitergabe von Nutzerdaten an&nbsp;Dritte explizit erlauben. Zusammen erreichen diese Browsererweiterungen Berichten zufolge mehr als 5,5&nbsp;Millionen Nutzer:innen.</p>
<p>Einige im Bericht hervorgehobene Beispiele sind:</p>
<ul>
<li>
<p>Stands AdBlocker (3 Millionen Nutz.)</p>
</li>
<li>
<p>Poper Blocker (2 Millionen Nutz.)</p>
</li>
<li>
<p>All Block — ad blocker for YouTube (500.000 Nutz.)</p>
</li>
<li>
<p>TwiBlocker (80.000 Nutz.)</p>
</li>
<li>
<p>Urban AdBlocker (10.000 Nutz.)</p>
</li>
</ul>
<p>Laut LayerX legen einige dieser Erweiterungen offen, dass sie Browseraktivitäten, Verhaltensprofile, Daten zur Interaktion mit Werbung und sogar sensible, aus besuchten URLs abgeleitete Interessen erfassen.</p>
<p>Um es klarzustellen: Es handelt sich hierbei nicht um etablierte, datenschutzorientierte Tools wie AdGuard, uBlock Origin oder Ghostery. Dennoch haben sie ein riesiges Millionenpublikum. Und das ist wahrscheinlich nur die&nbsp;sichtbare Spitze des Eisbergs.</p>
<p>Das Problem ist keineswegs neu. Bereits vor über uns fünf&nbsp;Jahren haben wir Dutzende gefälschte Werbeblocker identifiziert, die Millionen von Installationen anhäuften und gleichzeitig betrügerische Praktiken anwandten — <a /en/blog/fake-ad-blockers-part-3.html">von der Erfassung von Nutzerdaten bis hin zum Einschleusen von Werbung und Tracking-Skripten in Webseiten</a>.</p>
<p>Aus diesem Grund sollte Transparenz eines der ersten Kriterien sein, die man vor der Installation einer Browsererweiterung prüft. <a href="https://chromewebstore.google.com/detail/adguard-adblocker/bgnkhhnnamicmpeenaelnjfhikgbkllg">Die AdGuard Browsererweiterung kann als Beispiel dafür dienen, worauf man achten sollte</a>. Im&nbsp;Eintrag des AdGuard Werbeblockers im Chrome Web Store wird klar angegeben, ob Nutzerdaten erfasst, weitergegeben oder verkauft werden, zusammen mit zusätzlichen Erklärungen zum Umgang mit diesen Daten. Für alle, die es genauer wissen wollen, ist die <a /en/privacy.html">vollständige Datenschutzerklärung von AdGuard öffentlich zugänglich</a> und und direkt im Store-Eintrag verlinkt.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/r1xqqadguard_privacy.png" alt="Datenschutzerklärung von AdGuard" loading="lazy"></p>
<h2 id="netflix-streaming-erweiterungen-und-die-daten%C3%B6konomie-hinter-der-unterhaltung">Netflix, Streaming-Erweiterungen und die Datenökonomie hinter der Unterhaltung</h2>
<p>Der Bericht deckte außerdem ein Netzwerk von Browsererweiterungen rund um das Thema Streaming auf, die auf Plattformen wie Netflix, Hulu, Disney+, Prime Video, HBO Max, Apple TV+ und anderen großen Diensten aktiv sind. Diese Erweiterungen ließen sich alle auf ein einziges Publisher-Netzwerk zurückführen, das unter der Marke „dogooodapp“ operiert und über die HideApp LLC in Wyoming registriert ist.</p>
<p>Zu den größten Erweiterungen gehörten:</p>
<ul>
<li>
<p>Custom Profile Picture for Netflix (200.000 Nutz.)</p>
</li>
<li>
<p>Hulu Ad Skipper (100.000 Nutz.)</p>
</li>
<li>
<p>Netflix Picture in Picture (100.000 Nutz.)</p>
</li>
<li>
<p>Ad Skipper for Prime Video (60.000 Nutz.)</p>
</li>
<li>
<p>Netflix Extended (60.000 Nutz.)</p>
</li>
</ul>
<p>Den Forschern zufolge legen die zugehörigen Datenschutzrichtlinien die Erfassung von Streaming-Verlauf, Inhaltspräferenzen, Nutzungsverhalten, Abonnementinformationen, Demografie und Interaktionsmustern offen. Diese Daten können später an Werbetreibende, Analyseunternehmen und Medienforschungsunternehmen verkauft oder weitergegeben werden.</p>
<p>Und genau hier lässt sich die Ironie kaum noch ignorieren. Viele dieser Erweiterungen basieren auf Plattformen, die sich selbst rasant in Werbe-Ökosysteme verwandeln. <a /de/blog/netflix-ad-free-plan-europe.html">Netflix baut seine werbefinanzierten Abos aggressiv aus</a>, während werbefreie Premium-Abos teurer werden. <a /en/blog/amazon-prime-ads-streaming-blocking.html">Amazon Prime Video hat automatisch Werbung für Nutzer:innen eingeführt, die nicht extra zahlen möchten</a>, um&nbsp;sie zu entfernen. In der gesamten Branche setzen Streaming-Plattformen zunehmend auf Werbewachstum und Verhaltensprofile statt nur auf reine Abonnements.</p>
<p><a href="https://www.digital-i.com/insight-articles/tv-vs-smartphone-how-netflix-viewing-changes-by-device">Und dann sind da noch die Bildschirme, auf denen all diese Unterhaltung stattfindet</a>: Smart-TVs, auf denen ohnehin der Großteil des Streamings läuft. Diese haben sich längst als einige der aggressivsten Akteure in der Daten- und Werbe-Targeting-Ökonomie etabliert. Wie&nbsp;wir vor&nbsp;Kurzem im Blog berichteten, als wir über Smart-TVs schrieben, die Werbung über HDMI-Eingänge und während des Spielens einblenden, <a /de/blog/smart-tv-ads-playstation-hdmi-block.html">monetarisieren TV-Hersteller längst nicht mehr nur Apps und Startbildschirme</a> — sie gehen zunehmend dazu über, das Fernseherlebnis selbst zu monetarisieren.</p>
<p>Diese Erweiterungen klinken sich im Grunde in genau dasselbe Ökosystem ein. Sie&nbsp;greifen Daten darüber ab, was Menschen ansehen, anklicken, überspringen und womit sie interagieren, weil diese Informationen für Werbetreibende und Analyseunternehmen mittlerweile weitaus wertvoller sind als die Hardware oder die Abonnements selbst.</p>
<h2 id="warum-das-wichtig-ist">Warum das wichtig ist</h2>
<p>Es mag verlockend sein, das Tracking durch Browsererweiterungen im Vergleich zu&nbsp;Schadsoftware oder dem Diebstahl von Zugangsdaten wie Passwörtern oder PINs als harmlos anzusehen. Das Problem ist jedoch: Die moderne Datenerfassung ist nur ein Teil eines viel größeren Überwachungspuzzles.</p>
<p>Die durch vermeintlich harmlose Analysen gesammelten Daten können reale Konsequenzen haben. Sie können zu&nbsp;<a href="https://www.aclu.org/news/racial-justice/big-data-could-set-insurance-premiums-minorities-could">höheren Versicherungsprämien</a> führen, es Unternehmen erleichtern, <a href="https://www.ftc.gov/news-events/news/press-releases/2025/01/ftc-surveillance-pricing-study-indicates-wide-range-personal-data-used-set-individualized-consumer">verschiedenen Personen unterschiedliche Preise für dieselben Produkte zu berechnen</a>, und Nutzer:innen immer aggressiverer Werbung sowie maßgeschneiderten Betrugsversuchen aussetzen.</p>
<p>Browsererweiterungen kennen zwar vielleicht nicht Ihren genauen physischen Standort wie mobile Apps, können aber dennoch enorme Mengen an Verhaltensdaten erfassen. Dazu gehören der Browserverlauf, Suchanfragen, Einkaufsaktivitäten, Streaming-Gewohnheiten, angeklickte Links, geöffnete Tabs, aus besuchten Websites abgeleitete Interessen und manchmal sogar die Inhalte von Seiten, mit denen Sie interagieren.</p>
<p>Für sich genommen mögen diese Datensätze relativ unscheinbar wirken. Sobald sie jedoch mit Informationen von Werbetreibenden, Datenhändlern und öffentlichen Registern verknüpft werden, können sie überraschend aufschlussreich sein — sie legen die finanzielle Situation, die politische Gesinnung, gesundheitliche Probleme und vieles mehr offen.</p>
<p>Wir haben vor Kurzem darüber geschrieben, <a /en/blog/weblock-location-tracking-surveilliance.html">wie kommerzielle Standort- und Werbe-Ökosysteme diese Art von umfassendem Profiling und Überwachung zunehmend ermöglichen</a> und wie die <a /en/blog/ads-auctions-surveillance-abuse.html">moderne Ad-Tech-Branche praktisch als Echtzeit-Datenübertragungssystem fungiert</a>, bei dem Nutzerinformationen hinter den Kulissen ständig geteilt, gehandelt und analysiert werden. Und im&nbsp;Gegensatz zu einem gehackten Passwort lassen sich Verhaltensprofile nach ihrer Offenlegung nicht einfach ändern.</p>
<h2 id="checkliste-vor-der-installation-von-browsererweiterungen">Checkliste vor der Installation von Browsererweiterungen</h2>
<p>Keine Erweiterung ist automatisch vertrauenswürdig, nur weil sie in einem offiziellen Browser-Store gelistet ist. Zudem erfordern Browsererweiterungen oft sehr weitreichende Berechtigungen, darunter das Recht, Daten auf jeder von Ihnen besuchten Seite zu lesen und zu ändern. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine solche Erweiterung Ihre Daten stehlen will. Einige Kategorien von Erweiterungen benötigen legitimerweise umfassenden Zugriff, um&nbsp;zu funktionieren. Werbeblocker beispielsweise benötigen die Berechtigung, Webinhalte zu lesen und zu ändern, um Werbung zu entfernen, Tracker zu blockieren und schädliche Skripte vor dem Laden zu filtern.</p>
<p>Bevor eine Browsererweiterung installiert wird, lohnt es sich, eine kurze Checkliste durchzugehen:</p>
<ul>
<li>
<p>Die Datenschutzrichtlinie auf Warnsignale prüfen, insbesondere auf Formulierungen wie:</p>
<ul>
<li>„kann teilen“ / „weitergeben“</li>
<li>„Geschäftspartner“</li>
<li>„Analysezwecke“</li>
<li>„kommerzielle Zwecke“</li>
<li>„Partnerunternehmen und Dritte“</li>
</ul>
</li>
<li>
<p>Skeptisch sein bei Erweiterungen, die überhaupt keine Datenschutzrichtlinie haben</p>
</li>
<li>
<p>Überprüfen, wer die Erweiterung entwickelt hat</p>
</li>
<li>
<p>Auf die Anzahl der Installationen achten, aber bedenken, dass diese künstlich in die Höhe getrieben werden können.</p>
</li>
<li>
<p>Bewertungen kritisch lesen: Gefälschte Rezensionen sind weit verbreitet. Eine große Anzahl ähnlich klingender positiver Bewertungen sollte als Warnsignal gewertet werden.</p>
</li>
<li>
<p>Die Installation unnötiger Erweiterungen komplett vermeiden</p>
</li>
<li>
<p>Nach Möglichkeit auf etablierte Open-Source-Tools zum Schutz der&nbsp;Privatsphäre setzen.</p>
</li>
</ul>
<p>Interessanterweise hob der Bericht auch einige Erweiterungen hervor, die Nutzer offen für die freiwillige Weitergabe von Daten entschädigen. Zumindest dort ist die Vereinbarung transparent: Nutzer:innen tauschen Daten wissentlich gegen Geld.</p>
<p>Das größere Problem ist das weitaus größere Ökosystem, das im Stillen das Nutzerverhalten hinter bewusst schwammigen rechtlichen Formulierungen sammelt und monetarisiert, die die meisten Menschen ohnehin nie lesen. Und letztendlich kämpft ein Werbeblocker, der vom Verkauf von Browserdaten zurück an das Werbe-Ökosystem profitiert, nicht wirklich gegen Werbung. Er&nbsp;füttert lediglich einen anderen Teil des Werbesystems.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Die Top 17 AdGuard-Features von unserem Team und der Community</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/adguard-team-top-17-features.html</link>
      <pubDate>Wed, 20 May 2026 03:00:37 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a2041951beaf40001a3954d</guid>
      <category>AdGuard Home</category>
      <category>AdGuard Mail</category>
      <category>Nützliches</category>
      <description>Zu unserem 17. Geburtstag zeigen wir Ihnen die ehrlichste Liste unserer nützlichsten Features. Das sind die Funktionen, die unser Team und die Community im Alltag wirklich am meisten schätzen.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Jeder von uns hat diese eine AdGuard-Funktion, die im Alltag heimlich den Tag rettet — sei&nbsp;es, weil sie nervige Probleme unbemerkt löst oder das Surfen einfach stressfrei macht.</p>
<p>Zu unserem 17. Geburtstag machen wir Schluss mit PR-Floskeln und zeigen Ihnen die ehrlichste Liste unserer nützlichsten Features. Sie enthält die Favoriten unseres Entwicklerteams sowie die Funktionen, die von der AdGuard-Community in&nbsp;sozialen Netzwerken am häufigsten gelobt werden — von prominenten Tools bis hin zu tief in den Einstellungen versteckten Optionen.</p>
<p>Machen Sie es sich bequem — hier sind unsere wichtigsten Highlights.</p>
<h2 id="smartes-routen-f%C3%BCr-ihren-datenverkehr">Smartes Routen für Ihren Datenverkehr</h2>
<p>Permanent die Privatsphäre zu schützen ist wichtig, kann im Alltag aber anstrengend werden. Manche Apps streiken mit aktivem VPN, andere funktionieren gar nicht erst ohne. Das&nbsp;ständige manuelle Ein- und Ausschalten nervt schnell — diese Funktionen machen Schluss mit dem&nbsp;Hin und Her.</p>
<h3 id="1-ausschl%C3%BCsse-in-adguard-vpn">1. Ausschlüsse in <a href="https://adguardervpn.world/de/welcome.html">AdGuard VPN</a></h3>
<p>Als wir im Team herumgefragt haben, welches Feature am beliebtesten ist, wurde dieses hier von fast allen sofort genannt. Unter <em>Ausschlüsse</em> legen Sie fest, welche Apps und Websites direkt und welche über das VPN laufen. Der&nbsp;Datenverkehr wird vollautomatisch im Hintergrund aufgeteilt, ohne dass Sie manuell eingreifen müssen. Das spart fingerakrobatische Klicks und schont die Nerven im Alltag.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/release_notes/vpn/ios/v2.4/exclusions_de.png" alt="Ausschlüsse *mobile_border" loading="lazy"></p>
<h3 id="2-gespeicherte-standorte-in-adguard-vpn">2. Gespeicherte Standorte in AdGuard VPN</h3>
<p>Der Head of Product von AdGuard gibt offen zu, dass die <em>gespeicherten Standorte</em> anfangs wie ein netter, aber unbedeutender Bonus wirkten. Es gab kaum Server, und wer wechselt schon täglich das Land? Doch die Anwendungsfälle häuften sich: Online-Banking aus dem Ausland, internationale Sport-Streams oder länderspezifische Preise beim Onlineshopping. <em>„Irgendwann merkte ich, dass ich mich immer mit denselben Ländern verbinde“</em>, sagt er. <em>„Jetzt öffne ich einfach das Menü und alles, was ich brauche, ist mit einem Klick da.“</em> Eine Kleinigkeit, die im Alltag echte Zeit spart.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/release_notes/vpn/ios/v2.7/saved-locations_de.png" alt="Gespeicherte Standorte *mobile_border" loading="lazy"></p>
<h3 id="3-zulassungsliste-im-adguard-werbeblocker">3. Zulassungsliste im <a /de/welcome.html">AdGuard Werbeblocker</a></h3>
<p>Der Teamleiter unseres Erweiterungs-Teams nennt dieses Feature einfach, aber extrem nützlich. <em>Zulassungsliste</em> löst ein bekanntes Dilemma: Sie möchten eine Lieblings-Website unterstützen und dort Werbung zulassen, aber der komplette Verzicht auf Schutz fühlt sich an wie ein Spaziergang im&nbsp;Regen ohne Regenschirm. Mit der Zulassungsliste fügen Sie die Seite einfach zu den Ausnahmen hinzu. Ein&nbsp;Klick genügt, um das Filtern für diese spezifische Seite abzuschalten, während der Rest des Internets geschützt bleibt.</p>
<h3 id="4-umgekehrte-zulassungsliste-im-adguard-werbeblocker">4. Umgekehrte Zulassungsliste im AdGuard Werbeblocker</h3>
<p>Dieses Feature ist direkt aus dem Feedback unserer Community entstanden, denn Sie entscheiden maßgeblich mit, welche Funktionen es in AdGuard schaffen. In&nbsp;diesem Modus macht AdGuard überall Pause — außer auf den Websites, die Sie selbst auf die Liste gesetzt haben. Wer ein paar besonders werbeüberladene Portale kennt, fügt sie einfach hinzu. Der&nbsp;Schutz greift dann nur dort, während der Rest unangetastet bleibt.</p>
<p>Das ist die perfekte Lösung für alle, die das Web weitgehend ungefiltert nutzen, aber aggressive Banner auf bestimmten Portalen stoppen wollen.</p>
<h2 id="perfekte-ordnung-auf-der-website">Perfekte Ordnung auf der Website</h2>
<p>Sie öffnen eine Lieblings-Website — und ein riesiger Werbebanner blockiert das halbe Display. Oder ein leerer Platzhalter ruiniert das gesamte Layout, weil der Blocker zwar die Anzeige erwischt, aber den Container vergessen hat. Das&nbsp;sieht aus, als hätte jemand ein Stück aus der Seite gebissen. Die folgenden Features sorgen für eine makellose Optik.</p>
<h3 id="5-eigene-filterregeln">5. Eigene Filterregeln</h3>
<p>Wer sich sein ganz eigenes Schutzsystem bauen möchte, greift zu <em>eigenen Filterregeln</em>. Im Grunde nehmen Sie die Kontrolle über die Inhalte selbst in die Hand. Sie können Regeln erstellen, die bestimmte Seitenelemente problemlos laden lassen, während andere blockiert werden, noch bevor sie überhaupt auf dem Gerät landen. Das ist die Wahl für Profis, denen Standard-Filter nicht präzise genug sind und die das Internet auf den Millimeter genau anpassen wollen.</p>
<h3 id="6-elementblockierung-auf-der-seite">6. Elementblockierung auf der Seite</h3>
<p>Wer keine Lust auf komplizierte Skripte hat, aber trotzdem diesen einen nervigen Banner oder die hartnäckige Menüleiste vom Bildschirm verbannen will, findet hier die Lösung. Das Blockieren von Elementen ist Teil des <strong>AdGuard-Assistenten</strong> und ein absoluter Liebling der Community. Sie klicken einfach auf <em>Werbung auf dieser Website blockieren</em>, wählen das störende Element aus — und es verschwindet dauerhaft.</p>
<p>Wer viel Wert auf Details legt, nennt es das absolute Lieblingsfeature, und wir verstehen warum: Die Seite wird so sauber wie ein Hochglanzmagazin, ganz ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/content/blog/assistent_adb.png" alt="Assistent *mobile_border" loading="lazy"></p>
<h3 id="7-schutz-f%C3%BCr-30-sekunden-deaktivieren">7. Schutz für 30 Sekunden deaktivieren</h3>
<p>Das Lieblingsfeature unserer Chefredaktion. Manchmal streikt eine Website aufgrund eines schlecht integrierten Skripts (und das&nbsp;Filtern solcher Elemente macht es oft nur schlimmer) oder man muss eine Seite dringend im „Originalzustand“ sehen.</p>
<p>Statt jedes Mal das Menü zu öffnen, den Schutz mühsam auszuschalten und später zu riskieren, ihn zu vergessen, pausiert man ihn einfach kurz. Exakt dreißig Sekunden später nimmt AdGuard seine Arbeit im Hintergrund stillschweigend wieder auf.</p>
<h2 id="volle-kontrolle-unter-der-haube-f%C3%BCr-technik-fans">Volle Kontrolle unter der Haube (für Technik-Fans)</h2>
<p>Zu einem runden Geburtstag gehören auch die Tools, die unauffällig im&nbsp;Hintergrund Höchstleistungen erbringen — tief unter der Haube der&nbsp;App.</p>
<h3 id="8-benutzerskripte">8. Benutzerskripte</h3>
<p>Für alle mit großem technischem Interesse, denen die Standardfunktionen des Browsers nie ausreichen, sind <strong>Benutzerskripte</strong> die Rettung. <a /de/adguard-android/overview.html">AdGuard für&nbsp;Android</a>, <a /de/adguard-mac/overview.html">Mac</a> und <a /de/adguard-windows/overview.html">Windows</a> arbeitet als vollwertiger Skript-Manager. Das bedeutet, dass Sie Funktionen direkt über den Blocker erweitern können — neue Buttons hinzufügen, Oberflächen umgestalten und sich wie von Zauberhand eigene Tools bauen. Das Thema sorgt regelmäßig für lange Diskussionen auf Reddit, und das völlig zu Recht.</p>
<h3 id="9-filterungsprotokoll">9. Filterungsprotokoll</h3>
<p>Ein Favorit unserer PR-Teamleiterin. Sie beschreibt es so: <em>„Man kann in&nbsp;Echtzeit beobachten, welche Tracker wo an die Tür klopfen. Du öffnest eine Seite und siehst die Anfragen und Blockierungen nur so vorbeifliegen... Und das alles auf einer einzigen kleinen Seite!“</em> Der Anblick hat etwas Faszinierendes und liefert ein lückenloses Bild davon, was im&nbsp;Hintergrund passiert.</p>
<h3 id="10-dienstzugriff-nach-eigenen-regeln-mit-adguard-home">10. Dienstzugriff nach eigenen Regeln mit <a /de/adguard-home/overview.html">AdGuard Home</a></h3>
<p>Der Teamleiter unseres Go-Teams nennt hier eines seiner Lieblingsszenarien: Das&nbsp;gezielte Sperren von Plattformen wie YouTube, Reddit und anderen sozialen Netzwerken — und das nach einem festen Zeitplan, zum Beispiel nur zu bestimmten Stunden. Das hilft enorm dabei, fokussiert zu bleiben und digitale Ablenkungen während der Arbeitszeit zu eliminieren.</p>
<h3 id="11-datenverkehrs-kontrolle-f%C3%BCr-alle-ger%C3%A4te-mit-adguard-home">11. Datenverkehrs-Kontrolle für alle Geräte mit AdGuard&nbsp;Home</h3>
<p>Noch ein Favorit desselben Kollegen: Die Möglichkeit, genau zu überwachen und zu&nbsp;steuern, was auf den eigenen Geräten passiert. Um&nbsp;ihn direkt zu zitieren: <em>„Um&nbsp;zu verstehen, welcher [zensiert] wohin funkt, und den ganzen Kram dann einfach zu blockieren.“</em></p>
<h3 id="12-trusttunnel">12. TrustTunnel</h3>
<p>Das Tool, das unser CTO jeden Tag startet. <a href="https://trusttunnel.org/">TrustTunnel</a> ist unser Open-Source-Client für maßgeschneiderte Verbindungen. Wenn ein normales VPN nicht ausreicht — weil man nicht nur einen Server aus einer Liste wählen, sondern die gesamte Route selbst bestimmen will —, bietet TrustTunnel absolute Freiheit. Der&nbsp;CTO sagt: <em>„Ich nutze es fast häufiger als ein normales VPN.“</em> Und das sind keine leeren Worte: Wer digitale Unabhängigkeit schätzt, macht dieses Tool schnell zu seiner primären Verbindung.</p>
<h3 id="13-verbindungsprotokoll-in-trusttunnel">13. Verbindungsprotokoll in TrustTunnel</h3>
<p>Wohin fließt Ihr Datenverkehr eigentlich genau? Das Verbindungsprotokoll verrät es. Der Teamleiter der Mobilentwicklung erklärt: <em>„Diese Option hilft enorm bei der Analyse, wohin der Traffic ging, um die notwendigen IP-Adressen schnell zu den Ausnahmen hinzuzufügen.“</em> Im Grunde erhalten Sie ein Röntgenbild Ihrer eigenen Verbindung.</p>
<h2 id="sicherheit-sauberkeit-und-ruhe">Sicherheit, Sauberkeit und Ruhe</h2>
<p>Diese Funktionen laufen nach dem Prinzip „einrichten und vergessen“. Wie&nbsp;Superhelden bekämpfen sie Werbung und Tracking und halten das Netz sauber, während Sie schlafen. Der Teamleiter unseres Erweiterungs-Teams nennt genau diese Philosophie den coolsten Teil des AdGuard Werbeblockers: <em>„Es&nbsp;läuft völlig von allein. Bis man es eines Tages aus Versehen ausschaltet und plötzlich sieht, wie viel Werbung im Internet eigentlich existiert.“</em></p>
<h3 id="14-adguard-mail-mit-temp-mail">14. AdGuard Mail mit Temp-Mail</h3>
<p>Es ist vielleicht nicht ganz fair, ein komplettes Produkt als einzelnes Feature aufzuzählen, aber an diesem kommen wir einfach nicht vorbei. Während der Datenverkehr im Hintergrund sauber geregelt ist, füllt sich das private Postfach oft unbemerkt mit Spam. Jede einmalige Registrierung, jeder Online-Shop mit einem verdächtigen Bestellformular — und schon hat man hundert ungewollte E-Mails.</p>
<p>Dafür haben wir <a href="https://adguard-mail.com/de/welcome.html">AdGuard Mail</a> mit integrierter Temp-Mail-Funktion. Unsere Content-Managerin beschreibt ihre Erfahrung so: <em>„Ich gebe meine echte E-Mail-Adresse überhaupt niemandem mehr. Alle Gutscheincodes und Newsletter landen auf meiner temporären Adresse mit einem funny Namen (props an die Entwickler für den&nbsp;Humor!).“</em></p>
<p>Zudem lassen sich E-Mail-Weiterleitungen (Aliase) einrichten, um Nachrichten an&nbsp;die private Adresse zu schicken. Auf diese Weise bleibt das Hauptpostfach absolut sicher und erstrahlt in makelloser Sauberkeit.</p>
<figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/x7dh0hagmail.png" class="kg-image" alt="" loading="lazy" width="1676" height="1305"></figure><h3 id="15-tracking-schutz-im-adguard-werbeblocker">15. Tracking-Schutz im AdGuard Werbeblocker</h3>
<p>Wer großen Wert auf Datenschutz legt, liebt dieses Feature besonders. Das&nbsp;<em>Tracking-Schutz</em>-Modul (<em>Privatsphäre</em>) filtert UTM-Parameter aus Links, verbirgt Suchanfragen, maskiert die IP-Adresse und verhindert, dass Websites ein digitales Profil von Ihnen erstellen.</p>
<figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/gvlf6tracking_schutz.png" class="kg-image" alt="" loading="lazy" width="1595" height="727"></figure><h3 id="16-schutz-vor-phishing">16. Schutz vor Phishing</h3>
<p>Eine Funktion, die man völlig vergisst — bis sie im unerwartetsten Moment anspringt. Sie&nbsp;klicken auf einen ganz normalen Link, und in Bruchteilen einer Sekunde gleicht AdGuard die Seite mit der Datenbank ab. Tarnt sich die Website als Bank-Portal oder Online-Shop, um Daten zu stehlen, erscheint sofort eine Warnung. <em>Schutz vor Phishing und Malware</em> rettet Sie vor Betrugsseiten, ohne dass Sie aktiv darüber nachdenken müssen.</p>
<h3 id="17-werbeblockierung-in-apps-und-spielen">17. Werbeblockierung in Apps und Spielen</h3>
<p>Besonders beim Spielen auf dem Smartphone machen sich die Vorteile dieses Features bemerkbar. Wer schon einmal ein kostenloses Mobilspiel gestartet hat, weiß: Die&nbsp;Werbung fragt nicht nach Erlaubnis. Sie&nbsp;bricht zwischen den Levels ein, legt sich über die Oberfläche und stiehlt wertvolle Zeit. Der&nbsp;In-App-Blocker filtert diese Störungen zuverlässig heraus — ein Feature, für das unser Entwicklerteam regelmäßig den herzlichsten Dank aus der Gaming-Community erhält.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>AdGuard Mail v1.5: Neuer Look und einfachere Updates</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/adguard-mail-v1-5.html</link>
      <pubDate>Wed, 20 May 2026 18:17:02 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a1467ee1beaf40001a38c6f</guid>
      <category>AdGuard Mail</category>
      <category>Neue Version</category>
      <category>Release notes</category>
      <description>AdGuard Mail v1.5 bringt ein frisches Design, eine leichtere Bedienung und smartere Updates. Das macht die App im täglichen Gebrauch noch übersichtlicher.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise berichten wir nicht über jede neue Version von AdGuard Mail, aber v1.5 bringt so viele sichtbare Verbesserungen mit sich, dass sie eine eigene Vorstellung verdient. Von einem frischen Design über einfachere Interaktionen bis hin zu smarten Updates — dieses Release konzentriert sich darauf, die tägliche Nutzung der App optisch und funktional aufzuwerten. Schauen wir uns an, was neu in v1.5 ist.</p>
<h2 id="aufger%C3%A4umtes-design">Aufgeräumtes Design</h2>
<figure class="kg-card kg-gallery-card kg-width-wide kg-card-hascaption"><div class="kg-gallery-container"><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/vb8hzbefore-temp-mail.jpeg" width="1600" height="806" loading="lazy" alt=""></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/727ppafter-temp-mail.jpeg" width="1600" height="806" loading="lazy" alt=""></div></div></div><figcaption><p><span style="white-space: pre-wrap;">AdGuard Mail: Vorher und Nachher</span></p></figcaption></figure><p>Wir haben die Benutzeroberfläche verfeinert, der App einen frischen Look mit neuen Farben verpasst und die gesamte Bedienung optimiert, damit sich alles noch intuitiver anfühlt.</p>
<p>Zudem haben wir die Navigation vereinfacht, indem wir Wischgesten durch sichtbare Aktionstasten ersetzt haben. Das bedeutet weniger versteckte Funktionen, keine versehentlichen Fehleingaben mehr und einen schnelleren Zugriff auf die Funktionen, die Sie tatsächlich brauchen.</p>
<h2 id="einfachere-app-updates">Einfachere App-Updates</h2>
<p>Ab Version 1.5 kann die App Sie benachrichtigen, sobald eine neue Version verfügbar ist. Wenn der Update-Hinweis erscheint, genügt ein Klick, um die Aktualisierung direkt in der App zu starten.</p>
<p>Und wenn Sie bereits die neueste Version nutzen? Dann ändert sich vorerst nichts — wer also direkt auf v1.5 aktualisiert, wird von dieser Funktion im ersten Moment noch nichts sehen.</p>
<h2 id="temp-mail-im-fokus">Temp-Mail im Fokus</h2>
<p>Wir legen den Schwerpunkt zunehmend auf temporäre E-Mail-Adressen, was sich auch auf dem Startbildschirm der App widerspiegelt. Ab sofort öffnet sich die App standardmäßig im Bereich <strong>Temp-Mail</strong> anstelle von <strong>Aliase</strong>.</p>
<p>Aliase bleiben natürlich weiterhin ein fester Bestandteil von AdGuard Mail. Damit sie leicht zu finden sind, enthält der neue Startbildschirm einen diskreten Hinweis, der Sie bei Bedarf direkt zu Ihren Aliasen führt.</p>
<h2 id="ihre-meinung-z%C3%A4hlt">Ihre Meinung zählt</h2>
<p>Ihre Rückmeldungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung von AdGuard Mail, und wir würden gerne hören, wie Ihnen die neue Version gefällt. Wenn Sie Vorschläge, Ideen oder Fehlerberichte haben oder uns einfach Ihre Eindrücke mitteilen möchten, senden Sie uns Ihr Feedback über das <a href="https://surveys.adguard.com/de/adguard_mail/form.html">Formular</a>.</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>AdGuard wird 17: 7 Tage voller Rabatte</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/adguard-birthday-2026.html</link>
      <pubDate>Sat, 23 May 2026 08:14:59 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anastasiia Fedotova]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a1975331beaf40001a38f65</guid>
      <category>Promo</category>
      <description>Sichern Sie sich bis zum 7. Juni bis zu 83% Rabatt auf AdGuard-Produkte — für mehr Schutz und echte Privatsphäre im Netz.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p>Update: Diese Aktion ist vorbei. Wenn Sie keine Gelegenheit hatten, AdGuard Werbeblocker, AdGuard VPN oder AdGuard DNS mit einem Rabatt zu kaufen, machen Sie sich keine Sorgen — wir veranstalten oft andere Aktionen. Um die nächste Aktion nicht zu verpassen, <a /welcome.html#subscribe-to-news">abonnieren Sie unseren Newsletter</a> — wir werden Sie auf dem Laufenden halten!</p>
</blockquote>
<p>Kaum zu glauben, aber AdGuard wird 17! Damals war das Internet noch ein völlig anderer Ort — voller Flash-Animationen, klobiger Werbealgorithmen und ganz ohne Instagram oder Smartphones im&nbsp;Dauereinsatz.</p>
<p>Seitdem hat sich extrem viel verändert, aber unsere Mission bleibt unverändert: Wir wollen ein sauberes, sicheres Internet und echte Privatsphäre für alle. Und&nbsp;was wäre ein AdGuard-Geburtstag ohne Geschenke für unsere Community?</p>
<p>Hier sind unsere Geburtstags-Deals für&nbsp;Sie:</p>
<p>🎂 <strong>AdGuard Werbeblocker</strong>: <a /de/license.html?promoCode=BDAY26&amp;aid=137773&amp;utm_source=blog">50%&nbsp;Rabatt auf Jahreslizenzen und 45% auf lebenslange Lizenzen</a></p>
<p>🎂 <strong>AdGuard VPN</strong>: <a href="https://adguardervpn.world/de/license.html?promoCode=BDAYVPN26&amp;aid=137773&amp;utm_source=blog">83%&nbsp;Rabatt auf 2-Jahres-Abos</a></p>
<p>🎂 <strong>AdGuard DNS</strong>: <a href="https://adguard-dns.io/de/license.html?promoCode=BDAYDNS26&amp;aid=137773&amp;utm_source=blog">60%&nbsp;Rabatt auf Personal- und Team-Jahrespakete</a></p>
<p>Feiern Sie mit uns und machen Sie Schluss mit nerviger Werbung, schützen Sie Ihre Daten vor Dritten und blockieren Sie unerwünschte DNS-Anfragen. Egal ob Sie Ihr&nbsp;bestehendes Abo verlängern, ein Upgrade durchführen oder eine neue Lizenz für sich oder als Geschenk sichern — wir freuen uns, dass Sie an&nbsp;Bord sind!</p>
]]></content:encoded>
    </item>
    <item>
      <title>Selbst Ihr PlayStation-Bildschirm ist nicht mehr vor Smart-TV-Werbung sicher</title>
      <link>https://adguard.com/de/blog/smart-tv-ads-playstation-hdmi-block.html</link>
      <pubDate>Fri, 15 May 2026 18:36:01 +0300</pubDate>
      <dc:creator><![CDATA[Anna Koroleva]]></dc:creator>
      <guid isPermaLink="false">6a1418011beaf40001a38c45</guid>
      <category>Branchennews</category>
      <category>Werbeblockierung</category>
      <description>Früher nervte Werbung nur im Menü, heute legen Hersteller Anzeigen direkt über das HDMI-Signal — und werten so selbst das teure Flaggschiff-Modell zum Werbebanner ab.</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Stellen Sie sich vor: Sie schließen Ihre Spielkonsole an den riesigen OLED-Smart-TV an, den Sie extra fürs Gaming gekauft haben. Sie wollen einfach nur abschalten und in eine andere Welt eintauchen, melden sich bei Ihrem PlayStation-Konto an — und werden plötzlich von einer Werbung für Pizza oder Kühlschränke in der Bildschirmecke begrüßt. Und zwar nicht in einer Streaming-App oder im Menü, sondern direkt über das&nbsp;HDMI-Signal Ihrer Konsole. Die Einblendung lässt sich nicht sofort wegklicken — und beim letzten Einschalten war sie noch gar nicht&nbsp;da.</p>
<p>Was wie ein schlechter Scherz klingt, wird bei modernen High-End-Fernsehern immer mehr zur bitteren Realität.</p>
<h2 id="was-passiert-ist">Was passiert ist</h2>
<p>Genau dieses Szenario erlebte kürzlich ein Nutzer mit einem LG OLED-TV. Auf&nbsp;Reddit teilte er einen <a href="https://www.reddit.com/r/mildlyinfuriating/comments/1tci12o/my_1400_lg_oled_tv_is_displaying_ads_after_latest/?rdt=40688">Screenshot, der ein Werbebanner in der linken unteren Bildschirmecke zeigt</a> — mitten beim Starten der&nbsp;PlayStation 5. Die Werbung für „Pizza und Lieblingssnacks für den Filmabend“ lag direkt über dem HDMI-Signal der Konsole und nicht etwa auf der Benutzeroberfläche des Fernsehers selbst. Dem Posting zufolge tauchte das&nbsp;Banner erst nach einem aktuellen Firmware-Update auf.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/8f34uimage2.png" alt="LG OLED-Fernseher zeigt Werbung an, wenn er an eine PS angeschlossen ist" loading="lazy"></p>
<p>Das Ganze ist offenbar kein Einzelfall. Fast zeitgleich beschwerte sich jemand anderes auf Reddit über <a href="https://www.reddit.com/r/LGOLED/comments/1t6va8h/im_sorry_why_the_hell_am_i_getting_pop_up/">Pop-up-Werbung für Instacart-Bestellungen, die auf einem 1.500&nbsp;Dollar teuren LG OLED-Fernseher während der PS5-Nutzung erschienen</a>. Der&nbsp;Nutzer erklärte, er&nbsp;habe alle Werbeoptionen direkt nach dem Kauf in den Einstellungen deaktiviert — doch die Anzeigen kehrten anscheinend einfach wieder zurück.</p>
<blockquote>
<p>„Ich musste mich durch die Einstellungen wühlen, um das abzuschalten — dachte ich zumindest. Aber als ich den Fernseher einschaltete und meine&nbsp;PS5 hochfuhr, ploppte schon wieder eine Anzeige auf. Man kauft ein Flaggschiff-Modell und wird mit Werbung zugemüllt. Unfassbar. Ich kaufe nie wieder LG. Und&nbsp;wenn das alle Hersteller so machen, verzichte ich ganz auf einen Fernseher. Ich&nbsp;bin stinksauer.“</p>
</blockquote>
<p><a href="https://www.reddit.com/r/LGOLED/comments/1t6va8h/comment/okkiioa/">In den Kommentaren meldete sich eine weitere Person mit einer fast identischen Erfahrung</a>. Auch hier wurden alle Anzeigen direkt nach dem Kauf abgeschaltet, nur um&nbsp;später wieder von Werbe-Overlays beim Konsolenspielen überrascht zu werden:</p>
<blockquote>
<p>„Gestern habe ich den Fernseher zusammen mit meiner PS5 eingeschaltet und am&nbsp;unteren Bildschirmrand ploppte irgendeine Werbung auf… Das&nbsp;hat mich maßlos aufgeregt.“</p>
</blockquote>
<h2 id="warum-sich-das-besonders-unfair-anf%C3%BChlt">Warum sich das besonders unfair anfühlt</h2>
<p>Was diese Situation vom üblichen Werbechaos auf Smart-TVs unterscheidet, ist der&nbsp;Ort, an dem die Anzeige erscheint. Das ist keine Werbung innerhalb von Netflix, YouTube oder auf dem LG-Startbildschirm. <strong>Sie wird direkt über die&nbsp;Inhalte eines externen Geräts gelegt, für das man bereits bezahlt hat</strong>.</p>
<p>Wir haben uns zwar zähneknirschend daran gewöhnt, Werbung und Empfehlungen in&nbsp;Streaming-Apps und Smart-TV-Menüs zu tolerieren — aber Anzeigen über einer Spielkonsole fühlen sich noch einmal deutlich aufdringlicher an. In&nbsp;diesem Moment interagiert man schließlich weder mit der LG-Plattform noch mit einem Streaming-Dienst, sondern nutzt einfach nur seine PlayStation. Genau deshalb wirkt das Ganze so extrem störend und fast schon deprimierend.</p>
<p>Ein weiterer, besonders frustrierender Aspekt: Diese Änderungen kamen offenbar durch ein Firmware-Update. Das bedeutet, dass man den Fernseher ursprünglich gar nicht in diesem Zustand gekauft hat. Man hat ein bestimmtes Produkt erworben, und im&nbsp;Laufe der Zeit wurde es durch Software-Updates klammheimlich verändert — oder besser gesagt abgewertet — und in&nbsp;etwas völlig anderes verwandelt. Ein&nbsp;Premium-Fernseher verhält sich dadurch nicht mehr wie ein klassisches, unveränderliches Produkt, das der Person gehört, die dafür bezahlt hat. Er&nbsp;gleicht vielmehr einer ferngesteuerten Werbeplattform, deren Verhalten, Funktionen und Aufdringlichkeit der Hersteller noch lange nach dem Kauf nach eigenem Gutdünken anpassen kann.</p>
<h2 id="wenn-grenzen-%C3%BCberschritten-werden">Wenn Grenzen überschritten werden</h2>
<p>Das Problem ist nicht einfach, dass es Werbung auf Smart-TVs gibt. Dieser Kampf wurde schon vor Jahren weitgehend verloren. Startbildschirme voller gesponserter Inhalte, automatisch abspielender Trailer, Empfehlungen und Streaming-Werbung gehören mittlerweile bei fast allen großen TV-Plattformen zum Alltag. Das&nbsp;eigentliche Problem liegt darin, dass die Hersteller ihre Werbung nicht mehr nur auf das eigene Software-Ökosystem beschränken.</p>
<p>Das Einblenden von Anzeigen über HDMI-Eingänge verändert das Verhältnis zum eigenen Gerät grundlegend. Wenn man eine PlayStation, Xbox, ein Apple TV, einen Blu-ray-Player oder einen PC nutzt, sollte der Fernseher als reiner Bildschirm fungieren — und nicht als zusätzliche Werbeschicht, die sich ungefragt dazwischenschaltet. Zumindest fühlt sich das intuitiv immer noch richtig&nbsp;an, auch wenn die Grenzen dessen, was auf Smart-TVs als „akzeptabel“ gilt, seit Jahren immer weiter aufgeweicht werden.</p>
<p>Aber im Grunde haben wir es kommen sehen. Vor einigen Jahren berichteten wir über ein <a /de/blog/roku-hdmi-ads.html">Patent von Roku, das eine Technologie beschrieb, um Werbung über per HDMI angeschlossene Geräte einzublenden</a> — einschließlich Spielkonsolen, Streaming-Boxen und Mediaplayern. Das&nbsp;im Patent skizzierte System sollte es dem Fernseher ermöglichen, Pausen oder bestimmte Momente bei der Wiedergabe externer Inhalte zu erkennen, um dann temporär Werbung direkt auf dem Bildschirm zu platzieren. Und&nbsp;das, obwohl das&nbsp;Software-Ökosystem von Roku in diesem Moment überhaupt nicht aktiv genutzt wurde.</p>
<p>Damals taten viele das Ganze als rein spekulatives Patent ab, doch es zeigte genau die Richtung, in&nbsp;die sich die Smart-TV-Branche seit Jahren bewegt: jede verfügbare Oberfläche als monetarisierbaren Werbeplatz zu betrachten — selbst HDMI-Eingänge, die traditionell als absolut tabu für Herstellereingriffe galten. Was jetzt auf den LG-Fernsehern passiert, zeigt, dass diese Zukunft längst keine Theorie mehr ist.</p>
<h2 id="lg-vom-fernseher-zur-werbeplattform">LG: Vom Fernseher zur Werbeplattform</h2>
<p>Das ist nicht über Nacht passiert. LG baut die Werbung und die Monetarisierung der TV-Nutzung in seinem Smart-TV-Ökosystem schon seit Jahren konsequent aus.</p>
<p>Bereits 2021 wurde berichtet, dass <a href="https://www.theverge.com/tldr/2021/3/10/22323790/lg-oled-tv-commercials-content-store">LG-OLED-Fernseher im hauseigenen App Store automatisch Videowerbung mit Ton abspielten, während man lediglich Apps aktualisieren wollte</a>. Selbst für Smart-TV-Verhältnisse wurde dieses Vorgehen damals als überraschend aggressiv empfunden.</p>
<p><a href="https://www.theverge.com/2024/9/26/24254935/lg-smart-tv-oled-screensaver-ads-idle-mode">Im Jahr 2024 tauchten Berichte auf, dass einige LG-Fernseher anfingen, Werbung im Bildschirmschoner-Modus anzuzeigen</a>. Vor Kurzem ging LG sogar noch einen Schritt weiter und integrierte <a href="https://arstechnica.com/gadgets/2024/09/lg-tvs-continue-down-advertising-rabbit-hole-with-new-screensaver-ads/">KI-gestützte Werbetechnologie, die das Verhalten und die emotionale Reaktion des Publikums analysieren kann</a>, um personalisierte Anzeigen zu schalten.</p>
<p>Die Vorstellung, dass ein Fernseher nicht nur aufzeichnet, was man sich ansieht, sondern auch versucht zu ergründen, wie man emotional auf Inhalte reagiert, um noch effektivere Werbung zu schalten, rückt Smart-TVs in ein&nbsp;ganz neues Licht. Das fühlt sich weniger nach Unterhaltungselektronik an, sondern vielmehr nach einer invasiven Überwachungsinfrastruktur mitten im eigenen Wohnzimmer.</p>
<p>LGs Vorstöße in die Werbebranche sind symptomatisch für einen weitaus größeren Wandel in der Industrie, der sich im letzten Jahrzehnt vollzogen hat. Fernsehhersteller haben zunehmend aufgehört, Smart-TV-Software als reines Zusatzfeature zu betrachten — stattdessen sehen sie darin ein langfristiges Werbegeschäft. Roku wurde zu einem der deutlichsten Beispiele für diesen Wandel und <a href="https://cordcuttersnews.com/roku-hires-a-former-facebook-executive-to-help-lead-the-company/">positionierte sich offen als Werbeunternehmen, dessen Geschäftsmodell auf den Interaktionsdaten der TV-Nutzung basiert</a>. Samsung, Vizio, Amazon, Google TV und eben LG folgten alle einem ähnlichen Pfad.</p>
<p>Unabhängig davon, was diese Unternehmen behaupten: Der eigentliche langfristige Wert liegt für sie immer mehr im Sammeln von Verhaltensdaten, dem Schalten von Werbung, dem Tracking der Nutzung und der allgemeinen Monetarisierung der Kundschaft — und das lange nachdem der Fernseher über die Ladentheke gegangen ist. Einige Hersteller versuchen gar nicht erst, diesen Wandel zu verbergen. Im&nbsp;Jahr&nbsp;2023 begann ein Unternehmen namens Telly damit, <a /en/blog/free-telly-ads-privacy.html">„kostenlose“ 55-Zoll-4K-Fernseher anzubieten, deren Konzept komplett auf permanenter Werbung und Datenerfassung basiert</a>. Ein&nbsp;zweiter, fest verbauter Bildschirm ist dabei ausschließlich für Nachrichtenticker, gesponserte Inhalte und Anzeigen reserviert.</p>
<p>In diesem Fall ist das Tauschgeschäft von Anfang an transparent. Gleichzeitig erwartet man im Unterbewusstsein aber wohl immer noch, dass Premium-Produkte von solchen Praktiken weitgehend verschont bleiben. Während eine aggressive Monetarisierung bei billiger Budget-Hardware vielleicht noch nachvollziehbar erscheint, rechnet kaum jemand damit, dass sich ein&nbsp;weit über 1.000&nbsp;Euro teures OLED-Flaggschiff wie eine digitale Plakatwand verhält — und sich nach dem Kauf immer mehr in einen Werbeautomaten verwandelt.</p>
<h2 id="was-smart-tv-werbung-erst-m%C3%B6glich-macht">Was Smart-TV-Werbung erst möglich macht</h2>
<p>Dass Smart-TVs dazu überhaupt in der Lage sind, liegt an&nbsp;den enormen Datenmengen, die sie über das Publikum und dessen Sehgewohnheiten sammeln. Moderne Fernseher setzen dabei massiv auf eine Technologie namens „Automatic Content Recognition“ (automatische Inhaltserkennung) — kurz&nbsp;ACR. Dieses System ermöglicht es dem Fernseher, jeden Bildschirminhalt zu identifizieren und zu analysieren. Und zwar völlig unabhängig von der Quelle: ob Streaming-App, Kabelbox, Live-TV, Mediaplayer oder eben über&nbsp;HDMI angeschlossene Geräte.</p>
<p><a href="https://us.lgappstv.com/main/terms">Laut den Datenschutzbestimmungen von LG kann das Unternehmen folgende Daten erfassen</a>:</p>
<ul>
<li>Informationen über angesehene Kanäle und Programme</li>
<li>Genutzte Streaming-Dienste und Apps</li>
<li>Die Nutzungsdauer</li>
<li>Aktionen wie Wiedergabe, Pause, Stopp und Klicks</li>
<li>Eingabequellen, einschließlich HDMI-Geräten</li>
<li>Informationen zu Spielkonsolen und Mediaplayern</li>
<li>Daten zur Werbeausspielung</li>
<li>Aktivierungen und Kündigungen von Abonnements</li>
<li>Interaktionen über Sprachbefehle</li>
<li>Geräte-IDs und Verhaltensanalysen</li>
</ul>
<p>LG gibt explizit an, dass die eigene ACR-Technologie Inhalte „unabhängig von der Quelle“ erkennen kann — das schließt Spielkonsolen, Set-Top-Boxen und über HDMI verbundene externe Mediengeräte ein.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/7lbfklimage3.png" alt="Ein Auszug aus der Datenschutzerklärung von LG" loading="lazy"></p>
<p>Die eigene Werbesparte, LG Ad Solutions, vermarktet diese Funktion ganz offen an&nbsp;die Werbeindustrie. Das Unternehmen wirbt mit&nbsp;<a href="https://lgads.tv/technology/">Targeting basierend auf Gaming-Verhalten, App-Nutzung, Sehgewohnheiten, Streaming-Präferenzen, Abo-Aktivitäten und sogar der Reaktion auf bestimmte Werbeclips</a>.</p>
<p>Zu den von LG angepriesenen Zielgruppen-Kategorien gehören:</p>
<ul>
<li>Gaming-Zielgruppen auf bestimmten Konsolen und Plattformen</li>
<li>Das Publikum bestimmter Streaming-Dienste und Genres</li>
<li>Personen, die Werbung von Mitbewerbern gesehen haben</li>
<li>Personen mit besonders hohem oder geringem TV-Konsum</li>
<li>Aktivierungen und Kündigungen von Abonnements</li>
<li>Regionales und standortbasiertes Targeting</li>
</ul>
<p>LG beschreibt diese Informationen als „deterministische Zuschauerdaten“, die direkt „auf der&nbsp;Glasebene“ (also direkt über den Bildschirm) erfasst werden.</p>
<p><img src="https://cdn.adtidy.org/blog/new/wofgsimage1.png" alt="Gründe für Werbetreibende, auf Connected-TV-Werbung umzusteigen – laut LG" loading="lazy"></p>
<p>Alles in allem ist es diese unaufhörliche Sammlung detailliertester Daten, die moderne Smart-TVs grundlegend von älteren Fernsehern unterscheidet. Sie&nbsp;sind keine passiven Bildschirme mehr. Sie&nbsp;sind vernetzte Analyseplattformen, die ununterbrochen Verhaltensdaten sammeln, um Werbung, Empfehlungen und die Zielgruppenansprache zu optimieren.</p>
<h2 id="so-werden-sie-smart-tv-werbung-los">So werden Sie Smart-TV-Werbung los</h2>
<p>Der effektivste Weg, um Werbung, Tracking und unerwünschte Anzeigen auf dem Smart-TV einzuschränken, ist radikal: Trennen Sie den Fernseher komplett vom Internet und nutzen Sie ihn als reinen Bildschirm in Kombination mit externen Geräten wie Apple&nbsp;TV, Chromecast, Spielkonsolen oder Streaming-Boxen. Ohne Internetverbindung verliert der Fernseher die Fähigkeit, neue Werbemodule herunterzuladen, Anzeigen abzurufen, Analysedaten zu übermitteln und klammheimlich neue Werbefunktionen per Firmware-Update einzuführen. Natürlich ist das ein riesiger Kompromiss und macht den eigentlichen Zweck eines „Smart“-TVs ein Stück weit zunichte.</p>
<p>Wer den Fernseher lieber online lassen möchte, kann versuchen, einige der Werbe- und Empfehlungsfunktionen von&nbsp;LG manuell zu deaktivieren. Bei LG-Geräten funktioniert das in der Regel über das Einstellungsmenü: <em>Allgemein → System → Zusätzliche Einstellungen → Home-Einstellungen</em>. Dort lassen sich Optionen wie <em>Home-Promotion</em> und <em>Inhaltsempfehlungen</em> ausschalten. Das Problem dabei: Nach Firmware-Updates stehen die Hersteller immer wieder in der Kritik, weil diese Werbesysteme ungefragt reaktiviert oder nachträglich neue Werbepraktiken eingeführt werden. Zudem gilt: Selbst mit deaktiviertem ACR sammelt der Smart-TV weiterhin bestimmte Daten — potenziell auch Informationen über den Standort und die genutzten Apps.</p>
<p>Eine weitere Option ist das Blockieren von Werbung und Trackern auf Netzwerkebene, indem der DNS-Server des Fernsehers geändert wird. Da&nbsp;auf&nbsp;LG-Fernsehern WebOS läuft, lassen sich klassische Werbeblocker-Apps oder Browsererweiterungen nicht direkt auf dem Gerät installieren — das macht DNS-Filterung zu einer der wenigen praktikablen Lösungen, um&nbsp;TV-Werbung einzudämmen. Die DNS-Filterung sorgt dafür, dass der Fernseher gar nicht erst eine Verbindung zu bekannten Werbe-, Analyse-, Telemetrie- und Tracking-Domains aufbauen kann.</p>
<p>Eine perfekte Lösung ist das allerdings nicht. Einige Werbe- und Promotion-Elemente sind fest in die&nbsp;Software des Fernsehers integriert und können selbst ohne Verbindung zu externen Servern geladen werden. Zudem kann die&nbsp;DNS-Filterung keine Werbung blockieren, die über dieselben Domains wie die eigentlichen TV-Dienste oder Apps ausgespielt wird — denn würde man diese Domains komplett sperren, würden auch die jeweiligen Dienste nicht mehr funktionieren.</p>
<p><a href="https://adguard-dns.io/de/public-dns.html">Dienste wie AdGuard DNS ermöglichen diese Art der Filterung ganz einfach durch das Ändern des&nbsp;DNS-Servers</a> direkt am Fernseher. Wer mehr Kontrolle möchte, kann auch das <a href="https://adguard-dns.io/de/license.html">private AdGuard&nbsp;DNS</a> nutzen oder Tools wie <a /de/adguard-home/overview.html">AdGuard&nbsp;Home</a> oder Pi-hole verwenden. Damit lässt sich ein eigener privater DNS-Server einrichten — inklusive anpassbarer Filter, Analysen, Blocklisten und Regeln, die speziell auf Smart-TVs und andere vernetzte Geräte zugeschnitten sind.</p>
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